
Maine-Demokraten nominieren ehemaligen Senatspräsidenten Troy Jackson für entscheidendes Midterm-Rennen gegen Susan Collins
Der ehemalige Holzfäller und Progressive sicherte sich am Samstag in Bangor die Nominierung der Partei und krönte damit ein zweiwöchiges Chaos, um Graham Platner zu ersetzen, der nach einem von ihm bestrittenen sexuellen Übergriffs-Vorwurf zurücktrat.
Das Chaos nach Platner
Graham Platner, der im Juni die Vorwahl der Maine-Demokraten für den Senat gewonnen hatte, zog sich am 10. Juli zurück, nachdem ihn eine ehemalige Freundin beschuldigt hatte, sie 2021 sexuell missbraucht zu haben – ein Vorwurf, den er bestreitet. Sein Rückzug löste eine chaotische zweiwöchige Suche nach einem Ersatzkandidaten für die Novemberwahl aus, an der sich 13 Bewerber beteiligten. Am Wochenende des 18./19. Juli dominierten Jacksons Verbündete landesweit das Auswahlverfahren der Delegierten, woraufhin die drei besten Herausforderer ihre Kampagnen aussetzten. Über 600 Delegierte versammelten sich am Samstag im Cross Insurance Center in Bangor unter einer 31 Fuß hohen Paul-Bunyan-Statue, um die Entscheidung zu bestätigen. Am Morgen war es nur noch eine Formsache: Jacksons Team erklärte, mehr als 480 Delegierte hätten bereits ihre Stimme zugesagt. Saundra Pelletier, eine wohlhabende Biopharma-CEO, blieb als einzige weitere Kandidatin übrig und sagte zu der Versammlung: "Ich weiß, viele von Ihnen sind hier, um einen anderen Kandidaten zu unterstützen, und das respektiere ich." Sie forderte jedoch keine Abstimmung auf dem Konvent.
Das ist ziemlich antiklimaktisch.
Der Konvent, der ursprünglich mit mehreren Wahlgängen bis in den Nachmittag dauern sollte, endete noch vor Mittag. Delegierte in Jackson-Druck-Shirts und -Lanyards mischten sich, während ein Mitarbeiter übers Mikrofon verkündete, dass jemand seine Schlüssel gefunden hatte.
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Jacksons populistischer Appell
Jackson, ein Holzfäller in fünfter Generation aus dem ländlichen Norden Maines, begann seine politische Laufbahn im Jahr 2000 als Republikaner, verlor eine Wahl zum Abgeordnetenhaus, gewann zwei Jahre später als Unabhängiger und wechselte 2004 zur Demokratischen Partei. Er stieg zum Präsidenten des Senats von Maine auf, bevor er 2024 das Statehouse verließ. In diesem Jahr belegte er bei den demokratischen Vorwahlen für das Gouverneursamt nur den dritten Platz, erhielt aber Unterstützungen von Platner, Senator Bernie Sanders und der von Sanders gegründeten Our Revolution. Seine Senatskampagne hat seit seinem Einstieg ins Rennen über eine Million Dollar gesammelt, davon flossen zwischen Sonntag und Mittwoch 600.000 Dollar von fast 25.000 Spendern ein.
In seiner Annahmerede stellte Jackson die Wahl als Klassenkampf dar. Er griff "Milliardäre und Konzerne an, die diese Wirtschaft manipulieren", und erklärte: "Wir sind nicht links. Wir sind nicht rechts. Wir sind von unten."
Wenn die Machthaber sich weigern zuzuhören, müsst ihr euch organisieren, müsst in Solidarität zusammenstehen. Und ihr müsst sie zwingen zuzuhören.
Das Duell der Hauptwahl
Jackson beginnt nun einen 101-tägigen Sprint, um die fünfmalige Senatorin Susan Collins abzulösen, eine 73-jährige moderate Republikanerin. Collins führt den mächtigen Haushaltsausschuss des Senats an, eine Position, die sie genutzt hat, um Bundesgelder nach Maine zu lenken, und hat einen Wahlkampffonds von 11 Millionen Dollar aufgebaut. Sie gewann 2020 die Wiederwahl mit knapp 9 Prozentpunkten Vorsprung, obwohl Joe Biden Maine mit einem ähnlichen Vorsprung gewann, und Kamala Harris gewann den Staat 2024 mit etwa 7 Punkten. Eine diese Woche veröffentlichte Umfrage der University of New Hampshire zeigte Jackson unter den wahrscheinlichen Hauptwahlwählern mit knappem Vorsprung vor Collins. Erschwinglichkeit, Einwanderung und die Trump-Administration dürften den Wahlkampf dominieren.
Die Bedeutung für die Senatsmehrheit
Die Republikaner halten derzeit eine 53-47-Mehrheit im Senat, was bedeutet, dass die Demokraten einen Nettogewinn von vier Sitzen benötigen, um in den letzten zwei Jahren von Präsident Donald Trumps Amtszeit die Kontrolle zu übernehmen. Collins ist die einzige republikanische Senatorin, die in einem Staat zur Wiederwahl antritt, der 2024 für Harris gestimmt hat, was Maine zu einer der besten Gelegenheiten für die Partei macht, einen Sitz zu erobern. Ein demokratischer Verlust hier würde den Weg zu einer Mehrheit stark einengen, während ein Sieg sich als entscheidend erweisen könnte. Jackson stellt das Rennen bereits als Volksentscheid über wirtschaftliche Gerechtigkeit und die Richtung des Landes unter republikanischer Führung dar.


