Regierung · Mailand, Turin und Florenz

Mantovano bringt Jugendunruhen mit Drogen in Verbindung – Proteste in Mailand und Turin spalten Italien

Staatssekretär Alfredo Mantovano sagte, viele der an den Ausschreitungen vom 17. und 18. Oktober beteiligten jungen Menschen hätten Drogen genommen, während Mailands Bürgermeister um ein Treffen mit Giorgia Meloni bat – wegen der wirtschaftlichen Not, die hinter den Protesten steht.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Il Fatto Quotidiano, il Giornale.it und ANSA.it. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Mailand, Turin, Florenz, Bologna · Italien
Wie es dazu kam
  1. 17.10.Protest gegen Lebenshaltungskosten in Mailand schlägt in Gewalt um; auch aus Turin, Bologna und Bergamo werden Ausschreitungen gemeldet
  2. 20.10.Ministerrat billigt Dekretgesetz gegen organisierte Gewalt bei Demonstrationen
  3. 23.10.Dekretgesetz tritt in Kraft
  4. 24.10.Demonstrationen am Samstag in Mailand und Turin; zwei Finanzieri aus Aosta in Turin verletzt

Mailands Wochenende ohne die erwarteten Zusammenstöße

Die Demonstration am Samstag, 24. Oktober, in Mailand mobilisierte zahlreiche Menschen und blieb friedlich, sagte Bürgermeister Giuseppe Sala im Stadtrat und räumte zugleich ein, dass es am Wochenende des 17. und 18. Oktober Ausschreitungen und Straftaten gegeben habe. Er argumentierte, neben der Gewalt gebe es einen Protest, der echte wirtschaftliche und soziale Not zum Ausdruck bringe, und dieser lasse sich nicht als reines Problem der öffentlichen Ordnung abtun. Sala formulierte es so:

„Ein wirtschaftliches und soziales Unbehagen, das man nicht ignorieren und nicht als Problem der öffentlichen Ordnung abtun kann.“

Giuseppe Sala, Bürgermeister von Mailand

Sala sagte, die Bürgermeister der großen italienischen Städte hätten darum gebeten, von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni empfangen zu werden, um die Schwierigkeiten in ihren Gebieten darzulegen; er warte auf eine Antwort auf dieses Gesuch. Bei einer Veranstaltung von Bookcity dankte er den Ladenbesitzern, die ihre Türen offen hielten, und merkte an, dass am Samstag fast alle Geschäfte geöffnet blieben, nur wenige hätten geschlossen. Mailand verdanke seinem Handel viel, und in schwierigen Momenten müsse die Stadt geeint und ruhig bleiben.

Die Reaktion der Regierung und die Drogenäußerungen

Staatssekretär Alfredo Mantovano sagte in einem gestreamten Interview beim Festival delle Regioni in Florenz, viele der jungen Menschen hinter den Ausschreitungen vom 17. und 18. Oktober hätten Drogen genommen, bevor es zu Verwüstungen und Plünderungen kam. Er wolle nicht verallgemeinern, aber ein Teil von ihnen habe Substanzen konsumiert, bevor er an der Gewalt teilgenommen habe. Sein Argument fasste er so zusammen:

„Leider läuft die Einnahme von Substanzen darauf hinaus, die Bremsen des Verhaltens zu kappen.“

Alfredo Mantovano, Staatssekretär im Amt des Ministerpräsidenten

Die Äußerungen riefen sofort Riccardo Ricciardi auf den Plan, den Fraktionsvorsitzenden der Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) in der Abgeordnetenkammer, der sie als beschämend bezeichnete und sagte, sie zielten darauf, jeden sozialen Protest zu delegitimieren. Ricciardi warf der Regierung vor, junge Menschen als untätig und nun als Drogenkonsumenten darzustellen, während sie Probleme wie Wohnen und Löhne ignoriere. Die Worte richteten sich an Millionen junger Menschen im ganzen Land.

„Die Worte von Staatssekretär Mantovano gegenüber Millionen junger Frauen und Männer in unserem Land sind beschämend.“

Riccardo Ricciardi, Fraktionsvorsitzender

Das Dekret und die Zahlen der Ermittlungen

Ein Bericht des parlamentarischen Studienbüros von Fratelli d'Italia schreibt der Regierung zu, am 24. Oktober Verwüstungen verhindert zu haben. Er beschreibt den 17. Oktober in Mailand, als ein Protest gegen die Lebenshaltungskosten mit rund 5.000 Teilnehmenden in Brände und Plünderungen umschlug, mit einem von Confcommercio auf 700.000 Euro geschätzten Schaden über zwei Tage. Auch Turin, Bologna und Bergamo wurden von Ausschreitungen getroffen, Dutzende Beamte wurden verletzt, es gab zahlreiche Festnahmen. Der Ministerrat billigte am 20. Oktober ein Dekretgesetz, das seit dem 23. Oktober in Kraft ist und einen Straftatbestand der organisierten Gewalt bei öffentlichen Demonstrationen schafft. Wer in Gruppen von mindestens fünf Personen gefährliche Gegenstände einsetzt, dem drohen zwei bis fünf Jahre Haft, Organisatoren und Anstifter – auch solche, die über soziale Medien agieren – bis zu zwölf Jahre. Das Dekret weitet zudem die Möglichkeit einer bis zu zwölfstündigen Gewahrsamnahme auf Minderjährige aus und legt je nach Fall Geldbußen von 500 bis 2.000 Euro für Eltern fest. Derselbe Bericht zählt in sechs überwachten Städten über 4.000 identifizierte Personen, 98 Anzeigen und 12 Festnahmen.

Ermittlungsmaßnahmen in sechs überwachten Städten laut FdI-Bericht
Identifiziert (über 4.000)
4000
Angezeigt
98
Festgenommen
12

Daten aus dem Artikeltext

Turin: friedliche Märsche, eine Polizei-Auseinandersetzung und ein Uni-Protest

Ein in Turin erstelltes Ermittlungsdossier zählt seit März 11 Demonstrationen, teils mit Zehntausenden Teilnehmenden, die ohne Zwischenfälle verliefen. Die Liste umfasst den Turin Pride mit 65.000 Menschen und eine Street Parade, die von autonomen studentischen Kollektiven organisiert wurde. In dem Dossier zitierte Quellen sagen, nicht das Vorgehen der Polizei erzeuge die Konfrontationen. Giorgio Rossetto, 64, eine Veteranengestalt der italienischen autonomen Bewegung, wurde im Askatasuna-Megaverfahren am Turiner Berufungsgericht befragt, wo er zu den Angeklagten zählt, denen kriminelle Vereinigung zur Last gelegt wird. Er beschrieb das Vorgehen der Polizei als rein muskulös, erklärte, am 24. Oktober hätten sich etwa 10.000 Menschen auf der Piazza Castello befunden, und wies zurück, Anführer von Askatasuna zu sein; solche Behauptungen seien Falschmeldungen. Die Gewerkschaft Silf erklärte, zwei in Aosta stationierte Finanzieri seien bei der Turiner Demonstration am Samstag verletzt worden, und nannte Böller, Steine, Flaschen und Stöcke, die auf die Beamten geworfen worden seien. Vor der Eröffnungsfeier des akademischen Jahres der Universität protestierten einige Dutzend Studierende gegen Botschafter Maurizio Massari, Italiens früheren UN-Vertreter, wegen seiner Haltung zu Francesca Albanese.

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