
Mörder des Journalisten Luca Esposito in Salerno festgenommen, Vernehmung für Montag angesetzt
Ein 26-jähriger tunesischer Staatsangehöriger, Ridha Rahmouni, muss sich am Montag einem Richter in Salerno stellen, nachdem er den Mord an dem 53-jährigen Sportjournalisten Luigi „Luca“ Esposito gestanden hat, dessen verbrannte Überreste am 19. Juli auf einem Feld in Eboli gefunden wurden.
Die Vernehmung von Ridha Rahmouni und die Bestätigung seiner Inhaftierung sind für Montag im Gefängnis von Salerno angesetzt. Rahmouni, der in der Nacht zum 25. Juli bei einer Razzia auf einem verlassenen Bauernhof festgenommen wurde, hat den Carabinieri bereits ein kooperatives Geständnis abgelegt, unterstützt von einem Dolmetscher. Sein Anwalt Giovanni Mauri bestätigte, dass der 26-Jährige ruhig über die Ereignisse der Nacht zwischen Samstag, dem 18. Juli, und Sonntag, dem 19. Juli, sprach.
Die Festnahme und die Beweise
Die Ermittler spürten Rahmouni durch Mobilfunkdaten und einen Fingerabdruck auf, der am Kofferraum von Espositos Lancia hinterlassen wurde, der in der Nähe des Fundorts der verkohlten Leiche geparkt war. Die wenigen Kameras im ländlichen Gebiet Cioffi in Eboli zeichneten in jener Nacht einen Mann auf, der mit einer Taschenlampe Fahrrad fuhr und offenbar den genauen Treffpunkt suchte. Als die Carabinieri das heruntergekommene Gebäude in der Via Ebonum stürmten, versuchte Rahmouni sich zu verbarrikadieren, bevor er aufgab. In der provisorischen Behausung fanden die Beamten Espositos Mobiltelefon, eine Prepaid-Zahlungskarte und einen Ring, bei dem es sich vermutlich um Weißgold handelt.
- Erster Telefonkontakt zwischen Esposito und Rahmouni
- Telefonkontakte intensivieren sich; die beiden verabreden ein Treffen in Eboli
- Esposito auf einem Acker in Cioffi getötet, Leiche angezündet
- Verkohlte Überreste Espositos gefunden
- Carabinieri stürmen verlassene Farm; Rahmouni festgenommen
- Garantievernehmung und Haftprüfungstermin angesetzt
Das Motiv und die Darstellung vor Gericht
Laut Quellen, die von Il Mattino und Open zitiert werden, sagte Rahmouni den Staatsanwälten, Esposito sei sexuell zu aufdringlich geworden und er sei zunehmend verärgert über die wiederholten Annäherungsversuche des Journalisten gewesen. Der Verdächtige behauptete, Esposito habe andere junge Ausländer für intime Beziehungen bezahlt und dasselbe von ihm verlangt. Rahmouni, der sich ohne Aufenthaltstitel in Italien aufhielt und einer Ausweisungsverfügung unterlag, berief sich während der Vernehmung auch auf religiöse Gründe und erklärte, sein muslimischer Glaube verbiete Beziehungen außerhalb der Ehe. Die Staatsanwaltschaft Salerno unter der Leitung von Raffaele Cantone hat die Tötung als Folge eines „heftigen Streits, der aus verschiedenen Gründen ausbrach“, beschrieben und charakterisiert das Motiv als privat und persönlich.
Er war aufdringlich geworden. Er nutzte unsere Notlage aus, um bezahlte Beziehungen zu haben.
Telefonaufzeichnungen zeigen, dass die Kontakte zwischen den beiden Männern am 28. Juni begannen und sich am Abend des 18. Juli sowie in den frühen Morgenstunden des 19. Juli, dem Zeitfenster unmittelbar vor dem Mord, deutlich intensivierten.
Das Doppelleben des Opfers
Esposito, gebürtig aus Nocera Superiore und wohnhaft in Lancusi, führte eine sorgfältig konstruierte Parallel-Existenz. Er stellte sich als Luca vor, ein Name, der in seinen offiziellen Unterlagen nicht vorkommt. Er gab an, Biologe zu sein, angestellt bei der ARPAC, der regionalen Umweltschutzbehörde, und war bei der Biologenkammer registriert. Er sprach oft von einer Apothekerin namens Federica aus Caserta, die er gelegentlich auch anders nannte. Die ARPAC hat entschieden bestritten, dass er jemals Angestellter war. Sein einziger offizieller Beruf war der eines freiberuflichen Journalisten und Sportexperten; er trat bei lokalen Sendern wie OttoChannel auf.
Über das tragische und schreckliche Ende von Luca möge ein Schleier fallen: wenn nicht des Schweigens, so doch zumindest des gebotenen Anstands. In den sozialen Medien hingegen gab es die übliche rüpelhafte Grausamkeit, die den virtuellen Platz prägt. Luca hat diese Empörung nicht verdient.
Weder seine beiden Schwestern noch seine engsten Freunde wussten von seinen privaten Treffen. Seine Schwestern erklärten über ihre Anwältin Annalisa Califano, sie seien zunehmend „fassungslos“, je mehr Details ans Licht kämen.
Reaktion der Gemeinschaft
Arcigay Salerno hat sich öffentlich zu Wort gemeldet und fordert ein Ende dessen, was sie als Medienprozess gegen das vermeintliche Privatleben des Opfers bezeichnet. „Sexuelle Orientierung, ob real oder vermeintlich, ist keine Nachricht und darf nicht als narratives Element zur Erklärung einer Straftat verwendet werden“, erklärte die Organisation.
Wie es weitergeht
Die Anhörung am Montag wird entscheiden, ob Rahmouni, der im Juni 2023 auf Lampedusa landete und dessen Aufenthaltstitel 18 Monate später verweigert wurde, in Haft bleibt. Er hatte bereits ein polizeiliches Führungszeugnis unter dem Alias Amed Jamal wegen Hausbesetzung in Altavilla Silentina. Die Ermittler erwarten, dass die weitere Untersuchung der beiden Mobiltelefone des Opfers ein vollständigeres Bild der Wochen vor dem Mord liefern könnte.

