
Italiener stirbt nach Polizeieinsatz in Barcelona; Staatsanwaltschaft Rom ermittelt
Samuele Spinelli, 28, starb am 1. Juni in Barcelona, nachdem er 40 Minuten lang bäuchlings fixiert und mit einem Beruhigungsmittel injiziert worden war. Die Familie wirft übermäßige Gewaltanwendung vor und hat Ermittlungen in Spanien und Italien ausgelöst.
Der Vorfall in Barcelona
Am 29. Mai 2026 betrat Samuele Spinelli, ein 28-Jähriger aus Florenz, sichtlich aufgeregt und verwirrt ein Geschäft im Zentrum Barcelonas, wie Überwachungsaufnahmen zeigen. Er rannte, und hinter ihm waren drei Personen in Zivilkleidung, die ihn zu verfolgen schienen. Die Laden-Sicherheit und später eine Streife der Mossos d'Esquadra, der katalanischen Polizei, griffen ein. Spinelli wurde in einen Hinterraum gebracht, wo ihn in der folgenden Stunde und 16 Minuten bis zu sieben Personen – private Sicherheitskräfte, zivile Beamte und uniformierte Polizisten – bäuchlings auf dem Boden fixierten. Seine Hände und Füße wurden mit Kabelbindern gefesselt, und mindestens zwei Personen setzten sich auf ihn, um ihn ruhigzustellen.
Medizinische Intervention und Tod
Nach etwa 30 Minuten Fixierung trafen Rettungskräfte ein. Laut dem Anwalt der Familie, Diego Capano, erhielt Spinelli eine pharmakologische Fixierung: Er wurde mit Midazolam, einem Beruhigungsmittel, injiziert. Kurz darauf erlitt er einen Herzstillstand. Die Beamten entfernten dann die Kabelbinder, drehten ihn auf den Rücken, und die Sanitäter begannen mit Wiederbelebungsmaßnahmen, einschließlich Herzmassage und Beatmung. Spinelli wurde bewusstlos ins Hospital de Mar gebracht. Er erlangte nie das Bewusstsein wieder und wurde am 1. Juni für tot erklärt. Das Krankenhaus gab Multiorganversagen als Todesursache an. Toxikologische Tests ergaben Berichten zufolge Spuren von Methamphetamin in seinem Blut, was katalanische Ärzte zu der Hypothese einer Überdosis veranlasste.
- Spinelli betritt aufgeregt ein Geschäft in Barcelona, verfolgt von drei Personen.
- Sieben Personen fixieren ihn bäuchlings, Hände und Füße mit Kabelbindern gefesselt.
- Rettungskräfte injizieren Midazolam; kurz darauf tritt ein Herzstillstand ein.
- Wiederbelebt und bewusstlos ins Krankenhaus gebracht.
- Spinelli für tot erklärt; Krankenhaus gibt Multiorganversagen an.
Zweifel der Familie und die Ermittlungen
Spinellis Familie reiste von Florenz nach Barcelona und sah seinen Leichnam im Krankenhaus. Sein Cousin Peter Rossi beschrieb den Zustand:
Er war voller Blutergüsse, Kratzer, er war geschwollen. Ich habe ihn im Hospital de Mar nicht einmal erkannt. Dann, ein paar Stunden nach unserer Ankunft aus Florenz, starb er.
Die Familie bemerkte Male auf seinem Rücken, an den Handgelenken und unter dem Kinn und stellt die Erklärung der Überdosis in Frage. Sie reichten eine Beschwerde bei den italienischen Behörden ein, woraufhin die Staatsanwaltschaft Rom ein Verfahren gegen Unbekannt eröffnete und eine zweite Obduktion in Italien anordnete. Eine separate Untersuchung läuft in Spanien. Capano erklärte:
Samuele war in einem Erregungszustand und brauchte Hilfe. Stattdessen wurde er 40 Minuten lang auf dem Boden festgehalten, was niemals passieren darf. Dann dauerten die medizinischen Maßnahmen laut den Aufnahmen, die wir gesehen haben, 33 Minuten.
Der Anwalt sagte auch, dass die Aufnahmen zeigen, dass Spinelli pharmakologisch fixiert wurde und dann einen Herzstillstand erlitt.
Wer war Samuele Spinelli
Spinelli, der den Künstlernamen „Squalo“ verwendete, war in Barcelona, um ein Musikvideo zu drehen. Er liebte Rap und sprach fünf Sprachen, darunter Arabisch und Russisch. Er hatte jahrelang im Ausland als Butler für wohlhabende Familien in London, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Usbekistan gearbeitet. Seine Beerdigung fand vor zwei Tagen im Stadtteil Galluzzo von Florenz statt, wo seine Familie lebt.
Nächste Schritte
Sowohl die spanische Justizbehörde als auch die Staatsanwaltschaft Rom ermitteln nun. Die Familie wartet auf die Ergebnisse der in Barcelona und Florenz durchgeführten Obduktionen. Die Aufnahmen der Überwachungskameras des Geschäfts wurden von den Ermittlern sichergestellt. Der Fall bleibt offen, bisher wurden keine Anklagen erhoben.

