
Italien begeht den Tag der Großeltern – über 12 Millionen Senioren leisten zentrale informelle Fürsorge
Italiens Politiker und Interessenvertretungen haben am 2. Oktober den Tag der Großeltern begangen und demografische Daten vorgelegt, wonach 14,8 Millionen Senioren Kinderbetreuung und Familienfinanzen unterstützen.
Institutionelles Gedenken und rechtliche Grundlage
Italien begeht am 2. Oktober seinen jährlichen Tag der Großeltern, einen Gedenktag, der vom Parlament mit Gesetz Nr. 159 vom 31. Juli 2005 eingeführt wurde. Das Datum fällt mit dem katholischen Fest der Schutzengel zusammen, das gewählt wurde, um die schützende und unterstützende Präsenz der Älteren im Familienleben zu symbolisieren. Der Gedenktag besteht neben dem weltweiten Welttag der Großeltern und der älteren Menschen, den Papst Franziskus 2021 für den vierten Sonntag im Juli nahe dem Fest der heiligen Joachim und Anna eingeführt hat. Staatsvertreter würdigten den Anlass mit öffentlichen Botschaften an die ältere Bevölkerung des Landes.
Großeltern sind genau das: ein grundlegender Teil unserer Wurzeln, unserer Geschichte und dessen, was aus uns geworden ist.
Senatspräsident Ignazio La Russa bezeichnete Großeltern als Hüter der Erinnerung, der Traditionen und der echten Zuneigung und verwies auf ihre Rolle bei der Weitergabe von Werten über Generationen hinweg.
Demografisches Profil und Bedeutung für die Wohlfahrt
Italien hat etwa 12 Millionen Großeltern, die einen zentralen Bestandteil dessen bilden, was Fürsprecher als informelle Wohlfahrt beschreiben. Menschen ab 65 Jahren machen 25,1 % der Gesamtbevölkerung aus, das sind 14,8 Millionen Personen, womit Italien das älteste Land Europas ist. Demografische Projektionen zeigen, dass die über 65-Jährigen bis 2050 34,5 % der italienischen Bevölkerung stellen werden.
- Leisten finanzielle Unterstützung
- 96 %
- Betreuen Enkelkinder
- 70 %
- Betreuen Enkelkinder täglich
- 37.9 %
Umfragen zeigen, dass Großeltern in italienischen Haushalten umfangreiche Betreuungs- und Finanzaufgaben übernehmen. Während 70 % der Großeltern bei der Betreuung der Enkelkinder helfen, leisten 96 % direkte finanzielle Unterstützung für ihre Familien. Daten aus dem Bericht Longevità von Censis zeigen, dass 37,9 % der Großeltern ihre Enkelkinder täglich betreuen. Zahlen des nationalen Statistikamts Istat belegen zudem, dass über 40 % der Kinder unter sechs Jahren regelmäßig Großeltern anvertraut werden, während etwa jede dritte Familie mit Kindern unter 15 Jahren bei der alltäglichen Kinderbetreuung auf Verwandte zurückgreift.
Soziale Isolation und Herausforderungen im ländlichen Raum
Trotz ihres starken Engagements für die Familie verweisen Altenvertreter auf eine zunehmende Isolation und ungleiche demografische Belastungen in den verschiedenen Regionen. In inneren und ländlichen Gebieten erreicht der Altenquotient etwa 223 Ältere auf 100 Jugendliche, verglichen mit einem Landesdurchschnitt von 182,6.
- Landesdurchschnitt
- 182.6 Ältere je 100 Jugendliche
- Innere und ländliche Gebiete
- 223 Ältere je 100 Jugendliche
Der Nationalverband der landwirtschaftlichen Rentner (Anpa Confagricoltura) hat vier politische Prioritäten für ländliche und Bergregionen formuliert. Dazu gehören die Schließung der digitalen Kluft, um Fernkonsultationen zu ermöglichen, der Erhalt von öffentlichem Nahverkehr, Postfilialen und lokalen Sicherheitsstützpunkten, der Ausbau der Integrierten Hauspflege (ADI) und lokaler Gemeinschaftshäuser sowie die Verabschiedung eines Rahmengesetzes für pflegende Angehörige.
Forderungen nach generationenübergreifenden Verpflichtungen
Regionalvertreter forderten strukturelle Verpflichtungen statt symbolischer Gesten. Carla Casciari, die regionale Ombudsfrau für ältere Menschen in Umbrien, betonte die Notwendigkeit, Einsamkeit zu bekämpfen, und verwies auf Umfrageergebnisse, wonach 12,8 % der befragten Älteren innerhalb einer Woche weder Gemeinschaftseinrichtungen besucht noch telefonischen Kontakt zu irgendjemandem gehabt hatten.
Der Tag der Großeltern darf kein Fassadengedenken sein, sondern muss ein Pakt zwischen den Generationen sein.
Casciari führte aus, dass solche Verpflichtungen eine regelmäßige Präsenz, aktiven Schutz vor Telefonbetrug und die Sicherstellung erfordern, dass Senioren ausreichende Informationen über soziale Dienste und Gesundheitsrechte erhalten.


