
Israel und Marokko vereinbaren Botschaftseröffnung und Flugausbau nach New Yorker Gesprächen
Der israelische Außenminister Gideon Saar und der marokkanische Außenminister Nasser Bourita trafen sich in New York, um die diplomatischen Vertretungen zu vollwertigen Botschaften auszubauen und bilaterale Handelsabkommen vor Ende 2026 vorzubereiten.
Bilaterale Einigung in New York
Der israelische Außenminister Gideon Saar und der marokkanische Außenminister Nasser Bourita trafen sich am Mittwoch, dem 16. September 2026, um ihre Verbindungsbüros zu vollwertigen Botschaften auszubauen und akkreditierte Botschafter zu ernennen. Die bilateralen Gespräche fanden in New York auf Einladung des US-Botschafters bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, statt. Das israelische Außenministerium gab das Ergebnis in einer offiziellen Erklärung bekannt und bestätigte, dass alle drei Delegationen ihr Bekenntnis zur Aufwertung der gegenseitigen diplomatischen Vertretungen bekräftigt hätten. Marokko gab nach dem Treffen keine unmittelbare öffentliche Stellungnahme ab, und die Parteien nannten kein konkretes Datum für die Eröffnung der neuen Botschaftseinrichtungen. Eine gemeinsame Erklärung, die über die US-Mission bei den Vereinten Nationen veröffentlicht wurde, formulierte den gemeinsamen Zweck dieses diplomatischen Schritts.
Die Aufnahme vollwertiger diplomatischer, friedlicher und freundschaftlicher Beziehungen zwischen Marokko und Israel liegt im gemeinsamen Interesse beider Länder und wird die Sache des Friedens voranbringen.
Wirtschaftsabkommen und Luftverkehrsausbau
Neben der Aufwertung der Botschaften vereinbarten die beiden Regierungen, noch vor Ende 2026 zwei bilaterale Wirtschaftsabkommen abzuschließen. Die geplanten Abkommen konzentrieren sich auf Investitionsschutz und die Beseitigung der Doppelbesteuerung des grenzüberschreitenden Handels. Die Delegationen erzielten außerdem eine Einigung über den Ausbau der zivilen Luftfahrt durch die Wiedereinführung direkter Linienflüge, die von israelischen und marokkanischen Fluggesellschaften betrieben werden. Darüber hinaus kündigte das israelische Außenministerium an, dass in den kommenden Monaten hochrangige gegenseitige offizielle Besuche zwischen den beiden Regierungen stattfinden werden. Saar beschrieb den bilateralen Rahmen in einer offiziellen Erklärung, die nach Abschluss der Gespräche veröffentlicht wurde.
Die Freundschaft zwischen dem marokkanischen und dem jüdischen Volk hat tiefe Wurzeln und eine reiche Geschichte. Die heute unterzeichnete Erklärung zeigt konkrete Wege auf, um die Beziehungen zwischen Israel und Marokko im Interesse beider Völker zu stärken.
Entwicklung der diplomatischen Beziehungen
Der diplomatische Kontakt zwischen Marokko und Israel begann in den frühen 1990er Jahren, bevor die marokkanische Regierung die Beziehungen nach dem Ausbruch der Zweiten Intifada Anfang der 2000er Jahre abbrach. Die formellen bilateralen Beziehungen wurden im Dezember 2020 im Rahmen der Abraham-Abkommen wieder aufgenommen, die während der ersten Amtszeit von Donald Trump geschlossen wurden. Weitere Unterzeichnerstaaten des umfassenderen Normalisierungsprozesses sind die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Sudan und Kasachstan. Seit der Wiederaufnahme der Beziehungen im Jahr 2020 hat sich die Zusammenarbeit zwischen Israel und Marokko in den Bereichen Militär, Sicherheit, Wirtschaft und Tourismus ausgeweitet. Ein früherer Vorschlag zur Eröffnung vollwertiger Botschaften wurde im Juni 2022 während eines offiziellen Besuchs des damaligen Außenministers Yair Lapid in Marokko angekündigt.
- Israel und Marokko nehmen erste diplomatische Beziehungen auf, bevor die Beziehungen während der Zweiten Intifada abgebrochen werden.
- Marokko und Israel normalisieren die diplomatischen Beziehungen im Rahmen der von den USA vermittelten Abraham-Abkommen.
- Außenminister Yair Lapid besucht Marokko, wo Israel erste Pläne zur Eröffnung von Botschaften ankündigt.
- Der Gaza-Krieg beginnt nach einem Hamas-Angriff und löst Proteste in Marokko aus, die ein Ende der Normalisierung fordern.
- Gideon Saar und Nasser Bourita vereinbaren in New York, die Verbindungsbüros zu vollwertigen Botschaften auszubauen.
Regionale Entwicklungen und öffentliche Reaktionen
Die Gespräche in New York fanden einen Tag nach dem sechsten Jahrestag der ursprünglichen Abraham-Abkommen statt. Die bilateralen Beziehungen gerieten nach dem Ausbruch des Gaza-Krieges, der durch den Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 ausgelöst wurde, in die innenpolitische Kritik. In marokkanischen Städten versammelten sich Demonstranten, um Solidarität mit den Palästinensern zu bekunden und die formelle Aufhebung der Normalisierungsabkommen mit Israel zu fordern. Während des gesamten Konflikts gab die marokkanische Regierung offizielle Appelle zur Einstellung der Militäroperationen im Gazastreifen heraus, während sie den diplomatischen Rahmen und die unter den Abkommen von 2020 eingerichteten Verbindungsbüros aufrechterhielt.


