Konflikte · Brüssel, Mexiko-Stadt und Jerusalem

Israel bricht Kontakte zu EU-Außenbeauftragter Kallas ab wegen angeblichem Apartheid-Vergleich, spaltet EU-Führung

Der israelische Außenminister Gideon Saar gab am Donnerstag bekannt, dass er jeglichen Kontakt zur EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas abbricht, nachdem berichtet wurde, sie habe die Behandlung der Palästinenser durch Israel mit dem Apartheidregime Südafrikas verglichen. Kallas lehnte es ab, die Äußerungen zu bestätigen oder zu dementieren, und die EU-Führung ist über die diplomatischen Folgen gespalten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von De Morgen, Handelsblatt, N-tv und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: © European Union, 2026, CC BY 4.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt)
Wie es dazu kam
  1. Mai 2026Kallas besucht Mexiko für EU-Lateinamerika-Gespräche; vergleicht angeblich Israels Politik mit Apartheid bei nichtöffentlichen Treffen.
  2. 12.06.Euractiv berichtet über die Äußerungen unter Berufung auf anonyme Beamte und Diplomaten.
  3. 18.06.Israels Außenminister Saar kündigt Abbruch aller Kontakte zu Kallas an; Kallas reagiert, ohne zu bestätigen oder zu dementieren.

Abgebrochene Kontakte

Der israelische Außenminister Gideon Saar gab am Donnerstag bekannt, dass er sämtliche Kontakte zur EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas abbricht. Er wirft ihr vor, Israel während eines nichtöffentlichen Treffens im Mai in Mexiko mit dem Apartheidregime Südafrikas verglichen zu haben. Saar sagte, Kallas habe sich Israel gegenüber mit einer „obsessiven“ Haltung und einem „eklatanten Mangel an Unparteilichkeit“ verhalten. Er bezeichnete den angeblichen Vergleich als „Ritualmordlegende“ gegen den jüdischen Staat und forderte eine Rücknahme.

Die umstrittenen Äußerungen

Laut einem Bericht des EU-Portals Euractiv vom 12. Juni soll Kallas den Apartheid-Vergleich bei einem Treffen mit hochrangigen mexikanischen Regierungsvertretern während einer EU-Mission zur Stärkung der Beziehungen zu Lateinamerika gemacht haben. Die Äußerungen, die von anonymen Diplomaten zitiert wurden, sollen hinter verschlossenen Türen gefallen sein und wurden nie offiziell bestätigt. Der Vergleich bezog sich auf die israelische Behandlung der Palästinenser sowohl im besetzten Westjordanland als auch im Gazastreifen.

Kallas’ Reaktion

Vor einem EU-Gipfel in Brüssel äußerte sich Kallas gegenüber der Presse, bestätigte oder dementierte die Äußerungen jedoch nicht. Sie verwies auf ihre umfangreiche öffentliche Bilanz – „Dutzende, wenn nicht Hunderte“ von Stellungnahmen zu Israel – die ihrer Aussage nach die offizielle EU-Position widerspiegele.

„Ich werde nicht damit anfangen, mich zu dem zu äußern, was hinter verschlossenen Türen gesagt wurde oder nicht. Ich kämpfe bereits jede Woche damit – jemand behauptet, ich hätte irgendwo etwas gesagt. Halten wir uns an meine öffentlichen Erklärungen.“

Kaja Kallas, Hohe Vertreterin
Sie fügte hinzu:

„Ich kann nicht ständig gegen Schatten kämpfen.“

Kaja Kallas, Hohe Vertreterin

Kallas bezeichnete ihren Austausch mit Saar als „sehr gut, offen, ehrlich und manchmal auch sehr schwierig“, was sie als „äußerst konstruktiv“ empfand. Sie betonte, die EU sei weiterhin zum Dialog bereit, unterstrich jedoch:

„Wir können die Kritik nicht ignorieren, und diese Gespräche müssen offen geführt werden.“

Kaja Kallas, Hohe Vertreterin

Europäische Führung gespalten

Die Reaktionen aus den EU-Hauptstädten waren gemischt. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz brach mit seiner Tradition vorsichtiger Kritik an Israel:

„Ich teile diese Wortwahl ausdrücklich nicht. Das ist eine Frage, die wir im Europäischen Rat ausführlich erörtern werden.“

Friedrich Merz, Bundeskanzler von Deutschland
Der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker spielte die Spannungen herunter und sagte, die Beziehungen zwischen der EU und Israel seien nicht abgebrochen „und sollten auch nicht abgebrochen werden“. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez und der irische Regierungschef erneuerten, ohne sich direkt zu den angeblichen Äußerungen zu äußern, ihre Verurteilung des israelischen Siedlungsausbaus und betonten die humanitäre Notlage im Gazastreifen.

Breitere Verschlechterung

Der Streit unterstreicht die sich vertiefende Kluft zwischen der EU und Israel seit dem Ausbruch des Gazakriegs nach dem Angriff der Hamas im Oktober 2023. Die Union hat wiederholt gewalttätige Siedler im Westjordanland verurteilt und bekräftigt, dass eine Zweistaatenlösung der einzig gangbare Weg zum Frieden bleibt.

„Die Europäische Union verurteilte die illegalen israelischen Siedlungen im Westjordanland, die eine Zweistaatenlösung unmöglich machen.“

Kaja Kallas, Hohe Vertreterin

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Quellen und Kontext

Brüssel, Mexiko-Stadt, Jerusalem · Belgien, Mexiko, Israel

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