
Visumssperren und Kriegsspannungen überschatten Irans WM-Auftakt gegen Neuseeland
Die Politik am Spielfeldrand überschattet Irans Debüt in der Gruppe G am Montag in Los Angeles, da elf Delegationsmitglieder, darunter der Verbandspräsident, weiterhin von der Einreise in die USA ausgeschlossen sind.
Politischer Hintergrund
Irans erstes WM-Spiel gegen Neuseeland am 15. Juni wird vor dem Hintergrund des US-Kriegs gegen den Iran ausgetragen, und zwar in einer Region, die die größte iranische Gemeinschaft außerhalb des Landes beherbergt. Die iranische Mannschaft hat ihr Basislager bereits von Tucson, Arizona, nach Tijuana, Mexiko, verlegt und wird nun für jedes ihrer drei Gruppenspiele in den USA international reisen. Während der Eröffnungszeremonie am Freitag im Los Angeles Stadium waren Buhrufe zu hören, als die iranische Flagge ins Stadion getragen wurde.
Visakontroverse
Von den 15 iranischen Delegationsmitgliedern, denen ursprünglich US-Visa verweigert wurden, reichten zehn nach ihrer Ankunft in Mexiko neue Anträge ein. Vier Einsprüche waren erfolgreich, sodass ein technischer Analyst und zwei Mitarbeiter der internationalen Abteilung des Verbandes einreisen durften. Die restlichen sechs wurden erneut abgelehnt: der Präsident des iranischen Fußballverbandes Mehdi Taj, ein Vizepräsident, zwei Teamadministratoren, ein Medienbeauftragter und ein Sicherheitsbeauftragter. Ein zweiter Medienbeauftragter entschied sich, keinen erneuten Antrag zu stellen. Die USA entzogen dem Iran außerdem die für die Gruppenspiele zugeteilten Eintrittskarten für Fans, obwohl die FIFA erklärt, sie arbeite daran, die Möglichkeiten für iranische Fans, an den Spielen teilzunehmen, zu maximieren.
Die Spieler des Iran sind beim Turnier willkommen, aber Personen mit Verbindungen zu den IRGC könnten Einreisebeschränkungen ausgesetzt sein.
Der Verband hatte der FIFA zuvor zehn Bedingungen für die Teilnahme vorgelegt, darunter die Zulassung von Personen, die ihren Wehrdienst bei den Islamischen Revolutionsgarden abgeleistet hatten. Im April war der Iran beim FIFA-Kongress in Vancouver nicht vertreten, nachdem Funktionären die Einreise an der kanadischen Grenze verweigert worden war. Die kanadischen Behörden verwiesen dabei auf die IRGC-Verbindungen von Delegationsmitgliedern.
Zwei Teams auf der Suche nach Geschichte
Der Iran nimmt zum vierten Mal in Folge und zum insgesamt siebten Mal an einer Weltmeisterschaft teil, hat aber noch nie die K.o.-Runde erreicht. Neuseeland, das zum ersten Mal seit 2010 wieder bei einer WM-Endrunde dabei ist und erst zum dritten Mal überhaupt antritt, ist noch auf der Suche nach dem ersten WM-Sieg. Die All Whites von 2010 verließen Südafrika ungeschlagen nach Unentschieden gegen die Slowakei, Italien und Paraguay. Das Spiel am Montag ist das erste WM-Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften und das erste Mal, dass eine von ihnen bei einem Turnier auf einen Gegner aus dem anderen Kontinentalverband trifft.
- Neuseeland besiegt Neukaledonien mit 3:0 und qualifiziert sich
- Iran spielt 2:2 gegen Usbekistan und sichert sich die Teilnahme
- Eröffnungszeremonie: Iranische Flagge im Los Angeles Stadium ausgebuht
- Spiel Iran gegen Neuseeland im Los Angeles Stadium
Irans Trainer Amir Ghalenoei, der erste im Iran geborene Trainer, der die Nationalmannschaft seit Jalal Talebi 1998 bei einer WM betreut, führte seine Mannschaft mit einem 2:2-Unentschieden gegen Usbekistan am 25. März 2025 durch die asiatische Qualifikation. Neuseeland sicherte sich einen Tag zuvor mit einem 3:0-Sieg gegen Neukaledonien im ozeanischen Finale das WM-Ticket.
Geste des guten Willens
In Mexiko-Stadt präsentierte Irans Spitzendiplomat die Präsenz des Teams in den Vereinigten Staaten als Geste des guten Willens im Rahmen der Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts.
Der Iran und die USA können sehr gute Freunde sein.
Auf der globalen Fan-Ausstellung im Chapultepec-Park bietet der iranische Stand traditionelles Gebäck und Perserteppiche an – eine Szene, die der Botschafter der Aufnahme gegenüberstellte, die die Mannschaft in den USA erfahren hat.
Weg in der Gruppe G
Nach dem Spiel gegen Neuseeland kehrt der Iran nach Los Angeles zurück, um am 21. Juni gegen Belgien zu spielen, und trifft dann am 26. Juni in Seattle auf Ägypten. Der politische Druck auf die Mannschaft wird wohl kaum nachlassen, da der US-Präsident Donald Trump seit Beginn des Konflikts im Februar als zurückhaltend gegenüber der Teilnahme des Landes beschrieben wird.

