
Iran warnt Schiffe, die neue Hormus-Route nutzen, vor „Konsequenzen“ – USA lehnen Gebühren ab
Die iranischen Revolutionsgarden drohen Schiffen, die die Straße von Hormus ohne Genehmigung durchqueren, mit „geeigneten Maßnahmen“ und verurteilen eine neue, von Oman koordinierte Route, während ein US-iranisches Abkommen über die freie Durchfahrt in sein 60-Tage-Fenster eintritt.
Hintergrund: Hormus nach dem Krieg
Die Straße von Hormus, eine schmale 30 km breite Wasserstraße zwischen Iran und Oman, wurde während des mehr als 100-tägigen US-iranischen Krieges vom Iran effektiv blockiert. Ihre Zukunft steht im Mittelpunkt laufender Gespräche. Eine letzte Woche unterzeichnete Absichtserklärung öffnet die Meerenge für den kommerziellen Verkehr, gewährt jedoch nur für 60 Tage freie Durchfahrt.
- Iran und Oman kündigen Prüfung möglicher Servicegebühren für die Verwaltung der Meerenge an; Marco Rubio lehnt während seines Golfbesuchs alle Gebühren ab.
- IRGC warnt, nicht genehmigte Durchfahrten seien inakzeptabel; liberianischer Tanker Stoic Warrior nutzt neue, von Oman koordinierte Route.
IRGC-Warnung und die „neue Route“
Am Donnerstag, dem 25. Juni, erklärte das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) jede nicht genehmigte Durchfahrt für „inakzeptabel und äußerst gefährlich“ und drohte mit „geeigneten Maßnahmen“ gegen nicht konforme Schiffe.
Die einzig autorisierte Route für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus ist die von der Islamischen Republik Iran bekannt gegebene Route.
Sie kritisierten eine neue Seeroute einer nicht genannten Autorität. Der einzige genehmigte Korridor verläuft entlang der iranischen Küste.
Ein Tanker wagt den Test
Der Warnung vorausgegangen war die Durchfahrt des unter liberianischer Flagge fahrenden Tankers Stoic Warrior am Donnerstag entlang einer Route nahe der omanischen Küste, die sich an der Küste der VAE entlangzieht und die Halbinsel Musandam umrundet. Diese Route, die in Zusammenarbeit mit der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation entwickelt wurde, umgeht die Kontrolle des IRGC und stößt auf iranischen Unmut.
Schiffe, die sich nicht daran halten, werden zur Rechenschaft gezogen.
Der Gebührenstreit
Der Iran plant, nach Ablauf der 60-tägigen kostenlosen Frist „droits de redevance“ (Servicegebühren) zu erheben, während die USA darauf bestehen, dass Hormus eine internationale Wasserstraße ist. Am Dienstag erklärten der Iran und Oman, sie würden mögliche Kosten für Verwaltungsdienste in der Meerenge prüfen. Außenminister Marco Rubio, der die Golfstaaten besuchte, bekräftigte, dass Washington keine Gebühren akzeptieren werde.
Diplomatische Spannungen
Der Streit unterstreicht die Nachkriegshebelwirkung: Teheran betrachtet die Kontrolle der Meerenge als Instrument, um Gegner und die Weltwirtschaft unter Druck zu setzen. Während die 60-Tage-Uhr tickt, könnten die neue Route und die Gebührendebatte die Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen erschweren.


