
Burnham: Irans Revolutionsgarden haben den Terrorplan von Fairford fast sicher gesteuert
Der britische Premierminister sagte im Unterhaus, der Plan sei wahrscheinlich im Iran koordiniert worden, während London zwei iranische Funktionäre sanktionierte und den iranischen Botschafter einbestellte.
Burnhams Einschätzung im Unterhaus
Premierminister Andy Burnham sagte am Montag, dem 12. Oktober, vor den Abgeordneten, der mutmaßliche Terrorplan auf dem Luftwaffenstützpunkt RAF Fairford sei höchstwahrscheinlich im Iran koordiniert und fast sicher von den Islamischen Revolutionsgarden gesteuert worden. Der Vorfall, den die britischen Behörden als versuchten Terroranschlag bezeichnen, ereignete sich Ende September in der Nähe des von den Vereinigten Staaten genutzten Stützpunkts in Gloucestershire. Burnham hatte diese These schon früher vertreten, doch am Montag fielen seine Vorwürfe gegen Teheran deutlicher aus. Er sagte, die Regierung werde ihre gesamte Bandbreite an Befugnissen gegen iranische kriminelle Netzwerke in Großbritannien und deren Finanzströme einsetzen.
Ich kann bestätigen, dass unsere Einschätzung lautet, dass der Plan höchstwahrscheinlich im Iran koordiniert und fast sicher von Irans Islamischer Revolutionsgarde gesteuert wurde.
Burnham warnte zudem, das Vereinigte Königreich werde solche Bedrohungen auf seinem Territorium nicht hinnehmen.
Wir werden diese Bedrohungen auf unserem Boden nicht dulden.
Sanktionen und diplomatische Reaktion
Am Montag kündigte Großbritannien Sanktionen gegen zwei iranische Staatsangehörige an, darunter ein hochrangiger Funktionär der Revolutionsgarden. Ruholá Bazghandi leitet die Abwehroperationen gegen Spionage in den Revolutionsgarden, während Shahram Ali Reza Tamarzadé Jakki beschuldigt wird, für das Zindashti-Netzwerk zu arbeiten, eine kriminelle Gruppe mit Verbindungen zu transnationaler Repression, einschließlich Tötungen im Ausland. Außenminister Ed Miliband erklärte in einer Stellungnahme, beide Männer stünden nun auf der britischen Sanktionsliste, weil sie feindliche Aktivitäten im Auftrag des iranischen Regimes ermöglicht oder daran teilgenommen hätten. Sie seien wegen ihrer Rolle bei der Bedrohung, Planung oder Durchführung von Anschlägen im Ausland gelistet worden. Miliband ordnete zudem an, Irans Botschafter in London, Ali Mousavi, einzuberufen, damit die Botschaft vollständig übermittelt werden könne. Teheran weist jede Beteiligung an dem Fall zurück.
Festnahmen und Kaution
Fünf Männer wurden am frühen Sonntag, dem 27. September, in der Nähe des Stützpunkts unter dem Verdacht von Terrorismus- und Sprengstoffdelikten festgenommen; The Independent beschreibt sie als britische Staatsbürger aus London in ihren Zwanzigern. Die fünf wurden später gegen Kaution freigelassen, ohne formelle Anklage, und die Polizei erklärte, sie prüfe, ob ein ausländischer Staat beteiligt gewesen sei. Zwei weitere Männer wurden später im Zuge der Ermittlungen festgenommen, womit sich die Gesamtzahl auf sieben Tatverdächtige erhöht: sechs britische Staatsbürger und ein britischer Staatsbürger, der zugleich die iranische Staatsangehörigkeit besitzt. Einige Berichte bezeichnen alle sieben als beschuldigt, einen Terroranschlag vorbereitet zu haben, doch Diário de Notícias berichtet, alle seien gegen Kaution freigelassen worden und niemand sei formell angeklagt worden.
- Fünf britische Männer in ihren Zwanzigern werden in der Nähe von RAF Fairford unter dem Verdacht von Terrorismus- und Sprengstoffdelikten festgenommen
- Zwei weitere Männer werden festgenommen, womit sich die Gesamtzahl auf sieben Tatverdächtige erhöht
- Burnham sagt vor den Abgeordneten, der Plan sei fast sicher von den Revolutionsgarden gesteuert worden, und Großbritannien sanktioniert zwei Iraner
Washingtons frühere Warnungen
Donald Trump sagte in der Woche des 5. Oktober, eine mit dem Iran verbundene Bedrohung habe zum Abzug von US-B-1-Bombern aus RAF Fairford geführt. US-Beamte sagten gegenüber Reuters, sie vermuteten einen iranisch verknüpften Plan für einen Drohnenangriff. Libertatea berichtet, die Revolutionsgarden hätten den Stützpunkt mehrere Monate zuvor bedroht, da er von US-Streitkräften für Operationen im Iran genutzt werde. Die Sanktionen und die Einberufung des Botschafters sind die jüngsten Schritte in einem Streit, den London nun direkt mit Teherans Sicherheitsdiensten verbindet.
