
USA erteilen Irans WM-Kader Visa – zehn Tage vor dem Auftakt, aber mindestens 15 Mitarbeiter abgewiesen
Die USA haben der iranischen Fußball-Nationalmannschaft Visa für die WM 2026 ausgestellt und damit wochenlange Ungewissheit nur zehn Tage vor ihrem Auftaktspiel in Los Angeles beendet. Mindestens 15 Teammitglieder wurden jedoch nicht ins Land gelassen.
Visa-Zusage beendet wochenlange Ungewissheit
Die iranische Fußball-Nationalmannschaft hat Visa für die Einreise in die USA zur FIFA-Weltmeisterschaft 2026 erhalten, wie US-Beamte am Freitag bestätigten. Die Genehmigung kommt nur zehn Tage vor dem Auftaktspiel des Iran in der Gruppe G gegen Neuseeland am 15. Juni in Los Angeles. Die Entscheidung wurde von US-Botschafter in der Türkei, Tom Barrack, bekannt gegeben, der auf X schrieb, dass die Botschaft in Ankara die Visa bearbeitet habe.
Wir sind stolz auf unser herausragendes Team an der US-Botschaft in Ankara, das die Visa für die iranische Fußballnationalmannschaft auf ihrem Weg zur FIFA-WM bearbeitet hat.
Barrack fügte hinzu, dass der Sport Grenzen überwinde und die USA sich darauf freuten, Teilnehmer und Fans aus aller Welt willkommen zu heißen. Das Außenministerium bestätigte später, dass auch das „notwendige Unterstützungspersonal“ Visa erhalten habe, warnte aber gleichzeitig, dass man der iranischen Mannschaft nicht erlauben werde, „dieses System zu missbrauchen, um Terroristen unter falschem Vorwand in die Vereinigten Staaten einzuschleusen.“
Ausgeschlossene Mitarbeiter und Sicherheitsbedenken
Trotz der Einreiseerlaubnis für die Spieler wurde mindestens 15 Mitgliedern des technischen und administrativen Stabs des Iran das US-Visum verweigert, wie Quellen gegenüber Al Jazeera berichteten. Zu den Abgewiesenen sollen Berichten zufolge Trainer, Techniker und Teamfunktionäre gehören. Einige der Personen waren von der FIFA offiziell akkreditiert. Die Ablehnungen erfolgen nach Warnungen von US-Außenminister Marco Rubio, der Abgeordneten mitteilte, dass die iranische Delegation keine Personen umfassen dürfe, die Verbindungen zu den Islamischen Revolutionsgarden haben.
Wir werden nicht zulassen, dass die iranische Mannschaft dieses System missbraucht, um Terroristen unter falschem Vorwand in die Vereinigten Staaten einzuschleusen.
Mehrere iranische Spieler haben ihren Wehrdienst bei den IRGC abgeleistet, einem einflussreichen Teil der iranischen Streitkräfte. Der iranische Fußballverband hat sich zu den Visa-Erteilungen noch nicht öffentlich geäußert.
Ein von Krieg überschattetes Turnier
Die Visa-Affäre spielte sich vor dem Hintergrund eines anhaltenden militärischen Konflikts zwischen den USA und dem Iran ab. Am 28. Februar starteten die USA und Israel einen Militärschlag gegen den Iran, der mit Angriffen auf regionale Ziele und einer Blockade der Straße von Hormus vergolten wurde. Am 8. April wurde eine Waffenruhe vereinbart, um Friedensverhandlungen zu ermöglichen, doch die Spannungen zwischen den beiden Ländern, die seit 1980 keine diplomatischen Beziehungen mehr unterhalten, bleiben hoch.
Die WM 2026 ist die erste Austragung, bei der ein Gastgeberland die Mannschaft eines Landes empfängt, mit dem es sich im Krieg befindet. FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte wiederholt darauf bestanden, dass der Iran teilnehmen werde, und erklärt, dass die Mannschaft qualifiziert sei und der Sport von der Politik getrennt bleiben solle.
Sie haben sich qualifiziert, die Spieler wollen spielen. Der Sport sollte außerhalb der Politik bleiben.
Iran verlegt Basis nach Mexiko
Aufgrund der Visum-Ungewissheit verlegte der Iran sein Trainingslager Ende Mai von Tucson, Arizona, nach Tijuana, Mexiko. Mehdi Taj, Präsident des iranischen Fußballverbands, bestätigte, dass die Mannschaft ihre Pässe bei der US-Botschaft in Ankara eingereicht habe. Die Mannschaft soll am Sonntag in Tijuana eintreffen. Mexiko hatte der iranischen Delegation bereits zu Beginn der Woche Visa erteilt.
Der Iran wird alle drei Gruppenspiele auf US-Boden bestreiten: gegen Neuseeland am 15. Juni in Los Angeles, gegen Belgien am 21. Juni ebenfalls in Los Angeles und gegen Ägypten am 27. Juni in Seattle. Die WM 2026, die erste mit 48 Mannschaften, dauert vom 11. Juni bis 19. Juli und findet in den USA, Kanada und Mexiko statt.
Politischer Streit um Teilnahme
Die Frage der iranischen Teilnahme hatte monatelange politische und diplomatische Debatten ausgelöst. Der iranische Sportminister Ahmad Donjamali sagte im März, die Teilnahme sei „absolut keine Option“, obwohl ein Regierungssprecher diese Position später zurücknahm. Der US-italienische Geschäftsmann und Trump-Vertraute Paolo Zampolli schlug im April vor, dass Italien, ein viermaliger Weltmeister, der die Qualifikation verpasst hatte, den Iran im Turnier ersetzen solle. Dieser Plan wurde von der FIFA abgelehnt.
Irans Botschafter in Mexiko, Abolfazl Pasandideh, hatte nur Stunden vor der Visabestätigung erklärt, die Mannschaft habe noch keine Einreisegenehmigung für die USA erhalten. Das Turnier 2026 ist die dritte WM, bei der der Iran und die USA fußballerisch aufeinandertreffen, nach den politisch aufgeladenen Begegnungen von 1998 und 2022.
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