
Durchgesickerter US-Iran-Entwurf verspricht Kriegsende, Sanktionserleichterungen und 300-Milliarden-Dollar-Wiederaufbaufonds
Ein von Bloomberg und Al Arabiya erhaltener Entwurf eines Rahmens zur Beendigung des US-Iran-Krieges sieht eine sofortige Waffenruhe, die Aufhebung der US-Marineblockaden und Sanktionen sowie einen 300-Milliarden-Dollar-Wiederaufbaufonds für den Iran vor.
Was der durchgesickerte Text enthüllt
Mehrere Medien veröffentlichten am Dienstag, was sie als den vollständigen 14-Punkte-Text einer Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran beschrieben, die am Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden soll. Das Dokument, das separat vom saudisch finanzierten Sender Al Arabiya und dem Finanzdienst Bloomberg beschafft wurde, ist weder von Washington noch von Teheran offiziell bestätigt worden. Ein hochrangiger Vertreter des Weißen Hauses habe den Text Reportern telefonisch vorgelesen, so die New York Post.
Ich möchte das sehr wichtige Dokument in den nächsten Tagen veröffentlichen.
Sofortige Waffenruhe an allen Fronten
Der erste Punkt erklärt eine sofortige und dauerhafte Einstellung der Militäroperationen an allen Fronten, einschließlich des Libanon. Beide Seiten und ihre Verbündeten verpflichten sich zu keinen feindseligen Handlungen, keiner Androhung oder Anwendung von Gewalt und zur Achtung der territorialen Integrität und Souveränität des Libanon. Das endgültige Abkommen soll diese dauerhafte Einstellung des Krieges bestätigen.
Maritime Sicherheit und Blockadeaufhebung
Nach dem Entwurf würden die Vereinigten Staaten unmittelbar nach der Unterzeichnung damit beginnen, ihre Seeblockade und sämtliche Behinderungen gegen den Iran aufzuheben, mit vollständiger Wiederherstellung der Schifffahrtskapazitäten innerhalb von 30 Tagen. Der Iran würde parallel dazu sofortige Maßnahmen ergreifen, um die sichere Durchfahrt von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus in beide Richtungen zu gewährleisten und den Verkehr innerhalb desselben 30-Tage-Zeitraums auf das Vorkriegsniveau zurückzuführen. Der Text stellt fest, dass der Iran Minen neutralisieren und technische Hindernisse beseitigen muss.
- Absichtserklärung in der Schweiz unterzeichnet; sofortige Waffenruhe an allen Fronten
- US-Seeblockade aufgehoben, Schifffahrt durch die Straße von Hormus auf Vorkriegsniveau wiederhergestellt
- Frist für den Abschluss des endgültigen Abkommens und des Wiederaufbaufonds-Mechanismus
- US-Streitkräfte aus Gebieten nahe des Iran abgezogen (30 Tage nach endgültigem Abkommen)
Wiederaufbaufonds und Sanktionserleichterungen
Die Absichtserklärung verpflichtet die USA gemeinsam mit Partnerländern, einen umfassenden Plan für den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Entwicklung des Iran auszuarbeiten und mindestens 300 Milliarden Dollar an Finanzmitteln zu sichern. Der Umsetzungsmechanismus soll innerhalb von 60 Tagen entwickelt und Teil des endgültigen Abkommens werden. Die USA verpflichten sich außerdem, alle derzeit geltenden Sanktionen aufzuheben, einschließlich derer aus Resolutionen des UN-Sicherheitsrats, der IAEA und aller einseitigen US-Maßnahmen, und zwar nach einem Zeitplan, der im endgültigen Abkommen festgelegt werden soll.
Nukleare Zusage und Überwachung
Der Entwurf besagt, dass der Iran bekräftigt, niemals Atomwaffen herzustellen. Die Frage von hochangereichertem Uran und anderen im gegenseitigen Einvernehmen festgelegten Nuklearfragen, einschließlich des iranischen Nuklearbedarfs, soll im endgültigen Abkommen angemessen behandelt werden. Ein gemeinsamer Überwachungsmechanismus würde die Umsetzung überwachen, und das gesamte Paket würde durch eine verbindliche Resolution des UN-Sicherheitsrats untermauert.
Reaktionen und nächste Schritte
Die Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen sollen innerhalb von 60 Tagen abgeschlossen sein, mit der Möglichkeit einer Verlängerung im gegenseitigen Einvernehmen. Die USA würden ihre Streitkräfte innerhalb von 30 Tagen nach dem endgültigen Abkommen aus den Gebieten nahe des Iran abziehen. In der Zwischenzeit wies die iranische Nachrichtenagentur Tasnim die Bloomberg-Version als unvollständig zurück, berief sich auf ungenannte Quellen und erklärte, der vollständige Text werde erst bei der Unterzeichnung am Freitag veröffentlicht.


