Nepal-Überschwemmungen: Zahl der Todesopfer erreicht 1.252, Ingenieure leiten Tunnelrettungen per WhatsApp
Rettungskräfte im nepalesischen Trishuli-Tal durchsuchen verschüttete Wasserkrafttunnel, nachdem eine Gletscherflut am 26. August 1.252 bestätigte Tote und 4.200 Vermisste hinterlassen hat, und nutzen dabei Echtzeit-Pläne eines 500-köpfigen Ingenieur-Netzwerks.
Unterirdische Suche im Trishuli-Tal
Mehr als eine Woche, nachdem am 26. August eine Sturzflut das nepalesische Trishuli-Tal hinabfegte, nutzen Rettungsteams technische Pläne, die über eine 500-köpfige Messaging-Gruppe geteilt werden, um eingeschlossenes Personal zu lokalisieren. Schätzungsweise 900 Arbeiter bleiben in sechs Wasserkraftwerken vermisst, von denen sich mindestens drei zum Zeitpunkt der Flutwelle im Bau befanden. Die Flut lagerte 2,2 Millionen Tonnen Schlamm, Gestein und Geröll auf dem Talboden ab und begrub so Kraftwerkszugänge und Krafthauseingänge nahe der chinesischen Grenze. Regierungsteams forderten über WhatsApp Grundrisse des verschütteten 22-Megawatt-Kraftwerks Chilime an und erhielten innerhalb von Minuten strukturelle Pläne sowie Koordinaten von Zugangsschächten von Netzwerkingenieuren. Bislang wurden keine Überlebenden in den unterirdischen Netzwerken gefunden, obwohl die Rettungsteams mit schwerem Erdbewegungsgerät und Hubschrauberunterstützung weiterhin Blockaden beseitigen.
Armeeangehörige berichteten, dass die Sedimentmenge die unterirdische Topographie physisch verformt habe.
Die Flut hat das Gelände um die Tunnel herum verändert und ihre Struktur verändert, während sich Schlamm, Steine, Erde und anderer Schutt im Inneren angesammelt hatten.
- Ein Beben der Stärke 5,2 löst einen Gletscherkollaps und einen Schuttstrom im Trishuli-Tal aus
- Rettungskräfte fordern Baupläne des Chilime-Kraftwerks in der 500-köpfigen Ingenieur-WhatsApp-Gruppe an
- IPPAN meldet, dass mindestens acht Arbeiter im Chilime-Werk eingeschlossen sein könnten
- Lord Wood of Anfield teilt dem britischen Parlament mit, dass 36 britische Staatsangehörige vermisst werden
- Nepal verzeichnet 1.252 Tote und 4.200 Vermisste, während Mitglieder der Londoner Gemeinde eine Mahnwache abhalten
Opferzahlen und eingeschlossenes Personal
Das nepalesische Außenministerium bestätigte 1.252 Todesfälle und etwa 4.200 Vermisste in der betroffenen Bergregion. Die Zahl der Vermissten umfasst 590 ausländische Staatsangehörige aus 34 Ländern. Branchenverbände deuten darauf hin, dass sich Dutzende von Mitarbeitern noch in versiegelten Kraftwerkskammern befinden könnten. Der Verband der unabhängigen Stromproduzenten Nepals (IPPAN) berichtete, dass mindestens acht Menschen in Chilime eingeschlossen sein könnten, während Beamte der Nepal Electricity Authority schätzten, dass sich 46 Arbeiter im flussabwärts gelegenen Kraftwerk Rasuwagadhi befinden könnten. In London informierte Außenminister Lord Wood of Anfield das Oberhaus darüber, dass 36 britische Staatsbürger vermisst werden, eine gegenüber der ursprünglichen Zahl von 33 erhöhte Zahl.
- Bestätigte Todesfälle
- 1252 Personen
- Vermisste insgesamt
- 4200 Personen
- Vermisste in Kraftwerken
- 900 Personen
- Vermisste ausländische Staatsangehörige
- 590 Personen
Seismischer Auslöser und Gletscherkollaps
Daten des United States Geological Survey deuten darauf hin, dass ein seismisches Ereignis der Stärke 5,2 nahe der nepalesisch-chinesischen Grenze der Katastrophe vorausging. Das Beben löste einen Gletscherkollaps und einen Schuttstrom aus, der durch das Trishuli-Einzugsgebiet fegte. Sekundäre Gefahren erschwerten anfängliche Rettungseinsätze, als sich Wasser hinter neu entstandenen Schutzdämmen staute und temporäre Gletscherseen bildete, die sekundäre Ausbrüche drohten. Akademische Beobachter, darunter Professorin Lyla Mehta vom Institute of Development Studies, stellten fest, dass das Fehlen automatischer Frühwarnnetze in der Region die Zahl der Todesopfer im Vergleich zu ähnlichen alpinen Gletscherereignissen in der Schweiz erhöhte.
Gedenkfeiern und internationale Reaktionen
Expatriate-Gemeinschaften und Interessengruppen hielten Gedenkgottesdienste ab, während die Bergungsarbeiten im Himalaya fortgesetzt wurden. Im Südosten Londons versammelten sich am Donnerstag rund 50 Menschen im Panas Gurkha Restaurant in Blackheath zu einer Mahnwache bei Kerzenlicht, um eine Schweigeminute für die Opfer zu halten. Die Schauspielerin Dame Joanna Lumley, Schirmherrin von Doctors for Nepal und stellvertretende Schirmherrin des Gurkha Welfare Trust, nahm an der Versammlung teil und sprach über die Umweltfaktoren, die die Stabilität hochgelegener Gletscher beeinflussen.
Diese Katastrophen, das Abschmelzen der großen Himalaya-Gletscher, ist nichts, wovon wir nicht schon gehört und worüber wir nicht schon nachgedacht hätten.
Die Rettungsarbeiten konzentrieren sich weiterhin auf die Räumung von Tunnelportalen entlang des Trishuli-Korridors, bevor die saisonalen Bedingungen sich weiter verschlechtern.


