Französische Ermittler untersuchen Schienenfragment nach Zugentgleisung in der Normandie mit 44 Verletzten
Ein Regionalzug mit 186 Fahrgästen entgleiste nahe Rouen, nachdem er auf ein 300 kg schweres Schienenstück prallte. Dies löste parallele gerichtliche und technische Untersuchungen zu möglichem Fremdverschulden aus.
Kollision und Notfallmaßnahmen
Am Freitag, den 11. September 2026, gegen 19:45 Uhr, entgleiste ein zweiteiliger Regionalzug auf der Strecke von Rouen nach Caen nahe der Gemeinde Cléon im Département Seine-Maritime. Der Zug beförderte 186 Fahrgäste, als er auf ein Hindernis auf den Gleisen zwischen den Bahnhöfen Tourville und Elbeuf-Saint-Aubin prallte. Der Triebfahrzeugführer entdeckte das Hindernis, das leicht schräg auf dem Gleis lag, und leitete eine Notbremsung ein, wodurch die Aufprallgeschwindigkeit verringert wurde. Bei dem Zusammenstoß wurden 44 Fahrgäste verletzt, darunter eine 18-jährige Frau, die schwere Verletzungen erlitt und per Hubschrauber in das Universitätsklinikum Rouen gebracht wurde. Die übrigen 43 Verletzten wurden mit leichteren Verletzungen behandelt. Bis Montag, den 14. September, befanden sich noch zwei Personen im Krankenhaus; die medizinischen Behörden bestätigten, dass alle Verletzten außer Lebensgefahr seien. Der Triebfahrzeugführer erstattete nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus offiziell Strafanzeige.
Forensische Untersuchung und materielle Beweise
Die Ermittler identifizierten das Hindernis als ein fünf Meter langes Schienenstück mit einem Gewicht von fast 300 Kilogramm, das beim Aufprall in Dutzende von Fragmenten zerbrach. Die nationale Kriminalpolizei dokumentierte den Unfallort vom Entgleisungspunkt zurück bis zum ersten Aufprallpunkt, um biologische Spuren, Fingerabdrücke und technische Merkmale zu sichern. Der Fahrtenschreiber des Zuges wurde für eine detaillierte Auswertung durch Unfallsachverständige sichergestellt, während die Kriminalpolizei in Rouen begann, Überwachungskameras und Mobilfunkdaten in der Umgebung auszuwerten.
Weil er es gesehen hat, konnte er sehr stark bremsen und zweifellos eine viel schwerwiegendere Tragödie verhindern.
Staatsanwalt Sébastien Gallois erklärte, die Behörden hätten nicht feststellen können, wie das schwere Metallstück auf die Gleise gelangte oder ob der Vorfall vorsätzlich herbeigeführt wurde.
Wir wissen absolut nichts. Wir wissen nicht, wie lange dieses Schienenstück dort gelegen hat, wir wissen nicht, wie es dort platziert worden sein könnte. Wir wissen auch nicht, warum es platziert worden sein könnte, und wir wissen noch weniger, von wem es platziert worden sein könnte.
Ermittlungsumfang und parallele Untersuchungen
Die französischen Behörden leiteten zwei parallele Untersuchungen zu der Entgleisung ein. Verkehrsminister Philippe Tabarot bestätigte, dass die Behörde für Untersuchungen von Landverkehrsunfällen (BEA-TT) eine unabhängige technische Untersuchung eingeleitet habe, die parallel zu dem laufenden strafrechtlichen Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Rouen durchgeführt werde. Innenminister Laurent Nuñez erklärte am Sonntag, falls der Vorfall auf eine böswillige Handlung zurückzuführen sei, stelle dies eine sehr schwere Straftat dar. Die Ermittler schließen keine Hypothese aus und prüfen Möglichkeiten von vorsätzlicher Sabotage über technische Fahrlässigkeit bis hin zu Metalldiebstahl. Arnaud Aymé, Verkehrsexperte bei Sia Partners, bemerkte, dass Entgleisungen dieses Ausmaßes im französischen Schienennetz selten seien, und verwies auf den letzten vergleichbaren Vorfall in Brétigny-sur-Orge im Jahr 2013.
Bergung und Netzstörungen
Bergungsteams der SNCF Réseau begannen am Sonntagmittag mit vorbereitenden Räumungsarbeiten, die sich auf das Entfernen von Gestrüpp konzentrierten, um Kranzugänge rund um die Gleise freizumachen. Schwere Bergungsarbeiten zum Anheben der entgleisten Waggons mit Spezialkränen sollen am Dienstag, den 15. September, beginnen und voraussichtlich mindestens eine Woche dauern. Der Zugverkehr zwischen Rouen und regionalen Zielen blieb am Montag eingestellt, sodass Ersatzbusse in Saint-Aubin-lès-Elbeuf eingesetzt werden mussten, was die Reisezeit der Fahrgäste um etwa dreißig Minuten verlängerte.
- TER-Zug mit 186 Fahrgästen entgleist nahe Cléon nach Aufprall auf ein Schienenhindernis.
- SNCF Réseau beginnt mit vorbereitenden Gestrüppräumungsarbeiten zur Vorbereitung der Unfallstelle.
- Forensische Analyse der Schienentrümmer wird fortgesetzt, während Ersatzbusse den Personenverkehr übernehmen.
- Kranbergungsarbeiten beginnen, um die entgleisten Zugwaggons über mindestens eine Woche anzuheben.

