
Ikea weitet Marktplatz für Gebrauchtmöbel auf Großbritannien, Irland und Deutschland aus
Die Ingka Group rollt ihre Gebrauchtplattform im Vereinigten Königreich und in Irland aus, bevor sie am 14. Oktober in Deutschland startet. Kunden können dort gebrauchte Möbel handeln und erhalten optional einen Bonus von 15 % in Form einer Geschenkkarte.
Expansion auf europäische Märkte
Die Ingka Group, der größte Einzelhändler, der weltweit Ikea-Filialen betreibt, weitet ihren Peer-to-Peer-Marktplatz für Gebrauchtmöbel auf das Vereinigte Königreich und Irland aus; der offizielle Start in Deutschland ist für den 14. Oktober 2026 geplant. Die Plattform ermöglicht registrierten Kunden, gebrauchte Ikea-Möbel direkt an andere Verbraucher zu verkaufen. Die Markttests für die digitale Tauschbörse begannen ursprünglich im Juni 2024 in Madrid und Oslo. Mit Deutschland wird die Wiederverkaufsplattform in neun europäischen Ländern aktiv sein und baut auf laufenden Diensten in Schweden, Spanien, Norwegen, Belgien, Luxemburg, Portugal und Polen auf.
- Erste Pilotversuche beginnen in Madrid und Oslo
- Marktplatz startet im Vereinigten Königreich und in Irland
- Plattform wird auf Kunden in Deutschland ausgeweitet
- Tests für die Integration des Online-Rückkaufs beginnen in Spanien und Portugal
- Käuferschutzgebühr von fünf Prozent tritt in Kraft
Funktionen und Preisgestaltung des Marktplatzes
Der Marktplatz steht Mitgliedern des Kundenbindungsprogramms Ikea Family offen. Verkäufer erstellen Angebote, indem sie Artikel scannen, Fotos hochladen oder ihre frühere Kaufhistorie durchsuchen; das System füllt automatisch Produktmaße, Montageanleitungen, Pflegehinweise und Katalogbeschreibungen aus. Artikel auf der Plattform werden im Schnitt mit 60 % Rabatt gegenüber den Neupreisen verkauft, wobei Verkäufer die vorgeschlagenen Preise anpassen können. Bestimmte Kategorien sind vom Wiederverkauf ausgeschlossen, namentlich Matratzen, Haushaltsgeräte und Lebensmittel. Verkäufer können sich in bar bezahlen lassen oder eine digitale Ikea-Rückerstattungskarte wählen, die einen Aufschlag von 15 % auf den endgültigen Verkaufswert enthält. Käufer können über das System zudem kostenlose Ersatzteile bestellen, etwa Wandbefestigungswinkel.
Integration von Rückkaufprogrammen und Logistik
Neben dem Peer-to-Peer-Handel testet Ikea eine engere Verzahnung mit seinem Rückkaufprogramm in den Filialen, das 2021 eingeführt wurde, damit Kunden gebrauchte Artikel gegen Guthaben zurückgeben können. Ende Dezember 2026 sollen Tests in Spanien und Portugal Verkäufern ermöglichen, beim Erstellen eines Online-Angebots direkt ein automatisches Rückkaufangebot von Ikea zu erhalten. Kunden können dann entscheiden, ob sie privat verkaufen oder den Artikel in einer Filiale abgeben. In Portugal und Schweden testet das Unternehmen Lieferpartnerschaften, um Nutzern den Transport großer Möbel zwischen Wohnungen zu erleichtern. Greg Lucas, Nachhaltigkeitsmanager von Ikea UK und Irland, erläuterte die Verbrauchernachfrage, die hinter der Initiative steht:
Die Art und Weise, wie Menschen ihre Wohnungen einrichten, hat sich verändert. Ob sie umziehen, neu dekorieren oder ein bestimmtes Stück suchen – immer mehr Kunden ziehen gebrauchte Möbel neben neuen in Betracht und suchen aktiv nach Stücken, die ihrem Zuhause eine persönliche Note geben.
Wettbewerb und Einführung von Gebühren
Der Markt für gebrauchte Haushaltswaren im Vereinigten Königreich hat einen Wert von mehr als 4,5 Milliarden Pfund und wächst jährlich um rund 6,5 %. Ikea-Produkte machen derzeit etwa 9 % aller Möbel aus, die auf britischen Gebrauchtmarktplätzen gehandelt werden, und der Einzelhändler schätzt, dass Gebrauchtwaren im kommenden Jahr 16 % des britischen Marktes für Haushaltswaren erreichen könnten. Transaktionen auf der Plattform sind zum Start kostenlos, doch Ikea plant zum 1. Januar 2027 eine Käuferschutzgebühr von 5 %, um Transaktionsabwicklung und Kundenservice zu decken. Die Initiative dient zugleich als Kanal zur Kundengewinnung: Die Ingka Group meldet, dass 25,5 % der Marktplatznutzer neue oder reaktivierte Ikea-Family-Mitglieder sind. Ikea Schweiz hatte zuvor Interesse an der Plattform im Rahmen des Ziels bekundet, bis 2030 ein Kreislaufunternehmen zu werden; eine Entscheidung über einen Start in der Schweiz steht jedoch noch aus.
- Durchschnittlicher Rabatt gegenüber Neuware
- 60 %
- Neue oder reaktivierte Family-Nutzer
- 25.5 %
- Prognostizierter Marktanteil für Gebrauchthaushaltswaren in UK
- 16 %
- Aufschlag bei Geschenkkarten-Auszahlung
- 15 %
- Ikea-Anteil am britischen Gebrauchtmöbelverkauf
- 9 %
- Jährliches Wachstum des britischen Gebrauchtmarktes
- 6.5 %
- Käuferschutzgebühr ab 2027
- 5 %


