
Griechisches Gericht ordnet Untersuchungshaft für einen Panathinaikos-Fan an, sieben weitere in Verfahren wegen krimineller Organisation freigelassen
Acht von zehn festgenommenen Panathinaikos-Anhängern sagten heute in Athen aus und bestritten die Anklagepunkte der Bildung einer kriminellen Bande. Einer wurde in Untersuchungshaft genommen, sieben unter Auflagen freigelassen, zwei mutmaßliche Anführer erscheinen morgen.
Gerichtstermine
Zehn organisierte Anhänger von Panathinaikos wurden am Montag, dem 6. Juli 2026, einem Ermittler am Gericht von Evelpidon in Athen vorgeführt. Acht von ihnen gaben ihre Aussagen ab, während zwei weitere, die in der Fallakte als führende Rollen beschrieben werden, eine Verlängerung bis Dienstag zur Vorbereitung ihrer Verteidigung beantragten und erhielten.
Nach den Anhörungen wurde einer der acht als fluchtgefährdet oder gefährlich eingestuft und in Untersuchungshaft genommen. Die übrigen sieben wurden freigelassen, in einigen Fällen mit Auflagen wie regelmäßiger Meldepflicht auf einer Polizeiwache oder einem Stadionverbot.
Anklagepunkte
Allen zehn wird eine schwere Anklage vorgeworfen, die acht Straftaten (Felony) und acht Vergehen umfasst. Die Straftaten umfassen Gründung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation, Besitz und Herstellung von Sprengstoff, Raub, Brandstiftung, schwere Körperverletzung und Drogenhandel. Zu den Vergehen zählen Störung des öffentlichen Friedens, Schlägereien, Sachbeschädigung und illegaler Waffenbesitz. Mehrere Taten werden nach den erschwerten Bestimmungen des griechischen Sportgesetzes verfolgt.
Aussagen der Angeklagten
Nach Informationen aus dem Gericht bestritten alle acht, die aussagten, die Vorwürfe. Sie lehnten die Existenz einer kriminellen Organisation ab und bezeichneten sich selbst als normale Fans, nicht als organisierte Hooligans. Ein 20-jähriger Angeklagter sagte, er sei beim Spiel gegen Atromitos gewesen, habe sich aber zurückgehalten, weil er Angst hatte, und die bei ihm gefundenen Drogen seien für den Eigengebrauch gewesen. Ein anderer Angeklagter stellte in Frage, wie der Vorwurf der kriminellen Organisation belegt werden könne, und bestritt, Drogen zu handeln. Ein 19-Jähriger behauptete, er sei Opfer eines Angriffs und nicht Täter, und habe in einer früheren Aussage aus Angst vor Verstrickung gelogen.
Nächste Schritte
Die beiden Verdächtigen, die eine Fristverlängerung erhielten, sollen am Dienstag, dem 7. Juli, aussagen. Nach ihren Aussagen entscheiden Ermittler und Staatsanwalt, ob auch sie in Haft genommen oder unter Auflagen freigelassen werden. Der Fall geht auf eine polizeiliche Ermittlung zurück, die ein Netzwerk aufdeckte, das Angriffe auf rivalisierende Fans organisiert haben soll und in Raubüberfälle, Drogendelikte und Sprengstoffvergehen verwickelt war.


