
Explosion erschüttert Wohnhaus in Monaco nahe der französischen Grenze – zwei Schwerverletzte bei mutmaßlichem Anschlag
Eine Explosion in einem Wohnhaus in Monaco am Montagabend verletzte eine Familie mit drei Mitgliedern, zwei davon lebensgefährlich, bei einem von den Behörden als vorsätzlichen Angriff beschriebenen Vorfall.
Die Explosion
Gegen 21:00 Uhr Ortszeit am Montag erschütterte eine Explosion die Eingangshalle eines Wohnhauses in der Rue Révérend Père Louis Frolla, nahe der Grenze zwischen Monaco und Frankreich. Monacos Staatsminister Christophe Mirmand teilte AFP mit, der Knall sei durch einen Sprengsatz verursacht worden und „sehr wahrscheinlich ein Anschlag“. Überwachungskameraaufnahmen zeigten demnach einen Verdächtigen, der eine Tasche oder ein Paket in der Eingangshalle ablegte, bevor er ging.
Der Sprengsatz enthielt laut Mirmand offenbar Schrauben und Kügelchen. Drei Personen wurden verletzt: ein Ehepaar in den 50ern oder 60ern erlitt lebensbedrohliche Verletzungen, ein 13-jähriger Junge, der vermutlich mit ihnen verwandt ist, erlitt weniger schwere Wunden.
Dies ist nach meinem Wissen das erste Mal in der Geschichte, dass ein solcher Akt im Fürstentum stattgefunden hat.
Opfer und Nationalitäten
Französische Medien wie Le Figaro und BFMTV berichteten, dass es sich bei den Opfern um eine ukrainische Familie handelt. Le Monde und La Repubblica fügten hinzu, dass einer der schwer verletzten Erwachsenen ein in Kiew ansässiger Oligarch sein könnte, allerdings bestätigten die Behörden Monacos die Nationalitäten der Opfer nicht. Der Zustand des Ehepaars wurde als kritisch beschrieben, die Verletzungen des Teenagers als weniger schwer.
Großfahndung im Gange
Nach der Explosion floh der Verdächtige offenbar zu Fuß in die französische Stadt Beausoleil, die direkt jenseits der Grenze liegt. Eine Großfahndung wurde eingeleitet, an der französische und monegassische Sicherheitskräfte beteiligt waren. Monaco aktivierte den „Roten Plan“, ein spezielles Notfallprotokoll für größere Zwischenfälle, und Polizei- und Rettungskräfte wurden zum Ort des Geschehens entsandt.
Generalstaatsanwalt Stéphane Thibault erklärte, der Verdächtige habe das Gebäude betreten, die Tasche oder das Paket in der Eingangshalle zurückgelassen und sei dann vor der Detonation gegangen. Ein Motiv wurde nicht festgestellt.
Reaktionen
Der Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, dessen Stadt etwa 20 Kilometer von Monaco entfernt liegt, bezeichnete den Vorfall in sozialen Medien als „Anschlag“ und drückte seine Solidarität aus. Er sprach von einer „Tragödie, die Monaco erschüttert“. Der Präsident des Nationalrates von Monaco und ein enger Vertrauter von Fürst Albert II. trafen ebenfalls am Ort des Geschehens ein.
Eine Tragödie, die Monaco erschüttert.


