KI-generiert·Mehr erfahren
© De Morgen
Gesundheit & Bildung·vor 3 Std.

Fast alle Passagiere und Besatzungsmitglieder des Kreuzfahrtschiffs Hondius nach tödlichem Hantavirus-Ausbruch aus Quarantäne entlassen

Fast alle Passagiere und Besatzungsmitglieder der MV Hondius, des Kreuzfahrtschiffs, das im April von einem Hantavirus-Ausbruch betroffen war, wurden aus der Quarantäne entlassen und können nach Hause zurückkehren, gab die Weltgesundheitsorganisation am Donnerstag bekannt, da die letzten Isolationsfristen auslaufen.

Ausbruch und Opfer

Im April brach an Bord der unter niederländischer Flagge fahrenden MV Hondius während einer Polarexpeditionskreuzfahrt, die am 1. April von Ushuaia, Argentinien, ablegte, das Hantavirus aus. Das Schiff beförderte rund 150 Passagiere aus 23 Ländern. Die Gesundheitsbehörden bestätigten später 12 Fälle und einen wahrscheinlichen Fall des Andes-Stammes des Hantavirus, der einzigen Variante, von der bekannt ist, dass sie gelegentlich zwischen Menschen übertragen wird. Drei Menschen starben an der Infektion: ein niederländisches Paar und ein deutscher Passagier. Seit dem 2. Mai wurden keine neuen Fälle oder Todesfälle gemeldet.

Quarantäne und internationale Reaktion

Nach dem Ausbruch wich das Schiff nach Teneriffa auf den spanischen Kanarischen Inseln aus, wo die meisten Passagiere unter besonderen Sicherheitsprotokollen evakuiert wurden. Die Hondius legte dann am 18. Mai mit einer Rumpfbesatzung in Rotterdam an, die Wochen der Quarantäne gegenüberstand. Passagiere und Besatzungsmitglieder aus mehreren Ländern, darunter den Niederlanden, Irland, Kanada, Frankreich und Spanien, wurden ebenfalls in ihren Heimatländern isoliert. Am Donnerstag gab WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bekannt, dass fast alle in den Niederlanden unter Quarantäne Gestellten nun nach Hause zurückkehren dürfen, einschließlich Nicht-Staatsangehöriger.

Da seit dem 2. Mai keine neuen Fälle oder Todesfälle gemeldet wurden, bleibt die Lage stabil.

Deutsche Kontaktpersonen beenden Isolation

Die deutschen Gesundheitsbehörden bestätigten, dass die letzten unter Quarantäne Gestellten in den kommenden Tagen freigelassen werden. Eine Person aus der Region Heilbronn wird bis zum Wochenende aus der Isolation entlassen, während ein Kontakt aus Mittelsachsen ebenfalls erwartet, die Quarantäne bald zu beenden. In Bayern hat einer von zwei engen Kontakten die Quarantäne bereits verlassen, der zweite soll bis Samstag freigelassen werden. Berliner Beamte teilten mit, dass ein überwachter Kontakt ebenfalls kurz vor dem Ende des Isolationszeitraums stehe. Diese Zeitpläne entsprechen der WHO-Empfehlung, die Überwachung bis zum 21. Juni aufrechtzuerhalten.

Ursprung und Ermittlungen

Trotz umfangreicher Bemühungen bleibt der genaue Ort der Exposition der Passagiere unbekannt. Die Hondius stach am 1. April von Ushuaia aus in See, und die argentinischen Gesundheitsbehörden, darunter das Malbrán-Forschungsinstitut, stellten in der Gegend Nagetierfallen auf. Sie fanden keine Exemplare der Langschwanz-Zwergreisratte (Oligoryzomys longicaudatus), des Hauptreservoirs des Andes-Virus. Ähnliche Durchsuchungen in der Provinz Mendoza ergaben ebenfalls keine verdächtigen Nagetiere. Gesundheitsbeamte merken an, dass das verstorbene niederländische Paar vor der Einschiffung durch Argentinien, Chile und Uruguay gereist war, aber die Infektionsquelle wurde nicht identifiziert.

Schiffsreinigung und Inselwarnung aufgehoben

Die Hondius wurde gründlich gereinigt und desinfiziert und erhielt am 30. Mai die Freigabe, den Betrieb wieder aufzunehmen; seitdem ist sie zu einer neuen Expedition ausgelaufen. Am 8. Juni beendete die abgelegene britische Insel St. Helena, auf der viele Passagiere von Bord gegangen waren, ihre Erklärung eines schwerwiegenden Vorfalls. Die Regierung der Insel bestätigte, dass alle identifizierten Kontaktpersonen ihre obligatorischen 42-tägigen Isolationszeiten erfolgreich abgeschlossen hatten und keine weitere Gefahr für die Öffentlichkeit bestehe.

Zeitleiste des Hondius-Hantavirus-Ausbruchs
  1. Hondius verlässt Ushuaia, Argentinien
  2. Letzter Neuerkrankungs- und Todesfall gemeldet; Ausbruch als stabil betrachtet
  3. Schiff legt in Rotterdam an; Rumpfbesatzung beginnt Quarantäne
  4. Schiff desinfiziert und für neue Expedition freigegeben
  5. St. Helena beendet Erklärung eines schwerwiegenden Vorfalls; alle 42-tägigen Isolationen abgeschlossen
  6. WHO gibt bekannt, dass fast alle Passagiere und Besatzung nach Hause können
  7. Von der WHO empfohlener Überwachungszeitraum läuft ab
Ushuaia · Teneriffa · Rotterdam · St. Helena

6 Quellen

Pollar Weekly abonnieren

Die Woche in Nachrichten, jeden Freitag. Kostenlos.

Kostenlos. Kein Tracking, keine Werbung. Jederzeit abbestellbar.

Mehr aus Gesellschaft & Wissenschaft