Hessen bereitet sich auf weitere Hitzewelle vor: Temperaturen bis 35°C, Gesundheitsdienste aktivieren Kühlmaßnahmen
Nach einer kurzen kühleren Phase steht Hessen vor einer erneuten Hitzewelle. Der Deutsche Wetterdienst sagt für heute 33°C und für Samstag 35°C voraus. Die Behörden haben Hotlines, Kühlräume und Hilfsangebote für gefährdete Gruppen aktiviert.
Hitze kehrt nach Hessen zurück
Die Temperaturen in Hessen sollen nach einer kurzen kühleren Phase wieder stark ansteigen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet heute, am 10. Juli, Höchstwerte von 33°C im Süden des Landes und am Samstag, den 11. Juli, 35°C. Die Hitze folgt auf eine frühere Hitzewelle, die nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Ende Juni schätzungsweise 600 hitzebedingte Todesfälle in Hessen verursacht haben könnte, eine Rate von 9,5 pro 100.000 Einwohner.
- 2026-07-10
- 33 °C
- 2026-07-11
- 35 °C
Gesundheitsrisiken und Warnungen
Der AOK-Arzt Christoph Stein warnte, dass viele Menschen die Gefahr unterschätzen. „Hitze ist nicht nur eine Frage des Wohlbefindens; sie kann medizinisch relevant werden, besonders nachts, bei Flüssigkeitsmangel und über mehrere Tage hinweg“, sagte er. Zu den Warnsignalen gehören ungewöhnliche Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Muskelkrämpfe, trockener Mund und dunkler Urin. „Viele Menschen denken erst an Gefahr, wenn Kreislaufkollaps oder Hitzschlag eintreten. Dann ist es bereits sehr kritisch“, fügte Stein hinzu.
Hitze ist nicht nur eine Frage des Wohlbefindens; sie kann medizinisch relevant werden, besonders nachts, bei Flüssigkeitsmangel und über mehrere Tage hinweg.
Hilfstelefone und Kontaktaufnahme
Die gesetzlichen Krankenkassen und Kommunen haben Unterstützungssysteme eingerichtet. Die AOK, Hessens größte gesetzliche Krankenkasse, betreibt ein medizinisches Servicetelefon (0800/1265265), bei dem ein Ärzteteam die Fragen der Versicherten zur Hitze beantwortet. Die Kasse nutzt an heißen Tagen auch ihre Website und sozialen Medien, um auf unterschätzte Gesundheitsrisiken hinzuweisen, und richtet sich mit maßgeschneiderten Ratschlägen an gefährdete Gruppen wie chronisch Kranke.
Mehrere Landkreise betreiben spezielle Hitzetelefone. Im Main-Kinzig-Kreis kontaktieren Mitarbeiter registrierte Teilnehmer, wenn der DWD eine offizielle Hitzewarnung herausgibt, und geben Tipps zum Umgang mit hohen Temperaturen. Wenn gesundheitliche Probleme offensichtlich sind, können mit Einwilligung Angehörige oder der Hausarzt informiert werden. Die Stadt Offenbach startete während der Hitzewelle Ende Juni einen ähnlichen Dienst, bei dem vier ehrenamtliche Seniorenberater registrierte Einwohner beraten.
Kühlräume und Hilfe für Obdachlose
Wiesbaden öffnet an Tagen, an denen Temperaturen von mindestens 30°C vorhergesagt werden, den Raum 22 im Rathaus. Der klimatisierte Raum bietet Sitzgelegenheiten und Trinkwasser. Ein Hitzebus für Obdachlose wird ebenfalls unter den in ganz Hessen verfügbaren Maßnahmen genannt.


