Missbrauchsvorwürfe von Paris Hilton führen zum Lizenzentzug der Provo Canyon School in Utah nach jahrzehntelangen Beschwerden
Der Provo Canyon School in Springville, Utah, wurde von den Gesundheitsbehörden des Bundesstaates die Lizenz entzogen, nachdem jahrelang Missbrauchsvorwürfe laut geworden waren, unter anderem von Paris Hilton, die angab, dort als Teenager zwangsweise medikamentiert und sexuell missbraucht worden zu sein.
Lizenz entzogen
Das Gesundheits- und Sozialministerium von Utah entzog der Provo Canyon School in Springville am 8. Juli 2026 die Lizenz und verwies auf Verstöße und Versäumnisse, darunter unzureichende medizinische Versorgung der Schüler. Gegen die private Wohneinrichtung für verhaltensauffällige Jugendliche hatten Eltern Klagen eingereicht, wie ABC News berichtete. Die Schließung ist der Höhepunkt einer jahrelangen Kampagne der ehemaligen Schülerin Paris Hilton, die öffentlich detailliert über den Missbrauch berichtete, den sie dort in den späten 1990er Jahren erlitten hatte.
Hiltons Kampagne
Die heute 45-jährige Hilton sprach erstmals in der Dokumentation „This is Paris“ aus dem Jahr 2020 über ihre Erfahrungen. Später sagte sie 2024 vor dem Kongress in Washington aus und forderte eine strengere Überwachung von Jugendwohnprogrammen. „Diese Programme versprachen Heilung, Wachstum und Unterstützung“, sagte sie den Abgeordneten. Stattdessen, so sagte sie, sei ihr zwei Jahre lang die Fähigkeit verweigert worden, zu sprechen oder sich frei zu bewegen, sie sei zwangsweise medikamentiert und von Mitarbeitern sexuell missbraucht worden. Ihre Eltern, fügte sie hinzu, seien von den Betreibern dessen getäuscht worden, was sie als „profitorientierte Branche“ bezeichnete.
Seit mehr als fünfzig Jahren haben Kinder Geschichten von Missbrauch, Vernachlässigung und Trauma vorgebracht. Ich war eines dieser Kinder. Das kleine Mädchen in mir, dem gesagt wurde, es würde nie geglaubt werden, fühlt sich heute so bestätigt.
Reaktion
Auf Instagram schrieb Hilton, sie habe für die Schließung der Schule „gekämpft und gebetet“ und dankte Überlebenden, die sich im Laufe der Jahre „mutig“ geäußert hätten. „Endlich werden die Kinder da rausgeholt“, sagte sie und bezeichnete den Lizenzentzug als „einen starken Schritt, um zukünftige Generationen zu schützen“. Die Entscheidung beendet den Betrieb einer Einrichtung, die seit mehr als fünf Jahrzehnten Ziel von Missbrauchsvorwürfen war.


