
Minderjährige Tatverdächtige identifiziert nach totem Neugeborenem in Berliner Innenhof
Eine minderjährige Tatverdächtige befindet sich in Krankenhausbetreuung, nachdem am Mittwoch ein totes Neugeborenes in einem Berliner Innenhof eines Wohngebiets entdeckt wurde. Das Baby war nur wenige Stunden alt, die Nabelschnur war noch anhaftend, so die Polizei.
Entdeckung
Ein Passant entdeckte das tote Neugeborene am Mittwochmorgen im Innenhof eines Wohnkomplexes an der Réaumurstraße in der Thermometersiedlung im Berliner Bezirk Lichterfelde. Das Baby lag sichtbar auf dem Boden. Die Rettungskräfte wurden kurz nach 9:30 Uhr (MESZ) alarmiert. Ein Notarzt bestätigte den Tod des Säuglings.
Wir gehen davon aus, dass das Kind erst vor kurzem geboren wurde.
Nath erklärte, der Säugling sei nur „mehrere Stunden, höchstens einen Tag“ alt gewesen, die Nabelschnur sei noch anhaftend gewesen. Das Geschlecht wurde nicht bekannt gegeben.
Ermittlungen
Die 5. Mordkommission des Landeskriminalamts übernahm die Leitung und setzte rund 40 Beamte ein. Spurensicherungstechniker nutzten Laserscanner und sicherten DNA-Spuren. Ein Staatsanwalt war am Ort anwesend. Die Ermittler durchsuchten das gesamte 13-stöckige Gebäude mit 38 Wohnungen, fanden aber überraschend wenige Zeugen. Eine Wohnung wurde aufgebrochen, aber es waren keine Bewohner darin. Polizeihunde halfen bei der Suche. „Wir müssen von einer Straftat ausgehen“, sagte eine Polizeisprecherin. Die Leiche blieb mehrere Stunden hinter Sichtschutzfolien am Ort, bevor sie von der Rechtsmedizin abgeholt wurde.
Tatverdächtige identifiziert
Am Donnerstagmorgen gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass eine minderjährige Tatverdächtige identifiziert worden sei. Das Alter wurde aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht veröffentlicht. Nach polizeilichen Maßnahmen wurde die Minderjährige in Krankenhausbetreuung gebracht. Die Ermittlungen dauern an, weitere Details wurden nicht bekannt gegeben.
Reaktion der Nachbarschaft
Anwohner versammelten sich im Innenhof, sichtlich bestürzt.
Man kann es auf keiner Ebene verstehen. Es gibt so viele Möglichkeiten, ein Kind sicher wegzugeben. Es gibt Babyklappen, man kann es bei der Feuerwehr, einem Nachbarn oder der Polizei lassen.
Sie und der Anwohner Dennis-Patrick Adam spekulierten, dass der Säugling möglicherweise aus einem Fenster geworfen worden sei. Andere Nachbarn bestätigten, dass ihnen keine schwangere Frau in dem Gebäude bekannt sei.


