
Hitzewelle im Juni fordert in Deutschland schätzungsweise 5.100 Todesopfer – tödlichste Woche seit 26 Jahren
Die Hitzewelle im Juni hat in Deutschland schätzungsweise 5.100 hitzebedingte Todesfälle verursacht und liegt damit weit über den jährlichen Durchschnittswerten. Die letzte Juniwoche war die tödlichste Sommerwoche seit 26 Jahren.
Schätzung der Todeszahlen
Die Hitzewelle Mitte Juni hat in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zu schätzungsweise 5.100 hitzebedingten Todesfällen geführt. Diese Zahl übersteigt bereits die durchschnittliche jährliche Zahl der Hitzetoten von 2.900 für die Jahre 2023 bis 2025. Das Modell des RKI geht davon aus, dass 4.310 dieser Todesfälle in der Woche vom 22. bis 28. Juni auftraten, als die Temperaturen in die Höhe schnellten.
- Schätzungsweise 810 hitzebedingte Todesfälle (RKI)
- Schätzungsweise 4.310 hitzebedingte Todesfälle; Gesamttodesfälle 23.665 (Destatis)
Rekordsterblichkeit
Vorläufige Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen, dass in derselben Woche in Deutschland 23.665 Menschen starben – ein Anstieg von 28 % gegenüber der Vorwoche und 47 % über dem 25-Jahres-Durchschnitt. Damit ist es die tödlichste Sommerwoche seit mindestens dem Jahr 2000 und übertrifft sogar die schweren Hitzewellen der Jahre 2022, 2018 und 2015. Das RKI weist darauf hin, dass seine eigene Schätzung der Hitzetoten die tatsächlichen Auswirkungen möglicherweise unterschätzt, da Destatis in dieser Woche eine Übersterblichkeit von 6.800 Fällen verzeichnete, auch wenn die Berechnungsmethoden unterschiedlich sind.
Wer ist am stärksten gefährdet?
Die ältere Bevölkerung trug die Hauptlast der Hitze. Das RKI schätzt, dass etwa 2.950 der Opfer 85 Jahre oder älter waren, weitere 1.320 waren zwischen 75 und 84 Jahre alt. Bei den 65- bis 74-Jährigen starben schätzungsweise 550, und etwa 300 waren jünger als 65. Das Institut erklärt, dass Hitze auf Totenscheinen selten als Todesursache erscheint.
In einigen Fällen, wie etwa bei einem Hitzschlag, führt die Hitzeeinwirkung direkt zum Tod, während in den meisten Fällen die Kombination aus Hitzeeinwirkung und Vorerkrankungen zum Tod führt.
Ein heißerer Ausgangswert
Die bundesweite durchschnittliche Wochen temperatur für den Zeitraum 22. bis 28. Juni betrug 26,4 °C und lag damit weit über der 20-Grad-Schwelle, ab der das RKI mit einem deutlichen Anstieg der Sterblichkeit rechnet. Rekordtemperaturen von bis zu 40 °C und eine Reihe von Tropennächten setzten gefährdete Gruppen extrem unter Druck.
Vergleich zum Vorjahr
Die bis Ende Juni verzeichneten 5.100 Hitzetoten übertreffen die Zahlen für den gleichen Zeitraum der Vorjahre bei weitem. Das RKI zählte 560 hitzebedingte Todesfälle von April bis zum 28. Juni 2025, 470 im Jahr 2024 und 810 im Jahr 2023. Das Institut führt den deutlichen Unterschied auf die Intensität und Dauer der diesjährigen Hitzewelle zurück.
- 2023
- 810 Todesfälle
- 2024
- 470 Todesfälle
- 2025
- 560 Todesfälle
- 2026
- 5100 Todesfälle


