
- 20.09.Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus, bei der Die Linke 25,7 Prozent gewinnt
- Woche des 12. Oktober 2026Co-Vorsitzende Bärbel Bas kündigt ihren Rücktritt an
- 18.10.Hubertus Heil sagt, er könne eine Kandidatur für den SPD-Vorsitz nicht ausschließen
- Sonderparteitag im JanuarSonderparteitag der SPD zur Wahl einer neuen Führung
Heil lässt die Tür offen
Der frühere Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat erklärt, er könne eine Kandidatur für den SPD-Vorsitz nicht ausschließen. Im ARD-„Bericht aus Berlin“ sagte er am Sonntag, 18. Oktober, er erhalte aus der Partei viele Ermutigungen zu einer Kandidatur, doch allein sei das nicht entscheidend. Er mache eine Bewerbung davon abhängig, welche Richtung die SPD in den kommenden Wochen einschlage und wer das Team bilde.
„Ich kann nicht ausschließen, dass ich antrete.“
Heil sagte, eine Person allein werde die großen Aufgaben nicht bewältigen. Er fasste die Frage als mehr denn eine Personalfrage auf und argumentierte, die SPD müsse Verantwortung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine starke Demokratie übernehmen, kompromissbereit sein und klar machen, welche langfristigen Ziele sie verfolge. Zudem wolle er sich nicht gegen die schwarz-rote Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD stellen, die nach seinen Worten nicht scheitern dürfe und liefern müsse.
Führungsrennen vor einem Januar-Parteitag
Die Co-Vorsitzende Bärbel Bas hatte in der Woche des 12. Oktober überraschend ihren Rücktritt angekündigt. Die SPD wird auf einem Sonderparteitag im Januar eine neue Führung wählen. Der amtierende Vorsitzende Lars Klingbeil, zugleich Bundesfinanzminister und Vizekanzler, hat noch nicht gesagt, ob er erneut antritt. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Miersch und Verteidigungsminister Boris Pistorius haben sich beide für eine Wiederwahl Klingbeils ausgesprochen. Heil, Klingbeil, Miersch und Pistorius stammen alle aus Niedersachsen.
Zweifel an der Berliner Koalition
Heil äußerte sich auch zu den Gesprächen über eine mögliche rot-grün-rote Koalition in Berlin und sagte, er habe erhebliche Zweifel, ob die Berliner Linke regierungsfähig und regierungswillig sei. Bevor die SPD in Berlin Regierungsverantwortung übernehme, müssten mehrere Fragen geklärt werden, darunter eine klare Abgrenzung gegen Antisemitismus von rechts wie von links und ein klares Bekenntnis zur inneren Sicherheit in der Hauptstadt. Koalitionen seien nur möglich, wenn das geschehe, mit wem auch immer. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September gewann Die Linke 25,7 Prozent und war mit Abstand stärkste Kraft. Derzeit wird versucht, in der Hauptstadt eine rot-grün-rote Regierung zu bilden.
Steuerstreit und Heils Bilanz
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte eine Senkung der Stromsteuer gefordert. CSU-Chef Markus Söder beharrte am Sonntag auf einem Ausgleich der kalten Progression, bei der die Steuersätze an inflationsbedingte Steigerungen wie Gehaltserhöhungen angepasst würden. Finanzminister Klingbeil hält beide Forderungen angesichts des knappen Haushalts für schwierig. Heil warnte die Koalitionspartner davor, mit „lauten Ankündigungen“ zu punkten. Er war von 2018 bis 2025 Bundesarbeitsminister, eine Zeit, in der die Sozialleistungen deutlich ausgeweitet und das Bürgergeld eingeführt wurde, das inzwischen in eine Grundsicherung umgewandelt wurde.