Sicherheit · Taranto und Mailand

Staatsanwaltschaft Taranto beantragt Hausarrest für Ex-Ilva-Managerin Lucia Morselli und zwei weitere Beschuldigte

Die Staatsanwaltschaft von Taranto will Hausarrest für die frühere Acciaierie-d'Italia-Managerin Lucia Morselli, den Betriebsleiter Alessandro Labile und den Ispra-Beamten Francesco Astorri. Die vorläufigen Anhörungen sind für den 3. November 2026 angesetzt.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Open, Adnkronos, Il Messaggero und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Taranto, Mailand · Italien
Wie es dazu kam
  1. Vier Monate nach März 2024Durchsuchungen und Beschlagnahmen wegen mutmaßlichen Betrugs mit CO2-Zertifikaten
  2. 26.10.Staatsanwaltschaft beantragt Hausarrest für drei Personen
  3. 3.11.Vorläufige Anhörungen vor dem Richter

Antrag auf Hausarrest

Die Staatsanwaltschaft in Taranto hat Hausarrest für Lucia Morselli beantragt, eine frühere Managerin von Acciaierie d'Italia, der Betreibergesellschaft des ehemaligen Ilva-Stahlwerks. Der Antrag gilt ebenso Alessandro Labile, dem früheren Leiter des Werks, und Francesco Astorri, der die Ispra-Inspektionseinheit für Anlagen von strategischem nationalem Interesse leitet. Bekannt wurde der Schritt am 26. Oktober 2026; er betrifft mutmaßliche Umweltbelastungen durch Emissionen des Werks zwischen 2019 und 2024. Gegen zehn weitere Manager und Amtsträger haben die Ermittler zudem sogenannte interdiktive Maßnahmen beantragt.

Die vorläufigen Anhörungen, italienisch interrogatori preventivi, sind für den 3. November 2026 vor dem Ermittlungsrichter Francesco Maccagnano angesetzt. Er wird nach der Befragung der Beschuldigten über die Anträge entscheiden. Bislang wurde keine der beantragten Maßnahmen angeordnet.

Die Vorwürfe

Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, das Werk auf Kosten des Umweltschutzes auf minimale Kosten und maximale Gewinne und Produktion ausgerichtet zu haben. Nach Auffassung der Ermittler führte dies zu einem erheblichen und fortschreitenden Anstieg von Benzol in den Emissionen und belastete die Luft im Stadtviertel Tamburi. Auch die routinemäßige Wartung der Anlagen des Werks ist Gegenstand der Ermittlungen.

Il Messaggero berichtet, die Staatsanwaltschaft beziffere den unrechtmäßigen Vorteil auf 342 Millionen Euro, der zulasten der Europäischen Union erlangt worden sei. Die Vorwürfe umfassen Umweltkatastrophe, Umweltverschmutzung und Betrug zum Nachteil des Staates. Zudem werfen die Ermittler den Hauptbeschuldigten vor, die Kontrollen und Ergebnisse der Ispra-Inspektionen zugunsten des Unternehmens gesteuert zu haben.

Open berichtet, die Ermittlungen hätten mit einer Beschwerde über Benzolspitzen in der Nähe des Stahlwerks begonnen. Im März 2024 erhielt Morselli eine Mitteilung über die Ausweitung des Ermittlungsverfahrens. Vier Monate später folgten Durchsuchungen und Beschlagnahmen wegen eines mutmaßlichen Betrugs zum Nachteil des Staates im Zusammenhang mit CO2-Emissionszertifikaten. AGI berichtet, Acciaierie d'Italia sei im Februar 2024 unter außerordentliche Verwaltung gestellt worden; dieses Regime gilt bis heute. Open meldet außerdem, die Staatsanwaltschaft Mailand führe ein separates Verfahren wegen betrügerischen Bankrotts gegen Morselli, das nach einer Anzeige der außerordentlichen Kommissare von Ex-Ilva eröffnet worden sei.

Beschuldigte und Vorwürfe

Insgesamt wird gegen 28 Personen und fünf Unternehmen ermittelt. Acht von ihnen wird kriminelle Vereinigung mit dem Ziel von Umweltdelikten, Straftaten gegen die öffentliche Sicherheit und Delikten gegen die öffentliche Verwaltung vorgeworfen. Die leitenden Staatsanwälte sind Mariano Buccoliero, Francesco Sansobrino und Francesco Ciardo, der inzwischen bei der Staatsanwaltschaft Lecce tätig ist.

Il Fatto Quotidiano berichtet, Astorri werde beschuldigt, die Ergebnisse der Inspektionen im Werk zugunsten des Unternehmens gefälscht zu haben. Dieselbe Zeitung bringt den Fall mit CO2-Zertifikaten und mit Wartungsarbeiten in Verbindung, die an den Anlagen angeblich nie ausgeführt wurden.

Beschuldigte, Unternehmen und beantragte Maßnahmen im Verfahren Taranto
Personen unter Ermittlung
28
Unternehmen unter Ermittlung
5
Wegen krimineller Vereinigung beschuldigt
8
Personen mit beantragten interdiktiven Maßnahmen
10

Daten aus dem Artikeltext

Wie es weitergeht

Die Beschuldigten haben die Ladungen zu den vorläufigen Anhörungen erhalten. Vorerst sind die Maßnahmen lediglich beantragt; eine Entscheidung wird erst nach der Befragung am 3. November fallen. Das Werk selbst steht weiterhin unter außerordentlicher Verwaltung, sodass das Verfahren ein Unternehmen betrifft, das seit Februar 2024 unter diesem Regime geführt wird.

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