
Ukrainisches Paar in Wrocław brutal verprügelt; Kiew fordert schnelles polizeiliches Eingreifen
Die Polizei sucht nach drei Männern, die am Sonntag an einer Bushaltestelle ein junges Paar aufgrund seines ukrainischen Akzents angegriffen und beide mit Kopfverletzungen zurückgelassen haben. Das ukrainische Konsulat bezeichnete den Vorfall als Teil eines besorgniserregenden Trends.
Der Angriff
Am Sonntag, dem 26. Juli 2026, gegen 18:30 Uhr, wurde ein junges ukrainisches Paar von drei Männern vor einem Geschäft in der Okulickiego-Straße im Stadtteil Zakrzów in Wrocław angegriffen. Die Opfer, Nastia (20) und Maksym (21), befanden sich in einem Laden, als die Männer sich vordrängten. Nachdem das Paar protestierte, wurden die Angreifer, die durch ihren ukrainischen Akzent zusätzlich erzürnt waren, folgten ihnen nach draußen und griffen sie an. Ein Handyvideo zeigt, wie das Trio das Paar umstellt, den Mann wiederholt schlägt und ihn dann, nachdem er gestürzt ist, am Boden tritt. Nastia wurde mehrmals ins Gesicht geschlagen, während sie versuchte, ihren Partner zu schützen. Die Angreifer flohen anschließend.
- Drei Männer greifen ein ukrainisches Paar auf der Okulickiego-Straße in Wrocław an.
- Video der Prügelattacke taucht in sozialen Medien auf; über tausendmal geteilt.
- Opfer erstatten Anzeige bei der Polizei; Polizei bestätigt Hassmotiv aufgrund nationaler Herkunft.
- Ukrainisches Konsulat fordert schnelle, objektive Untersuchung.
- Bürgermeister Sutryk verurteilt den Angriff und ruft zu Solidarität auf.
Das Video wurde in sozialen Medien mehr als tausendmal geteilt. Die Frau erlitt ein eingerissenes Ohr, das genäht werden musste, und einen Verdacht auf Gehirnerschütterung; der Mann hatte Gesichts- und Kopfverletzungen und ebenfalls einen Verdacht auf Gehirnerschütterung. Ihr Bruder sagte später, sie sei ins Gesicht geschlagen und mit einem Elektroschocker getroffen worden und sei voller Blut gewesen, als er eintraf.
Polizeiliche Ermittlungen
Die Polizei in Wrocław leitete sofort eine Untersuchung ein. Podinspektor Aleksandra Freus, die Sprecherin der Stadtpolizei, erklärte, der Vorfall werde als Körperverletzung aus nationalem Hass gemäß Artikel 158 des Strafgesetzbuchs eingestuft, was eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren nach sich ziehen kann.
Alles deutet darauf hin, dass dieser Vorfall mit Hass aus nationalen Gründen zusammenhängt.
Bis Montag waren die Opfer formell vernommen worden, und die Beamten arbeiteten daran, die drei Verdächtigen zu identifizieren und festzunehmen. Bis Montagnachmittag gab es keine Festnahmen.
Ukrainischer diplomatischer Druck
Das ukrainische Konsulat in Wrocław gab am Montag eine Erklärung heraus, in der es eine Zunahme von Gewalttaten gegen ukrainische Staatsbürger in Polen feststellte.
Wir müssen feststellen, dass Fälle von Gewalt und Aggression gegen Bürger der Ukraine in Polen in letzter Zeit häufiger vorkommen. Jeder dieser Fälle erfordert eine gründliche Untersuchung und eine angemessene rechtliche Bewertung. Sollten die geschilderten Umstände bestätigt werden, erwarten wir eine umfassende, objektive und zügige Untersuchung, die Feststellung der Beweggründe der Straftat und die strafrechtliche Verfolgung der Täter gemäß dem Recht der Republik Polen.
Das Konsulat bezeichnete jede Form von Gewalt oder Fremdenfeindlichkeit in einer demokratischen Gesellschaft als inakzeptabel.
Reaktion der Stadt und der Gemeinschaft
Der Bürgermeister von Wrocław, Jacek Sutryk, gab einen öffentlichen Appell heraus und beschrieb den Angriff als einen Angriff auf die gesamte Gemeinschaft.
In unserer Stadt gibt es und wird es keine Toleranz für Gewalt geben, die aus Hass, Fremdenfeindlichkeit oder nationalen Vorurteilen motiviert ist.
Er forderte die Einwohner auf, nicht gleichgültig gegenüber Gewalt, Hassreden oder Diskriminierung zu bleiben.
Aufruf der Familie
Die Mutter von Nastia veröffentlichte das Video und Bilder der Verletzungen in sozialen Medien und bat um Hilfe.
Ich bitte alle, diesen Beitrag zu teilen. Ich bitte besonders die Polen, zu helfen, diese Angelegenheit bekannt zu machen. Lassen wir nicht zu, dass eine solche Tragödie totgeschwiegen wird.
Sie bestätigte, dass beide Opfer vermutlich Gehirnerschütterungen erlitten hätten. Die Familie hofft, dass die öffentliche Aufmerksamkeit Druck auf die Behörden ausübt, die Täter schnell zu fassen. Der Angriff erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis über anti-ukrainische Stimmung in Polen, wobei das Konsulat einen jüngsten Anstieg ähnlicher Vorfälle beschreibt.


