Niederländischer Reisebus stürzt in der Ostschweiz um – fünf Tote, 40 Verletzte
Ein Reisebus mit 45 niederländischen Touristen ist am Donnerstag zwischen Susch und Zernez in eine Baustelle gestürzt und löste eine groß angelegte Rettungsaktion aus der Luft und am Boden aus.
Unfall am Engadiner Pass
Am Donnerstagnachmittag verließ ein niederländischer Reisebus mit 45 erwachsenen Touristen die Fahrbahn zwischen den Alpendörfern Susch und Zernez im Ostschweizer Kanton Graubünden und überschlug sich. Das Fahrzeug durchbrach die Leitplanke und landete in einer aktiven Baustelle entlang der Durchgangsstraße im Engadin. Der Bus gehörte dem niederländischen Reiseveranstalter OAD und war auf dem Weg nach Österreich; die Route durch die Ostschweiz war als Tagesausflug für die Reisegruppe vorgesehen. Die Kantonspolizei Graubünden veröffentlichte am Donnerstagabend erste Meldungen über den Vorfall auf sozialen Medien, während die Rettungskräfte den Bereich sicherten. Die Staatsanwaltschaft Graubünden hat gemeinsam mit der Polizei ein formelles technisches Ermittlungsverfahren eingeleitet, um die Umstände des Unfalls zu klären. In Rom hat das italienische Außenministerium diplomatische Überprüfungen eingeleitet, um festzustellen, ob italienische Staatsbürger an Bord des Busses waren.
Rettungseinsatz und Opferbilanz
Die Rettungsleitstellen mobilisierten unmittelbar nach dem Unglück einen groß angelegten regionalen Einsatz im Alpenkanton. Die Rettungseinsatzkoordinatoren setzten sieben Rettungshubschrauber und 13 Rettungswagen ein, um die entlegene verunglückte Stelle zu erreichen, eingeschlossene Passagiere zu befreien und Verletzte in nahegelegene Krankenhäuser zu bringen. Die Kantonspolizei bestätigte am Freitag, dass fünf Menschen bei dem Unfall ums Leben kamen und alle 40 weiteren Insassen Verletzungen erlitten. Nach Angaben des medizinischen Personals befanden sich drei Überlebende weiterhin in ernstem Zustand, sieben erlitten mittelschwere Verletzungen und 30 leichte Verletzungen. Die Kantonsbehörden und Gerichtsmediziner setzten die formelle Identifizierung der fünf Verstorbenen fort, während die Krankenhausmitarbeiter die verletzten Überlebenden behandelten.
- Leicht verletzt
- 30 Personen
- Mittelschwer verletzt
- 7 Personen
- Tote
- 5 Personen
- Schwerverletzt
- 3 Personen
- Rettungszüge
- 13 Einheiten
- Rettungshubschrauber
- 7 Einheiten
Diplomatische Reaktionen in der Schweiz und den Niederlanden
Der tödliche Unfall löste unmittelbare offizielle Reaktionen von politischen Führungskräften und dem niederländischen Königshaus aus. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin drückte in einer öffentlichen Stellungnahme Schock undEntsetzen über den Vorfall aus und richtete sein aufrichtiges Beileid an die Angehörigen der Opfer. In den Niederlanden ließen König Willem-Alexandanos so eine gemeinsame Botschaft mit Königin Máxima veröffentlichen, in der sie ihre Unterstützung für die Trauernden und die überlebendenReisenden zum Ausdruck brachten.
Unser Herz ist bei den Trauernden und bei all denen, die jetzt um das Schicksal ihrer Lieben bangen, sowie bei den Verletzten. Wir stehen in dieser schweren Tragödie an Ihrer Seite.
Der niederländische Premierminister Rob Jetten und Außenminister Tom Berendsen sprachen in den sozialen Medien öffentlich das Unglück an und versprachen volle staatliche Unterstützung für die Opfer und deren Familien. Der niederländische Botschafter in der Schweiz reiste am Freitagmorgen mit einer Delegation von Vertretern des Reiseveranstalters OAD ins Engadin, um die konsularische Hilfe vor Ort zu koordinieren. Der Reiseveranstalter OAD veröffentlichte eine offizielle Kondolenzbekundung auf seiner Website and bestätigte, dass Mitarbeiter des Unternehmens die Überlebenden unterstützen und direkt mit den Schweizer Behörden vor Ort zusammenarbeiten.
