
Pariser Staatsanwaltschaft eröffnet Ermittlungen wegen Hasskriminalität nach rassistischen Online-Beleidigungen gegen Teddy Riner
Die Pariser Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren von Amts wegen wegen öffentlicher rassistischer Beleidigungen und Cybermobbing gegen den fünffachen Olympiasieger im Judo, Teddy Riner, eingeleitet, nachdem er sich in einer Fernsehsendung zur französischen extremen Rechten geäußert hatte.
Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen von Amts wegen ein
Die Pariser Staatsanwaltschaft gab am Mittwoch, dem 23. September 2026, über eine offizielle Stellungnahme auf Instagram bekannt, dass sie ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen Cybermobbing und öffentlicher rassistischer Beleidigungen gegen den französischen Judo-Star Teddy Riner eingeleitet hat. Die Justizbehörden leiteten die Ermittlungen von sich aus ein, nachdem sie ein großes Volumen feindseliger und rassistisch motivierter Kommentare in Online-Netzwerken entdeckt hatten. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass die Ermittlungen dem Zentralamt für die Bekämpfung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Hassverbrechen (OCLCH), einer spezialisierten französischen Strafverfolgungseinheit, übertragen wurden. Durch die Einleitung des Verfahrens von Amts wegen handelten die Ermittler, ohne dass Riner zuvor eine formelle Beschwerde einreichen musste, und verwiesen auf die Schwere und den öffentlichen Charakter der Straftaten.
Fernsehkommentare lösen Online-Angriffe aus
Die Welle beleidigender Nachrichten folgte auf Äußerungen Riners während eines Interviews in der Sportsendung Stade 2 von France 2 am 16. September 2026. In der Sendung sprach der fünffache Olympiasieger über seine persönliche Sicht auf die politische Landschaft in Frankreich und erklärte, dass der Aufstieg der extremen Rechten ihm Angst mache und ihn in Panik versetze. Nach dem Interview verbreiteten rechtsextreme Medien und Social-Media-Konten Ausschnitte seiner Äußerungen und zielten mit feindseliger Rhetorik auf den schwarzen Sportler ab. Die Ermittler dokumentierten zahlreiche rassistische Beleidigungen und belästigende Veröffentlichungen, insbesondere auf X und Instagram, bevor sie die vorläufige Untersuchung einleiteten.
- Teddy Riner äußert in einem Fernsehinterview auf Stade 2 Angst vor dem Aufstieg der extremen Rechten
- Pariser Staatsanwaltschaft leitet von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren wegen rassistischer Online-Beleidigungen und Cybermobbing ein
- Geplante Olympische Spiele in Los Angeles, bei denen Riner seine Wettkampfkarriere beenden will
Olympische Ambitionen und politischer Hintergrund
Die rechtlichen Ermittlungen fallen in die Zeit, in der Riner sich auf die letzten Kapitel seiner internationalen Sportkarriere vorbereitet. Der Schwergewichts-Judoka hofft, seine Wettkampfkarriere bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles mit einer weiteren Goldmedaille abzuschließen. Die französische Sportzeitung L'Équipe berichtete, dass Riner wiederholt angedeutet habe, nach dem Ende seiner Profisportkarriere möglicherweise politisch aktiv zu werden. Seine Äußerungen erfolgten zudem in einem angespannten innenpolitischen Kontext vor der für das nächste Frühjahr angesetzten französischen Präsidentschaftswahl. Die rechtspopulistische Partei Rassemblement National hat in jüngsten Umfragen an Zuspruch gewonnen, wobei ihre Kandidatin Marine Le Pen in den Prognosen für die erste Runde an erster Stelle liegt.
Rechtsextreme Kritik an französischen Sportlern
Die Angriffe gegen Riner spiegeln die jüngsten Spannungen zwischen rechtsextremen Kommentatoren und anderen prominenten französischen Sportpersönlichkeiten aufgrund politischer und humanitärer Positionen wider. Der Stürmer von Real Madrid und Kapitän der französischen Nationalmannschaft, Kylian Mbappé, sah sich kürzlich Kritik von rechtsextremen Gruppen und spanischen Medien ausgesetzt, nach einem Vorfall im Zusammenhang mit der spanischen nordafrikanischen Exklave Ceuta. Mbappé und zwei Teamkollegen weigerten sich, ein Werbe-T-Shirt zur Unterstützung der Einwohner von Ceuta vollständig zu tragen, während eines Migrationsstreits zwischen Spanien und Marokko. Mbappé erklärte anschließend, dass er in voller Solidarität mit den Einwohnern von Ceuta stehe, aber auch Migranten würdigen wolle, die ihr Leben verloren haben oder unter harten Lebensbedingungen leiden, und sagte, er weigere sich, eine Hierarchie unter menschlichem Leid aufzustellen.


