
Prinz Harry und Elton John verlieren Abhörklage gegen Daily-Mail-Verlag
Der High Court in London wies alle Klagen von Prinz Harry, Elton John und fünf weiteren Prominenten ab, die dem Verlag der Daily Mail illegale Informationsbeschaffung vorgeworfen hatten.
Das Urteil
Der High Court in London hat alle Klagen in einem vielbeachteten Rechtsstreit abgewiesen, den Prinz Harry, Elton John und fünf weitere Prominente gegen Associated Newspapers, den Verlag der Daily Mail, Mail on Sunday und MailOnline, angestrengt hatten. Richter Nicklin entschied am 7. Juli 2026, dass keiner der 55 beanstandeten Artikel nachweislich durch illegale Mittel zustande gekommen sei. Der Richter erklärte, das Gericht könne nicht automatisch davon ausgehen, dass Pressematerial unrechtmäßig beschafft worden sei, wenn eine rechtmäßige und realistische Beschaffungsmethode existiert habe. Er akzeptierte die Aussagen der Verlagszeugen, die glaubhafte Darstellungen darüber lieferten, wie jede Geschichte recherchiert worden sei.
- Klage gegen Associated Newspapers eingereicht
- Prozess beginnt am High Court in London
- High Court weist alle Klagen ab
- Anhörung zu den Prozesskosten angesetzt
Die Vorwürfe
Die sieben Kläger (Prinz Harry, Elton John, David Furnish, die Schauspielerinnen Liz Hurley und Sadie Frost, die Bürgerrechtlerin Doreen Lawrence sowie der frühere liberaldemokratische Abgeordnete Simon Hughes) reichten die Klage im Jahr 2022 ein. Sie beschuldigten Journalisten, über einen Zeitraum von 1993 bis 2011 Voicemails abgehört, Festnetzanschlüsse verwanzt und illegal auf private Daten wie Krankenakten und Bankdaten zugegriffen zu haben. Prinz Harry behauptete, dass 14 Artikel über ihn auf illegal beschafftem Material beruhten. Der Verlag hielt dagegen, dass alle Informationen aus legitimen Quellen stammten: Pressesprechern, früheren veröffentlichten Berichten oder indiskreten Bekannten der Prominenten. Der Prozess begann im Januar 2026 und dauerte drei Monate.
Reaktionen
Ein Sprecher von Associated Newspapers bezeichnete den Ausgang als „einen großen Sieg für die Daily Mail und ihre Journalisten sowie für die Pressefreiheit im Allgemeinen.“
Prinz Harry, der eigens aus Kalifornien angereist war, um während des Prozesses auszusagen, war bei der Urteilsverkündung nicht anwesend. Er nahm an einer Veranstaltung der Denkfabrik Chatham House für internationale Beziehungen teil. Während seiner Aussage sprach er über die Belastung, die die Berichterstattung der Presse für sein Leben und das seiner Frau Meghan bedeutet habe, doch der Richter stellte fest, dass Harry nur begrenzte Kenntnisse über die konkreten, im Verfahren beanstandeten Handlungen hatte.Es ist eine wunderbare Bestätigung der journalistischen Integrität der Daily Mail. Es wurden nie glaubhafte Beweise vorgelegt, um einige der schockierendsten Vorwürfe zu stützen, die vor vier Jahren im medialen Trubel um den Start des Verfahrens erhoben wurden.
Kosten und nächste Schritte
Der Gesamtwert der Klagen wurde auf rund 50 Millionen Pfund geschätzt. Britische Medien beziffern die Prozesskosten der gescheiterten Klage nun auf eine ähnliche Summe. Eine Anhörung am 29. Juli wird entscheiden, wer für diese Kosten aufkommen muss. Associated Newspapers hat angekündigt, seine Auslagen zurückfordern zu wollen.
Harrys juristischer Kreuzzug
Prinz Harry führt seit langem einen Kampf gegen die Einmischung britischer Boulevardblätter. 2023 erwirkte er Schadenersatz von der Mirror Group Newspapers, nachdem ein Gericht festgestellt hatte, dass einige ihrer Titel sein Telefon gehackt hatten. 2025 entschuldigte sich die News Group Newspapers für das Abhören von Voicemails durch die inzwischen eingestellte News of the World und für rechtswidrige Handlungen von Privatdetektiven, die für The Sun arbeiteten. Die Niederlage vor dem High Court ist ein Rückschlag in diesem umfassenderen Bestreben.


