Hannover 96 bereitet sich auf Trennung von Trainer Christian Titz nach 1:2-Niederlage vor
Hannover 96 wird Cheftrainer Christian Titz nach nur einem Sieg aus fünf Spielen entlassen, vorbehaltlich der endgültigen Zustimmung von Aufsichtsratschef Martin Kind.
Bevorstehende Entlassung von Christian Titz
Der Zweitligist Hannover 96 bereitet sich auf die Trennung von Cheftrainer Christian Titz vor, nach einem schwierigen Saisonstart. Laut einem Bericht der Bild vom 13. September 2026 hat die Vereinsführung beschlossen, Titz zu entlassen, der genaue Zeitpunkt der Trennung steht jedoch noch offen. Die Umsetzung der Trennung bedarf der formellen Zustimmung von Hannover 96-Mehrheitsgesellschafter und Aufsichtsratschef Martin Kind. Der 55-jährige Titz hat einen Vertrag beim niedersächsischen Club, der bis Juni 2027 läuft. Sollte die Entscheidung endgültig sein, wäre es die erste Trainerentlassung in der 2. Bundesliga in der Saison 2026/2027.
Schwacher Saisonstart und verpasster Aufstieg
Hannover 96 ging als einer der Aufstiegsfavoriten in die Saison 2026/2027, holte aber nur einen Sieg aus den ersten fünf Ligaspielen. Der Tiefpunkt war am Freitag, den 11. September 2026, als Hannover eine 1:2-Auswärtsniederlage gegen den 1. FC Nürnberg kassierte. Seit dem Abstieg aus der Bundesliga 2019 hat der Club mit erheblichen finanziellen Aufwendungen versucht, die Rückkehr ins Oberhaus zu schaffen. Titz wurde 2025 vom 1. FC Magdeburg geholt und baute in seiner ersten Saison eine komplett neue Mannschaft auf. Unter seiner Führung spielte Hannover attraktiven Fußball und erzielte die statistisch beste Zweitliga-Saison der Vereinsgeschichte, verpasste aber an den letzten drei Spieltagen den Aufstieg.
- Hannover 96 steigt aus der Bundesliga ab
- Christian Titz wird als Cheftrainer vom 1. FC Magdeburg verpflichtet
- Jonas Boldt wird zum Geschäftsführer Sport ernannt
- Hannover 96 verliert 1:2 auswärts gegen den 1. FC Nürnberg
- Bild berichtet über die Pläne des Vereins, Christian Titz zu entlassen
Reibereien mit Sportdirektor Jonas Boldt
Dem schwierigen Start in die laufende Saison gingen anhaltende interne Meinungsverschiedenheiten zwischen Titz und Jonas Boldt voraus. Boldt wurde im Sommer 2026 als neuer Geschäftsführer Sport von Hannover vorgestellt, und Spannungen zwischen den beiden Verantwortlichen traten von Beginn ihrer Zusammenarbeit auf. Kernbereiche der Uneinigkeit waren die allgemeine Transferstrategie, die bevorzugte Kaderstärke und spezifische Spielerauswahlen. Ein besonderer Reibungspunkt war der Schweizer Torhüter Pascal Loretz, den Boldt im Sommerfenster aus der Schweiz verpflichtete. Titz setzte Loretz bereits nach einem Spiel auf die Bank, was die operative Kluft zwischen Sportdirektor und Trainerstab verdeutlichte.
Kandidatenliste und Ligalandschaft
Es zeichnet sich eine Liste potenzieller Nachfolger für den Trainerposten bei Hannover 96 ab, falls Kind grünes Licht für die Entlassung gibt. Zu den genannten Kandidaten gehören der ehemalige FC St. Pauli-Trainer Alexander Blessin, der frühere FC Augsburg-Coach Sandro Wagner, der ehemalige Hannover-96-Kapitän Steven Cherundolo und der frühere Arminia Bielefeld-Trainer Mitch Kniat. Medienberichten zufolge wird auch Loïc Favé als möglicher Ersatz gehandelt. Favé ist derzeit Assistent im Trainerstab von Merlin Polzin beim Bundesligisten Hamburger SV, wo Boldt während seiner Zeit als HSV-Sportvorstand zwischen 2018 und 2024 mit ihm zusammengearbeitet hat. Im deutschen Fußball spiegelt der bevorstehende Wechsel in Hannover die jüngsten Entwicklungen in der Bundesliga wider, wo Borussia Mönchengladbach Eugen Polanski nach einem schwachen Saisonstart entlassen hatte.


