
Deutsche Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen sieben mutmaßliche Hamas-Mitglieder wegen geplanter Anschläge in Berlin und Wien
Die deutsche Bundesanwaltschaft hat beim Berliner Kammergericht Anklage gegen sieben Männer erhoben, die beschuldigt werden, Schusswaffen und Munition für koordinierte Angriffe auf israelische und jüdische Ziele um Oktober 2025 beschafft zu haben.
Anklageschrift in Berlin eingereicht
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat die Anklageschrift gegen sieben Männer beim Staatsschutzsenat des Berliner Kammergerichts eingereicht. Die Verdächtigen, die verschiedene Staatsangehörigkeiten besitzen, müssen sich wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie Verstößen gegen das Waffengesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz verantworten. Das Gericht muss nun die Anklageschrift prüfen und über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelte die Gruppe auf Anweisung hochrangiger Hamas-Funktionäre, um in ganz Europa Schusswaffen und Munition zu beschaffen.
Koordinierte Ziele und Waffenlager
Die Anklage wirft der Gruppe vor, koordinierte Schießereien auf israelische Diplomaten, jüdische Gemeindezentren und pro-israelische Demonstrationen in Berlin und Wien geplant zu haben. Die Operationen sollten mit dem zweiten Jahrestag des Angriffs auf Israel am 7. Oktober 2023 zusammenfallen. Vor dem Eingreifen der Sicherheitskräfte hatte das Beschaffungsnetzwerk ein funktionsfähiges vollautomatisches Sturmgewehr, 13 Pistolen und mehr als 700 Schuss Munition zusammengestellt. Ein Mitglied transportierte einen Teil dieser Waffen nach Österreich, um in Wien ein Waffenlager einzurichten.
- Hamas plant konkrete Anschläge gegen israelische und jüdische Ziele in Deutschland und Österreich
- Verdächtiger nimmt in Wien vor einer Hamas-Flagge ein Video auf, in dem er Anschläge für die Qassam-Brigaden reklamiert
- Deutsche Polizei nimmt drei Verdächtige bei einer Waffenübergabe in einem Berliner Hinterhof fest
- Ermittler durchsuchen ein Waffenlager in Wien und nehmen einen Verdächtigen in London fest
- Generalbundesanwalt Jens Rommel enthüllt die Entdeckung des aufgezeichneten Videostatements
- Bundesanwaltschaft erhebt Terroranklage gegen sieben Verdächtige beim Kammergericht Berlin
Überwachung, Festnahmen und Ermittlungen
Die deutschen Behörden zerschlugen die Kernoperation am 1. Oktober 2025, sechs Tage vor dem geplanten Anschlagstermin. Polizei-Spezialeinheiten nahmen drei Verdächtige, darunter Ahmad I. und den libanesischen Staatsangehörigen Wael M., bei einer Waffenübergabe in einem Berliner Hinterhof fest und beschlagnahmten ein Sturmgewehr der Marke Crvena Zastava, acht Pistolen und über 600 Schuss Munition. Bei Beginn der Durchsuchungen warf ein Verdächtiger Munition von der Michaelbrücke in die Spree, die von Polizeitauchern später vom Flussbett geborgen wurde. Der damalige Bundesinnenminister Alexander Dobrindt äußerte sich damals zu der Operation.
Wir gehen davon aus, dass diese Bedrohungslage konkret war.
Video-Geständnis und internationale Operationen
Die Ermittler weiteten die Untersuchungen im November 2025 auf mehrere Länder aus, durchsuchten das Waffenlager in Wien und nahmen einen weiteren Verdächtigen in London auf Grundlage eines in Karlsruhe ausgestellten Bundeshaftbefehls fest. Der Verdächtige in London befindet sich in Auslieferungshaft und sieht sich einem gesonderten Verfahren gegenüber, während das Verfahren gegen einen anderen Verdächtigen an die Berliner Landesbehörden abgegeben wurde, nachdem die Staatsanwaltschaft keine ausreichenden Beweise für eine Verbindung zur Hamas fand. Generalbundesanwalt Jens Rommel erläuterte wichtige Beweise während einer jährlichen Pressekonferenz in Karlsruhe.
Bei einem der Angeklagten wurde ein vorbereitetes Geständnisvideo sichergestellt.
Geheimdienstverbindungen und Beschaffungsnetzwerk
Das Video wurde am 7. August 2025 in Wien vor einer Hamas-Flagge aufgenommen; der Sprecher kündigte Rache im Namen der Qassam-Brigaden an. Gerichtsakten zeigen zudem, dass einer der Angeklagten als Vertrauensperson für den deutschen Inlandsgeheimdienst, das Bundesamt für Verfassungsschutz, tätig war und seinem Führungsoffizier Bericht erstattete, während er seine eigene Beteiligung am Kauf von Munition verschwieg. Geheimdienstliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Hamas das europäische Logistiknetzwerk aus der Ferne von der Türkei und dem Libanon aus steuerte, um bewaffnete Operationen in westlichen Ländern durchzuführen. Die Hamas bestritt jegliche Verbindung zu den festgenommenen Männern. Die sieben angeklagten Verdächtigen befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft in Einrichtungen wie Moabit und Brandenburg.

