
Ungarisches Gericht verlängert Haft des polnischen Fahrers nach tödlichem Unfall auf der M3
Ein Gericht in Ungarn hat die Haft eines polnischen Fahrers bis zum 18. Dezember 2026 verlängert, nachdem bei einem Busunglück auf der Autobahn M3 zwölf Pilger ums Leben kamen.
Gericht verlängert Haft, Fahrer verweigert Aussage
Ein ungarisches Gericht hat die Untersuchungshaft des polnischen Busfahrers Robert M. bis zum 18. Dezember 2026 verlängert, nachdem es im August zu einem tödlichen Unfall gekommen war. Die Entscheidung erging während einer Gerichtsverhandlung am 16. September 2026, an der der Fahrer persönlich teilnahm. Da die Entscheidung nicht rechtskräftig ist, behält sich die Verteidigung das Recht vor, gegen die Verlängerung der Haft Beschwerde einzulegen. Der Fahrer war im August vom Bezirksgericht Miskolc zunächst für einen Monat in Untersuchungshaft genommen worden, eine Frist, die am 18. September auslief. Die polnischen Behörden bei der Regionalstaatsanwaltschaft in Krosno erhielten die offizielle Mitteilung zusammen mit den Vernehmungsprotokollen, die bestätigten, dass der Fahrer von seinem gesetzlichen Recht, die Aussage zu verweigern, Gebrauch gemacht hatte. Robert M. wird formell verdächtigt, fahrlässig eine Katastrophe im Landverkehr mit Todesfolge verursacht zu haben, eine Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet wird.
Staatsanwältin Marta Kolendowska-Matejczuk bestätigte die Übermittlung von Verfahrensunterlagen durch die ungarischen Ermittler.
Unter diesen Dokumenten wurde ein Vernehmungsprotokoll des polnischen Fahrers übermittelt, das zeigt, dass der Fahrer es ablehnte, Angaben zum Fall zu machen.
- Bus mit 59 polnischen Staatsbürgern verunglückt auf der Autobahn M3 nahe Mezőkeresztes
- Bezirksgericht Miskolc ordnet zunächst einmonatige Untersuchungshaft für den Fahrer an
- Ungarisches Gericht verlängert Untersuchungshaft bis zum 18. Dezember
- Die ursprüngliche einmonatige Haftanordnung läuft formell aus
- Ablaufdatum der verlängerten Untersuchungshaft
Rekonstruktion des Unglücks auf der Autobahn M3
Das Unglück ereignete sich in der Nacht vom 15. auf den 16. August 2026 auf der Autobahn M3 nahe Mezőkeresztes im Nordosten Ungarns. Der Bus beförderte 59 polnische Staatsbürger (57 Fahrgäste und zwei Fahrer) auf der Rückreise von einer Pilgerfahrt in Medjugorje, Bosnien und Herzegowina. Die Ermittlungen der Regionalstaatsanwaltschaft Borsod-Abaúj-Zemplén ergaben, dass der Fahrer aufgrund extremer Müdigkeit am Steuer eingeschlafen war. Das Fahrzeug driftete über den Seitenstreifen, fuhr einen angrenzenden Abhang hinab und kippte auf die Seite neben der Fahrbahn. Durch den Aufprall starben zwölf Fahrgäste noch an der Unfallstelle, während Rettungskräfte zehn Schwerverletzte in regionale Krankenhäuser brachten. Weitere 37 Fahrgäste erlitten bei dem Überschlag leichte Verletzungen.
- Todesfälle
- 12 Personen
- Schwerverletzte
- 10 Personen
- Leichtverletzte
- 37 Personen
Rückführung und grenzüberschreitende Ermittlungen
Alle zwölf Todesopfer waren erwachsene Einwohner der polnischen Region Podkarpackie. Unter den Verstorbenen befand sich ein Ehepaar, der 69-jährige Stanisław und die 64-jährige Bogumiła, die an der Pilgerfahrt teilgenommen hatten, um ihren Hochzeitstag zu feiern, und später gemeinsam auf dem Friedhof in Siedliska beigesetzt wurden. Die Reisegruppe war aus der Stadt Strzyżów aufgebrochen; die meisten Teilnehmer kamen aus Podkarpacie, zwei Reisende aus der benachbarten Region Małopolska. Nach dem Unglück setzte die polnische Regierung ein Regierungsflugzeug ein, um unverletzte Überlebende zu evakuieren und verletzte Passagiere nach Polen zurückzubringen. Die Verfahrensunterlagen fließen weiterhin von den ungarischen Ermittlern in Miskolc zur Regionalstaatsanwaltschaft in Krosno. Ein vereidigter Gerichtsdolmetscher übersetzt alle ungarischen forensischen Akten und Zeugenprotokolle ins Polnische, um die inländischen Ermittlungen vor Ablauf der verlängerten Haftfrist im Dezember zu unterstützen.


