Digital · Leipzig und Berlin

Hackerangriffe legen Leipziger Universität lahm und gefährden Charité-Kontaktdaten

Die Server der Leipziger Universität bleiben mindestens bis Montag offline, während die Berliner Charité bestätigt, dass Kontaktdaten von Beschäftigten, Studierenden und externen Kontakten gestohlen wurden.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von stern.de, Berliner Zeitung, Der Tagesspiegel und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Leipzig, Berlin · Deutschland
Wie es dazu kam
  1. 29.10.Leipziger Universität bleibt offline, ein Krisenstab arbeitet an dem Problem
  2. 30.10.Charité bestätigt Diebstahl von Kontaktdaten; Leipziger Fakultäten über externes System wieder per E-Mail erreichbar
  3. 2.11.Frühestmöglicher Neustart der Server der Universität Leipzig

Leipziger Universität bleibt offline

Die Universität Leipzig hat ihre Server seit Mittwochmorgen, 28. Oktober, abgeschaltet, nachdem sie nach einem Hackerangriff alle internetfähigen Server vom Netz genommen hatte. Ein Sprecher sagte, die Server würden frühestens am Montag, 2. November, wieder hochgefahren. Die E-Mail-Kommunikation für Beschäftigte und Studierende ist weiterhin gestört, doch Fakultäten und zentrale Einrichtungen wie Universitätsbibliothek, Sportzentrum und Sprachenzentrum sind über ein externes System wieder per E-Mail erreichbar.

Spiegel Online berichtete, rund 30.000 Studierende seien betroffen, und die Ursachen des Angriffs seien am Donnerstag, 29. Oktober, noch unklar gewesen. Ein Krisenstab arbeite intensiv an dem Problem, oberste Priorität der Universität habe die Sicherheit aller Daten. Ein IT-Notfalldienstleister sei hinzugezogen worden, und die Universität hoffe, den Regelbetrieb zumindest teilweise bald wiederherstellen zu können.

Die Lehrveranstaltungen finden weiterhin in ihren geplanten Räumen statt, die Universitätsbibliothek bleibt am Wochenende geöffnet. Die Frist für Haus- und Abschlussarbeiten wurde auf den 6. November verlängert. Die Universität hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt und verbreitet Updates über eine Ersatzwebsite unter der gewohnten Webadresse sowie über ihren Instagram-Account.

Die Universität teilte zudem mit, dass die für Freitag, 30. Oktober, geplante öffentliche Vorstellung der Kandidatinnen und Kandidaten für die Rektoratswahl wie vorgesehen stattfindet. Eine Liveübertragung sei nicht möglich, wie die Universität mitteilte:

„Ein Livestream ist wegen des IT-Angriffs nicht möglich.“

Universität Leipzig

Kontaktdaten der Charité gestohlen

Am Freitag, 30. Oktober, teilte die Charité mit, Unbefugte hätten sich Zugang zu einem Server der Berliner Universitätsklinik verschafft und personenbezogene Kontaktdaten entwendet. Betroffen sind Beschäftigte, Studierende und externe Kontakte, darunter Menschen, die über das Web-Kontaktformular der Klinik einen Termin angefragt haben. Nach Angaben der Klinik wurden Namen, E-Mail-Adressen und, soweit vorhanden, Organisationszugehörigkeiten entwendet.

Die Charité betonte, die Patientenversorgung sei von dem Vorfall nicht betroffen, und erklärte, sensible Daten seien nicht Teil der Beute gewesen. Die Klinik habe keine Hinweise darauf, dass die gestohlenen Informationen veröffentlicht, weitergegeben oder missbraucht worden seien. Sie werde alle Betroffenen persönlich informieren und bat sie, wachsam zu sein, falls Fremde Kontakt zu ihnen aufnehmen. Die Zahl der Betroffenen wurde nicht genannt.

Wie mit dem Sicherheitsvorfall umgegangen wurde

Die Website der Charité war am Dienstag, 27. Oktober, zeitweise nicht erreichbar, offenbar weil die betroffenen Systeme nach Bekanntwerden des Angriffs vom Netz genommen wurden. Ein Sprecher sagte, der von den Angreifern genutzte Zugangsweg sei schnell identifiziert und geschlossen worden, die Ursache sei analysiert und die Schutzmaßnahmen verstärkt worden.

Die Klinik hat Strafanzeige gestellt, steht in Kontakt mit Aufsichts- und Ermittlungsbehörden und hat ein externes IT-Unternehmen zur Unterstützung hinzugezogen. Sie erklärte zudem, der Angriff stehe nicht im Zusammenhang mit einer PHP-Sicherheitslücke, wegen der sie ihre Website zuvor vorsorglich zeitweise offline genommen hatte.

Größerer Zusammenhang und nächste Schritte

Universitäten und Forschungseinrichtungen, auch in der Region Berlin, sind immer wieder Ziel von Hackerangriffen. Beide Vorfälle wurden innerhalb derselben Woche bekannt, die Benachrichtigungen der Charité an die Betroffenen stehen noch aus. Die Leipziger Server werden frühestens am Montag, 2. November, wieder verfügbar sein.

Vorerst sind die sichtbarsten Probleme der Leipziger Universität E-Mail und Online-Dienste, während Lehre und Bibliothekszugang weiterlaufen. Ob die gestohlenen Kontaktdaten der Charité anderswo auftauchen, ist für die Klinik weiterhin unklar; sie hat nach eigenen Angaben bislang keine Anzeichen für einen Missbrauch gesehen.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen