Konflikte · Moskau

Hacker wollen anhand geleakter Rosstat-Daten 394.000 bis 450.000 russische Kriegstote belegen

Zwei Hackergruppen wollen in einer geleakten Rosstat-Datenbank zwischen 394.000 und 450.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Krieg seit Februar 2022 gefunden haben. Rosstat bestätigt Cyberangriffe auf seine Systeme, bestreitet aber jede Kompromittierung der Datenbank.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Stirile ProTV, Ziare.com, Digi24 und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Moskau · Russland
Wie es dazu kam
  1. Nacht vom 31. Oktober auf den 1. NovemberDie Hacker wollen in dieser Nacht die IT-Infrastruktur der Behörde attackiert haben.
  2. 7.11.Die beiden Hackergruppen veröffentlichen ihre Schätzungen zu den Todesfällen.
  3. August 2026Ende des Zeitraums, den die Sterbeurkunden abdecken.

Was die Hacker behaupten

Zwei Hackergruppen, die belarussischen Cyberpartisans und Silent Crow, wollen aus Daten der internen Datenbank „Demographie“ des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik Russlands (Rosstat) ablesen, dass seit Beginn des Einmarsches in die Ukraine zwischen 394.000 und 450.000 Angehörige der russischen Streitkräfte gestorben sind. Bei den Datensätzen, die sie beschreiben, handelt es sich um Sterbeurkunden, die zwischen Februar 2022 und August 2026 registriert wurden. Die belarussischen Cyberpartisans, eine anonyme Gruppe aktivistischer Hacker, die sich gegen das Regime von Aljaksandr Lukaschenka stellt, zählen mindestens 393.881 Todesfälle und stützen sich dabei nur auf Datensätze, in denen ausdrücklich militärische Operationen als Todesursache genannt sind. Silent Crow kommt auf eine höhere Zahl von bis zu 450.100 und verwendet eine breitere Methode, die auch Militärangehörige einschließt, die außerhalb von Kampfhandlungen starben, sowie einige Todesfälle, bei denen keine Ursache erfasst wurde.

Von zwei Hackergruppen veröffentlichte Schätzungen zu den TodesfällenTodesfälle
Belarussische Cyberpartisans (mindestens)
393881 Todesfälle
Silent Crow (bis zu)
450100 Todesfälle

Daten aus dem Artikeltext

Wie die Hacker nach eigenen Angaben vorgegangen sind

Die Hacker wollen etwa ein halbes Jahr vor dem Angriff in das Rosstat-Netzwerk eingedrungen sein. In dieser Zeit hätten sie systematisch interne Dokumente und andere Informationen gesammelt. In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November hätten sie dann die IT-Infrastruktur der Behörde attackiert. Rosstat hat bestätigt, dass seine Systeme zwischen dem 29. Oktober und dem 1. November Ziel von Cyberangriffen waren, bestreitet aber, dass seine Datenbanken kompromittiert wurden oder Informationen abgeflossen sind. Die Behörde meldete später Störungen bei einigen ihrer Dienste und verlängerte die Fristen für die Übermittlung bestimmter statistischer Daten.

Was weiterhin unbestätigt ist

Das Kyiv Independent, das über die Behauptungen berichtete, erklärte, es könne die Echtheit der geleakten Daten und die Schätzungen der Gruppen zur Zahl der Toten nicht unmittelbar überprüfen. Die von den Hackern veröffentlichten Opferzahlen sind nicht unabhängig geprüft. Die Berichte liefern einen Anhaltspunkt für die Größenordnung: Das ukrainische Open-Source-Projekt DeepState zur Kartierung des Kriegsverlaufs schätzt, dass Russland seit dem Beginn des großangelegten Einmarsches im Februar 2022 etwa 73.000 Quadratkilometer ukrainischen Territoriums unter seine Kontrolle gebracht hat. Die Differenz zwischen den beiden Hackerschätzungen liegt an der Methodik und nicht an unterschiedlichen Quelldatensätzen, da beide Gruppen dieselbe Datenbank anführen.

Die Grenzen der Daten

Die behaupteten Gesamtzahlen umfassen Sterbeurkunden, die bis August 2026 registriert wurden, und beschreiben damit Verluste über den gesamten Kriegszeitraum bis zu diesem Datum und nicht einen einzelnen Monat. Weil die Zählung der Cyberpartisans auf Todesfälle beschränkt ist, die ausdrücklich militärischen Operationen zugeschrieben werden, ist sie die engere der beiden Schätzungen. Die Zählung von Silent Crow umfasst auch Todesfälle, die nicht durch Kämpfe verursacht wurden, sowie Datensätze ohne angegebene Ursache, weshalb ihre Zahl die weiter gefasste ist. Beide Gruppen beschreiben die Toten als Menschen, die für Russland gekämpft haben oder auf andere Weise mit dem Krieg verbunden waren. Die Berichte zeigen die Datensätze der Datenbank selbst nicht, sodass Leserinnen und Leser bislang nicht nachprüfen können, wie die Zahlen zustande gekommen sind.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Organisationen
Reuters

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