Australien bestätigt ersten tödlichen H5N1-Vogelgrippefall bei einem einheimischen Seevogel – Gesamtzahl der Nachweise steigt auf 12
Der erste Fall von H5N1-Vogelgrippe bei einem einheimischen australischen Seevogel wurde in Südaustralien bestätigt – ein weiterer von einem Dutzend Nachweisen seit Ankunft des Virus auf dem Kontinent.
Erster einheimischer Fall gibt Anlass zur Sorge
Am Freitag bestätigte die australische Bundeslandwirtschaftsministerin Julie Collins, dass eine in Robe an der Limestone Coast in Südaustralien tot aufgefundene Brandseeschwalbe positiv auf den tödlichen H5N1-Stamm getestet wurde. Labortests der australischen Wissenschaftsbehörde CSIRO identifizierten das Virus – es ist die erste Infektion bei einem einheimischen australischen Seevogel. Alle bisherigen Nachweise betrafen subantarktische Zugvogelarten, meist Riesensturmvögel, die an den Küsten Südaustraliens, Westaustraliens und New South Wales gefunden wurden.
Dies ist zwar eine besorgniserregende Entwicklung, aber nicht unerwartet und ein weiteres Zeichen dafür, dass unser starkes Biosicherheitssystem funktioniert.
Collins erklärte, dass der Lebensraum der Küstenseeschwalbe mit den Zugrouten von Seevögeln überlappt, die bekanntermaßen H5 übertragen. Wissenschaftler arbeiten nun daran, den Infektionsweg nachzuverfolgen, um zu verstehen, wie der einheimische Vogel infiziert wurde und ob eine Übertragung innerhalb der einheimischen Populationen stattfindet.
Überwachungs- und Reaktionsmaßnahmen
Die Regierung Südaustraliens leitet die Reaktion vor Ort, die eine intensive Überwachung umfasst, um festzustellen, ob sich das Virus weiter in der lokalen Tierwelt ausgebreitet hat. Anfang dieser Woche führte der Bundesstaat die größte luftgestützte Küstenerhebung seiner Küsten, Inseln und Riffe seit 40 Jahren durch und fand dabei „keine weit verbreiteten Anzeichen für kranke oder tote Seevögel oder Robben“, wie The Guardian berichtete.
Was wir wissen, ist, dass dies ein Küstenseevogel ist, dessen Küstenverbreitungsgebiet sich mit dem von Zugvögeln überschneidet, die zuvor positiv auf H5 getestet wurden.
Collins betonte, dass es weiterhin keine Hinweise auf Massensterben oder Infektionen bei Geflügel oder in der Landwirtschaft gebe. Die Bundesregierung bekräftigte, dass Australien gut vorbereitet sei und mit den Bundesstaaten koordiniere.
Steigende Nachweise und globaler Hintergrund
Am selben Tag bestätigten die Behörden zwei weitere H5N1-Infektionen in Südaustralien und eine in Westaustralien, womit die Gesamtzahl der bestätigten oder vermuteten Nachweise landesweit auf 12 steigt. Australien, lange Zeit der letzte Kontinent, der frei von dem Virus war, verzeichnete seinen ersten Nachweis Ende 2025 auf der subantarktischen Heard-Insel, etwa 4.100 Kilometer vom Festland entfernt. Im Juni dieses Jahres bestätigte das Land seine ersten Fälle auf dem Festland, alle bei Zugvögeln.
- Erster H5N1-Nachweis auf der subantarktischen Heard-Insel, 4.100 km vom Festland entfernt.
- H5N1-Fälle auf dem Festland bei Zugvögeln bestätigt.
- Erster einheimischer australischer Seevogel (Brandseeschwalbe) in Robe, SA, positiv getestet.
Der hochansteckende H5N1-Stamm zirkuliert seit mehreren Jahren weltweit und verursacht Massensterben in Wildvogelpopulationen sowie gelegentliche Übertragungen auf Säugetiere. Er wird über Körperflüssigkeiten, Kot und Federn übertragen und kann in der Umwelt monatelang überleben.
Risiko für Landwirtschaft und Menschen
Die Regierung hielt daran fest, dass das Risiko für die menschliche Gesundheit weiterhin gering sei. In einer Erklärung forderte sie Geflügelhalter und Halter von Hinterhofhühnern auf, die Biosicherheitsmaßnahmen zu verstärken, und riet der Öffentlichkeit, kranke oder tote Vögel nicht anzufassen und ungewöhnliche Tiersterben zu melden.
Australien ist gut vorbereitet, um schnell zu reagieren.
Von The Independent zitierte Experten warnten, dass das Virus, wenn es sich erst einmal in der Tierwelt etabliert habe, möglicherweise nicht mehr ausgerottet werden könne und zu einer endemischen Krankheit werden könne. Typische Symptome bei Vögeln sind Hängen, Aufplustern, Schwierigkeiten beim Stehen oder Gehen, Atemprobleme und eine abnormale Kopf- oder Halshaltung, oft gefolgt von plötzlichem Tod. Nur Labortests können das Virus bestätigen.

