Diplomatie · Port-au-Prince und Santo Domingo
Guterres besucht Haiti inmitten der verheerenden humanitären Krise: „Schaut nicht weg“, fordert er die Welt auf
António Guterres ist am Dienstag zu einem Solidaritätsbesuch in Port-au-Prince eingetroffen und nannte die humanitäre Lage „verzweifelt“, aber auch „schwache Hoffnungsschimmer“. Er rief die internationale Gemeinschaft auf, die Krise nicht länger zu ignorieren.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von RTVE.es, The Independent, Deutsche Welle und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Der UN-Generalsekretär traf am Dienstag zu seinem ersten Haiti-Besuch seit Juli 2023 ein, nannte die Lage „verzweifelt“, forderte die Welt aber auf, nicht wegzuschauen.
UN-Zahlen zeigen mindestens 2.310 Tote und 1.106 Verletzte durch Gewalt in diesem Jahr; Banden sind für ein Viertel der Tötungen verantwortlich, Sicherheitsoperationen für den Großteil des Rests.
Mehr als 300.000 Menschen sind in der Hauptstadt vertrieben, ein neuer Höchststand, nachdem im Mai 18.000 aus Cité Soleil geflohen sind. Landesweit sind 1,5 Millionen obdachlos.
Eine von der UNO mandatierte multinationale Truppe von bis zu 5.500 Mann wird die unterfinanzierte kenianisch geführte Mission ersetzen; bisher sind weniger als 1.000 Soldaten aus Jamaika, Tschad, El Salvador und Guatemala vor Ort.
Der UN-Hilfsplan für Haiti in Höhe von 880 Millionen Dollar ist zu weniger als 25 % finanziert, während die Hurrikansaison beginnt und 5,8 Millionen Menschen von schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen sind.
Besuch und Aufruf zum Handeln
UN-Generalsekretär António Guterres landete am Dienstag zu einem eintägigen Solidaritätsbesuch in Haiti, seinem ersten seit Juli 2023. Er traf Opfer von Bandengewalt und besuchte das Hauptquartier einer neuen multinationalen Antigang-Truppe. In einem Beitrag auf X schrieb er, die humanitäre Lage sei „verzweifelt“, er sehe aber „schwache Hoffnungsschimmer“.
„Meine Botschaft an die internationale Gemeinschaft: Hört auf, wegzuschauen, wir müssen Haiti unterstützen.“
Ausmaß der Gewalt
Neue UN-Zahlen zeigen, dass in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 mindestens 2.310 Menschen getötet und 1.106 verletzt wurden. Sicherheitsoperationen verursachten etwa 65 % der Todesfälle, während Banden für rund 25 % verantwortlich waren. Banden verübten mindestens 99 Entführungen, und 699 Menschen – meist Frauen und Mädchen – wurden Opfer sexualisierter Gewalt. Eine der jüngsten Entführungen betraf James Boyard, den Kabinettsdirektor des Verteidigungsministeriums, der letzte Woche in einem ehemals sicheren Bezirk verschleppt wurde.
Vertreibungskrise
Etwa 1,5 Millionen Haitianer sind vertrieben, mehr als jeder Zehnte der Bevölkerung. Allein im Mai flohen über 18.000 Menschen vor erneuter Gewalt im Slum Cité Soleil, wodurch die Zahl der Binnenvertriebenen in Port-au-Prince erstmals die Marke von 300.000 überschritt. Am vergangenen Wochenende wurden dort mehr als 30 Menschen getötet, verletzt oder werden vermisst.
„Haitis Vertreibungskrise tritt in eine noch alarmierendere Phase ein.“
- Getötet
- 2310 Personen
- Verletzt
- 1106 Personen
- Entführt
- 99 Personen
- Sexualisierte Gewalt
- 699 Personen
Daten aus dem Artikeltext
Internationale Reaktion
Eine neue, von der UNO unterstützte Antigang-Truppe, die im September vom Sicherheitsrat gebilligt wurde, ersetzt eine frühere kenianisch geführte Mission. Jamaika, der Tschad, El Salvador und Guatemala haben bisher weniger als 1.000 Soldaten entsandt; die Truppe kann schließlich bis zu 5.500 Mann umfassen und soll in den kommenden Wochen ihren Einsatz beginnen. Guterres beobachtete auch die Rekrutierung für Haitis Nationalpolizei und -armee. Der humanitäre UN-Aufruf für 2026 in Höhe von 880 Millionen Dollar ist zu weniger als einem Viertel finanziert, während die Hurrikansaison beginnt.
Kritik an der Rolle der UNO
Nicht alle begrüßen den Besuch. Der Soziologe Jean Saint Paul merkte an, dass viele Haitianer die UNO als „Persona non grata“ betrachten, und argumentierte, die Organisation habe zur Schwächung der staatlichen Institutionen beigetragen. Das Land bleibt das ärmste Lateinamerikas und der Karibik; 5,8 Millionen Menschen leiden unter schwerer Ernährungsunsicherheit, und die Polizeidichte beträgt nur 1,3 Beamte pro 1.000 Einwohner, was unter dem internationalen Standard liegt.
„Dieser Besuch ist sehr wichtig, weil er einen Meilenstein darstellt. Es ist das zweite Mal, dass António Guterres Haiti besucht. Er kam bereits 2023, aber diesmal wird er die Opfer treffen.“
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- RTVE.esGuterres viaja a Haití y busca "atisbos de esperanza" en una grave situación humanitaria y de inseguridad
- The IndependentUN Secretary-General visits Haiti as gang violence soars
- Deutsche WelleONU: secretario general hace "visita de solidaridad" a Haití
- La RazónGuterres llega a Haití y califica de "desesperada" la situación humanitaria del país
- António Guterres
- UN-Generalsekretär, besuchte Haiti im Rahmen einer Solidaritätsmission
- James Boyard
- Kabinettsdirektor des haitianischen Verteidigungsministeriums, letzte Woche entführt
- Gregoire Goodstein
- IOM-Missionschef in Haiti
- Volker Türk
- UN-Hochkommissar für Menschenrechte
- Eduardo Ordóñez
- Experte für Politik und Sicherheit in Lateinamerika
- Jean Saint Paul
- Soziologe am Brooklyn College, Kritiker der Rolle der UNO in Haiti
- Luis Abinader
- Präsident der Dominikanischen Republik, trifft Guterres am Mittwoch
- Orte
- Port-au-Prince
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