
Großbritannien klagt Briten an, russischen Militärgeheimdienst bei Sabotageplan unterstützt zu haben
Joshua Cammidge muss sich in London wegen zwei Anklagepunkten nach dem National Security Act verantworten, nachdem die Terrorismusbekämpfungspolizei ihn in Swindon wegen angeblichen Kontakts zum GRU Volunteer Corps festgenommen hat.
Anklage und Gerichtstermin
Britische Staatsanwälte haben am Mittwoch den 31-jährigen Joshua Cammidge angeklagt, den russischen Militärgeheimdienst bei einem angeblichen Sabotageeinsatz unterstützt zu haben. Cammidge, ein britischer Staatsbürger mit Wohnsitz in Swindon, sieht sich zwei Straftatbeständen nach dem National Security Act 2023 gegenüber: Unterstützung eines ausländischen Geheimdienstes gemäß Abschnitt 3 und vorbereitende Handlungen gemäß Abschnitt 18. Die Kronanwaltschaft (CPS) erklärte, dass Cammidge mit einem Vertreter des GRU Volunteer Corps kommuniziert und von diesem Anweisungen erhalten habe – einer Organisation, die vom russischen Militärgeheimdienst GRU kontrolliert wird. Nach der Entscheidung zur Strafverfolgung wurde Cammidge in Untersuchungshaft genommen, bevor er am Donnerstag, dem 10. September, vor dem Westminster Magistrates' Court in London erscheinen soll. Cammidge war nach Bekanntgabe der Anklage zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Frank Ferguson, Chefankläger der CPS-Abteilung für besondere Straftaten und Terrorismusbekämpfung, erläuterte die rechtliche Grundlage für das Vorgehen.
Die Staatsanwälte haben daran gearbeitet, festzustellen, dass genügend Beweise vorliegen, um den Fall vor Gericht zu bringen, und dass es im öffentlichen Interesse ist, ein Strafverfahren einzuleiten.
Festnahme durch Terrorismusbekämpfung und Zeitplan
Die formellen Anklagen folgten auf eine Untersuchung unter der Leitung der Terrorismusbekämpfungspolizei London mit Unterstützung der Wiltshire Police. Die Beamten nahmen Cammidge am Freitag, dem 4. September, an einer Wohnadresse in Swindon fest. Er wurde zu einer Polizeiwache in London gebracht, während Beamte eine separate Adresse in Swindon durchsuchten. Am Samstag, dem 5. September, nahmen die Ermittler Cammidge formell fest und setzten ihn nach den Bestimmungen des National Security Act unter dem Verdacht der Unterstützung eines ausländischen Geheimdienstes in Gewahrsam. Die Behörden haben die genaue Einrichtung oder das Ziel des angeblichen Sabotageplans nicht öffentlich bekannt gegeben. Die russische Botschaft in London reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme bezüglich der Ermittlungen.
- Terrorismusbekämpfungsbeamte nehmen Joshua Cammidge in Swindon fest und durchsuchen ein separates Anwesen
- Cammidge wird aufgrund von Befugnissen des National Security Act weiter inhaftiert
- Die Kronanwaltschaft genehmigt Anklagen wegen Unterstützung eines ausländischen Geheimdienstes und vorbereitender Handlungen
- Cammidge soll vor dem Westminster Magistrates' Court in London erscheinen
National Security Act und Einstufung des GRU
Die rechtlichen Schritte gegen Cammidge stützen sich auf aktualisierte Befugnisse, die darauf abzielen, Proxy-Organisationen zu bekämpfen, die im Vereinigten Königreich verdeckt für ausländische Staaten operieren. Die britische Regierung stufte das GRU Volunteer Corps im Juli als nationale Sicherheitsbedrohung ein, nachdem sie festgestellt hatte, dass die Einheit feindliche verdeckte Operationen und nachrichtendienstliche Sammlungen für den russischen Militärgeheimdienst durchführt. Die Unterstützung des GRU ist nach der nationalen Sicherheitsgesetzgebung verboten, die für Personen, die der Unterstützung designierter Proxy-Gruppen für schuldig befunden werden, Strafen von bis zu 14 Jahren Gefängnis vorsieht. Die britischen Behörden haben den russischen GRU mit einer Reihe von verdeckten Geheimdienstaktionen und feindlichen Operationen in ganz Europa in Verbindung gebracht, darunter der Nervenkampfstoffangriff in Salisbury im Jahr 2018.
Reaktion der Regierung und diplomatische Spannungen
Die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und Russland haben sich seit der groß angelegten Invasion der Ukraine im Jahr 2022 erheblich verschlechtert, begleitet von Warnungen des britischen Geheimdienstes vor staatlich unterstützter Spionage. Im August warnte Moskau, dass es britische Militäreinrichtungen ins Visier nehmen könnte, nachdem ukrainische Angriffe mit britischen Langstreckenraketen durchgeführt worden waren. Sicherheitsminister Dan Jarvis äußerte sich nach den Anklagen zu den Bedenken der Öffentlichkeit hinsichtlich ausländischer Störkampagnen.
Ich weiß, dass die Menschen über die jüngsten Vorfälle in ganz Europa besorgt sind, die darauf abzielen, Angst zu verbreiten, Unruhe zu stiften und die Unterstützung für die Ukraine zu untergraben. Sie werden damit keinen Erfolg haben.
Jarvis erklärte, die Regierung werde weiterhin notwendige Maßnahmen gegen staatliche Bedrohungen ergreifen, und fügte hinzu, dass jeder, der versuche, die nationale Sicherheit zu untergraben, die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekomme.

