
Dänemark weist Trumps Grönland-Übernahme-Gerede zurück und kauft Boeing-Patrouillenflugzeuge zur Wahrung der Arktis-Souveränität
Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bekräftigte, dass Grönland nicht zum Verkauf steht, nachdem Präsident Trump dem NATO-Gipfel in Ankara sagte, das Territorium solle unter US-Kontrolle stehen.
Trumps erneuter Grönland-Vorstoß
Präsident Donald Trump nutzte die Eröffnung des NATO-Gipfels in Ankara am 7. Juli 2026, um seine Forderung zu erneuern, Grönland solle unter amerikanische Kontrolle gestellt werden. Neben dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan sagte Trump, der Territorialstreit schade seinem Verhältnis zur Allianz.
Grönland sollte von den Vereinigten Staaten kontrolliert werden, nicht von Dänemark.
Er fügte hinzu, die Frage der Kontrolle über das autonome dänische Gebiet „schade meinen Beziehungen zur NATO“.
Dänemarks entschiedene Antwort
Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen antwortete am nächsten Morgen und bekräftigte Kopenhagens langjährige Position.
Grönland ist offensichtlich nicht zu verkaufen.
Der Austausch erinnert an einen ähnlichen Konflikt im Januar 2026, als Trump die US-Kontrolle über Grönland erstmals als „lebenswichtig“ für die nationale Sicherheit bezeichnete und auf russische und chinesische Bedrohungen in der Arktis verwies.
Rüstungsbeschaffung als Signal
Stunden vor Trumps Äußerungen gab Dänemark die Beschaffung von zwei Boeing P-8A Poseidon-Seeaufklärungsflugzeugen bekannt. Die Maschinen sind für Überwachungsmissionen im Nordatlantik und in der Arktis rund um Grönland vorgesehen.
Diese Beschaffung ist ein klares Signal, dass wir unsere gemeinsamen Verantwortlichkeiten innerhalb der NATO ernst nehmen.
Verteidigungsminister Jeppe Bruus betonte, Dänemark habe seine „militärische Präsenz“ in den letzten Jahren verstärkt und die neuen Flugzeuge würden die Fähigkeit des Landes, Souveränität durchzusetzen und Überwachung durchzuführen, „erheblich“ verbessern. Die P-8A ist mit U-Boot-Abwehrfähigkeiten, Langstreckenradar ausgestattet und kann feindliche Schiffe angreifen.
- Nur Flugzeug
- 175 Mio. USD
- Gesamtauftrag (inkl. Systeme, Schulung, Support)
- 550 Mio. USD
Hintergrund der Spannungen
Trumps Annexionsdrohungen im Januar riefen scharfe Reaktionen europäischer Verbündeter hervor, die darin einen Angriff auf die Souveränität sahen. Die Rhetorik kühlte sich beim Davos-Gipfel am 21. Januar ab, als Trump den Einsatz von Truppen ausschloss und ein Rahmenabkommen über Grönland mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte ankündigte, dessen Einzelheiten jedoch vage bleiben. US-Vizepräsident JD Vance hatte Dänemark zuvor vorgeworfen, die Sicherheit seines riesigen arktischen Territoriums zu vernachlässigen.
- Trump bezeichnet US-Kontrolle über Grönland als 'lebenswichtig' für die nationale Sicherheit und verweist auf russische und chinesische Bedrohungen.
- In Davos schließt Trump Truppeneinsatz aus, kündigt Rahmenabkommen über Grönland mit NATO-Mark Rutte an.
- Vizepräsident JD Vance wirft Dänemark vor, die Sicherheit seines arktischen Territoriums zu vernachlässigen.
- Beim NATO-Gipfel in Ankara sagt Trump, Grönland solle unter US-Kontrolle stehen, was seine NATO-Beziehungen schädigt.
- Dänemark kündigt Kauf von zwei Boeing P-8A Poseidon-Flugzeugen für die Arktisüberwachung an.
Dänemarks gleichzeitiger Flugzeugkauf und diplomatischer Widerstand veranschaulichen den zweigleisigen Ansatz Kopenhagens: eigene Verteidigungsfähigkeiten zu stärken und gleichzeitig jede Souveränitätsübertragung öffentlich abzulehnen.


