
Griechenland: Primärüberschuss erreicht 3,65 Mrd. Euro, dreifaches Ziel dank Mehrwertsteuer-Sprung
Der Primärüberschuss der griechischen Zentralregierung hat sein Ziel in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 mehr als verdreifacht und erreichte 3,65 Mrd. Euro gegenüber einem Ziel von 1,24 Mrd. Euro, da die Mehrwertsteuereinnahmen auf 12,34 Mrd. Euro stiegen, was teilweise auf die hohen Verbraucherpreise zurückzuführen ist.
Überschuss mehr als verdreifacht
Das Ministerium für Nationalwirtschaft und Finanzen meldete für den Zeitraum Januar bis Mai 2026 einen Primärüberschuss von 3,65 Mrd. Euro, weit über dem offiziellen Ziel von 1,24 Mrd. Euro. Auf modifizierter Kassenbasis wies der Saldo des Zentralregierungshaushalts einen Überschuss von 103 Mio. Euro aus, verglichen mit einem geplanten Defizit von 2,18 Mrd. Euro. Im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 wurde ein Primärüberschuss von 5,34 Mrd. Euro erzielt. Die Nettoeinnahmen erreichten 30,22 Mrd. Euro und übertrafen das Ziel um 2,53 Mrd. Euro, was hauptsächlich auf den vorzeitigen Eingang der siebten Tranche der Aufbau- und Resilienzfazilität (RRF) in Höhe von 884 Mio. Euro im April und höhere als geplante Einnahmen aus öffentlichen Investitionen zurückzuführen ist.
Mehrwertsteuer treibt Steuereinnahmen auf 28 Mrd. Euro
Die gesamten Steuereinnahmen beliefen sich auf 28,03 Mrd. Euro, bzw. 27,59 Mrd. Euro nach Abzug einmaliger Effekte aus der Egnatia-Konzession (306 Mio. Euro) und einer Casinolizenzzahlung in Elliniko (135 Mio. Euro). Der bereinigte Wert übersteigt das Ziel dennoch um 171 Mio. Euro bzw. 0,6 %. Die Mehrwertsteuereinnahmen waren der Hauptmotor und brachten 12,34 Mrd. Euro ein, eine Übererfüllung von 650 Mio. Euro im Vergleich zum Plan. Selbst ohne das konzessionsbedingte MWSt-Element lag die Übererfüllung bei 344 Mio. Euro. Das Ministerium führte die starke Mehrwertsteuer auf hohe Verbraucherpreise zurück, die die nominalen Ausgaben in die Höhe trieben.
- Mehrwertsteuer
- 650 Mio. Euro
- Sonderverbrauchsteuer
- -224 Mio. Euro
- Grundsteuer
- 31 Mio. Euro
- Einkommensteuer
- 7 Mio. Euro
- Sozialbeiträge
- -2 Mio. Euro
Uneinheitliches Bild bei anderen Steuern
Die Grundsteuern brachten 1,51 Mrd. Euro ein, 31 Mio. Euro über dem Ziel. Die Einkommensteuern beliefen sich auf 8,85 Mrd. Euro, marginale 7 Mio. Euro über dem Ziel, doch die Gesamtzahl verdeckte eine Übererfüllung von 211 Mio. Euro bei der persönlichen Einkommensteuer, die durch ein Minus von 105 Mio. Euro bei der Körperschaftsteuer und ein Defizit von 99 Mio. Euro in anderen Einkommenskategorien ausgeglichen wurde. Die Verbrauchsteuern blieben zurück: 2,58 Mrd. Euro, bzw. 224 Mio. Euro unter dem Ziel, was auf eine schwächere Nachfrage nach hoch besteuerten Gütern hindeutet. Die Sozialbeiträge blieben mit 23 Mio. Euro im Wesentlichen stabil.
Einmaleffekte und zugrunde liegender Trend
Mehrere zeitliche Effekte verzerrten den ausgewiesenen Überschuss. Bereinigt um zeitliche Verschiebungen bei Verteidigungsausgaben, Investitionsausgaben und Transfers an die allgemeine Staatsverwaltung sowie um den vorzeitigen RRF-Eingang von 884 Mio. Euro und 574 Mio. Euro an vorzeitigen öffentlichen Investitionszahlungen verringerte sich die Übererfüllung des Primärüberschusses auf 246 Mio. Euro auf modifizierter Kassenbasis. Das Ministerium betonte, dass sich die haushaltsrechtliche Kennzahl von dem kassenbasierten Ergebnis unterscheidet. Es handelt sich um Zahlen der Zentralverwaltung, nicht um die aggregierten Zahlen der allgemeinen Staatsverwaltung, die auch die lokalen Gebietskörperschaften und Sozialfonds umfasst.
- 2025 tatsächlich
- 5.343 Mrd. Euro
- 2026 Ziel
- 1.243 Mrd. Euro
- 2026 tatsächlich
- 3.65 Mrd. Euro


