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Diplomatie·vor 2 Std.

Griechenland und Ost-Libyen treiben EEZ-Gespräche und Migrationskooperation bei Haftar-Besuch in Athen voran

Außenminister George Gerapetritis traf sich am Montag in Athen mit Saddam Haftar, dem stellvertretenden Kommandeur der Libyschen Nationalarmee. Auf der Agenda standen die Abgrenzung von Seegebieten, irreguläre Migration und Energieinvestitionen.

Treffen in Athen

Außenminister George Gerapetritis traf sich am Montag in Athen mit Saddam Haftar, dem stellvertretenden Kommandeur des Generalkommandos der Libyschen Nationalarmee und Sohn von Marschall Khalifa Haftar. Der Besuch, Haftars erster in der griechischen Hauptstadt, folgt auf Gerapetritis’ zweite Reise nach Bengasi am 28. März 2026 und bestätigt den gegenseitigen Wunsch, die Kommunikationskanäle zu vertiefen und die „besonders zufriedenstellende“ Beziehung zu Ost-Libyen auszubauen, so diplomatische Quellen. Später am Tag führte Haftar zudem Gespräche mit Premierminister Kyriakos Mitsotakis im Maximos-Palast.

Der Besuch bestätigt den gemeinsamen Willen zur weiteren Stärkung der Kommunikationskanäle und die besonders zufriedenstellende Beziehung, die mit Ost-Libyen aufgebaut wurde.

Diplomatische Quellen

Wirtschafts- und Energiekooperation

Die Diskussionen unterstrichen engere wirtschaftliche Bindungen und die Förderung von Investitionen in verschiedenen Sektoren, allen voran im Energiebereich, aufbauend auf einer griechischen Wirtschaftsmission, die im Januar 2026 nach Bengasi reiste. Beide Seiten einigten sich zudem auf die Notwendigkeit, die See- und Luftverbindungen zwischen Griechenland und Ost-Libyen auszubauen. Die geografische Nähe der beiden Länder und eine fragile internationale geopolitische Lage machen eine für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit für die Stabilität im östlichen Mittelmeerraum unerlässlich, stellten beide Seiten fest.

Migration und Ausbildung der Küstenwache

Irreguläre Migration stand weit oben auf der Agenda Athens. Gerapetritis und Haftar vereinbarten eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Ziel, die Migrationsströme in Richtung Kreta und Gavdos zu reduzieren. Sie unterstrichen zudem die Bedeutung der Fortsetzung von Ausbildungsprogrammen für Personal der libyschen Küstenwache in Griechenland, die Vorbereitung eines neuen Zyklus von Ausbildungsaktivitäten sowie die Bereitstellung von technischem Know-how. Das Thema folgt auf bereits unternommene praktische Schritte; Anfang Juni besuchte Generalmajor Khayri Khalleefah Omar Altameemi, Generalsekretär des Generalkommandos der Libyschen Nationalarmee, zwischen dem 10. und 13. Juni die Griechische Militärakademie und das Hauptquartier der griechischen Küstenwache in Athen, um über militärische und verteidigungspolitische Zusammenarbeit zu beraten, einschließlich spezialisierter Ausbildung und Stipendien für libysche Kadetten.

Abgrenzung von Seegebieten

Gerapetritis bekräftigte, dass die Priorität Griechenlands weiterhin die Abgrenzung einer Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) mit Libyen bleibt, einem Nachbarland mit gegenüberliegenden Küsten, auf der Grundlage des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen (UNCLOS). Das Treffen fand nur fünf Tage nachdem die stellvertretende Außenministerin Alexandra Papadopoulou die zweite Runde der technischen Ausschussgespräche über Seegebiete in Tripolis geleitet hatte, statt, wodurch der Dialog mit der westlich basierten Regierung aufrechterhalten wird, während Athen gleichzeitig seine Beziehungen zum östlichen Lager pflegt.

Die Priorität Griechenlands bleibt die Abgrenzung einer Ausschließlichen Wirtschaftszone mit Libyen als echtem Nachbarland mit gegenüberliegenden Küsten auf der Grundlage des Seerechts, wie es im UNCLOS kodifiziert ist.

Griechenland als regionaler Vermittler

Die Gespräche hoben zudem die Rolle Griechenlands als verlässlicher Gesprächspartner innerhalb der Europäischen Union und im UN-Sicherheitsrat hervor. Gerapetritis wiederholte Athens standhafte Unterstützung für ein geeintes und starkes Libyen, frei von Interventionen Dritter. Vor dem Hintergrund eines zunehmend angespannten östlichen Mittelmeerraums beschrieben beide Parteien die Vertiefung der griechisch-ostlibyschen Beziehungen als eine Säule der Sicherheit und des Wohlstands in der weiteren Region.

Jüngste diplomatische Kontakte zwischen Griechenland und Libyen
  1. George Gerapetritis absolviert seinen zweiten Besuch in Bengasi.
  2. Zweites Treffen des technischen Ausschusses zu Seegebieten findet in Tripolis statt, geleitet von der stellvertretenden Außenministerin Alexandra Papadopoulou.
  3. Generalmajor Khayri Khalleefah Omar Altameemi beginnt einen offiziellen Besuch in Athen und trifft Militär- und Küstenwache-Vertreter.
  4. Saddam Haftar trifft Außenminister George Gerapetritis im Außenministerium.
  5. Saddam Haftar trifft Premierminister Kyriakos Mitsotakis im Maximos-Palast.
Athen · Bengasi · Tripolis · Heraklion · Gavdos

6 Quellen

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