
Herbstgrasmilben: Winzige Spinnentiere verursachen bis zu zwei Wochen starken Juckreiz, raten deutsche Gesundheitsbehörden
Die Larven der Herbstgrasmilben, mit 0,25 mm kaum sichtbar, sondern ein Sekret ab, das die Haut auflöst und einen verzögerten Juckreiz verursacht, der bis zu zwei Wochen anhalten kann, so deutsche Gesundheitsexperten.
Was sind Herbstgrasmilben?
Herbstgrasmilben (Neotrombicula autumnalis), auch Erntemilben genannt, sind Spinnentiere, keine Insekten. Sie leben in Wiesen, Parks, Gärten und anderen Grünflächen. Alex Christian, ehemaliger wissenschaftlicher Leiter der Sektion Spinnentiere am Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz, erklärte, dass nur das Larvenstadium parasitisch ist. Die Larven suchen Wirte, vor allem kleine Säugetiere, aber auch Menschen, um sich zu ernähren. Nach der Nahrungsaufnahme lassen sie sich fallen und entwickeln sich zu nicht parasitären Nymphen, die keine Auswirkungen mehr auf Menschen haben.
Wie sie stechen und Juckreiz verursachen
Im Gegensatz zu Mücken oder Zecken besitzen diese Milben keinen Stechapparat. Stattdessen heften sie sich mit ihren Mundwerkzeugen an die Haut und sondern ein Sekret ab, das die oberste Hautschicht auflöst. Der Wirt spürt nichts, solange die Milbe anhaftet. Christian beschrieb die Folgen anschaulich.
Erst wenn sie weg sind und diese Substanzen fehlen, dann juckt es, und zwar wirklich, wirklich schrecklich.
Die Stiche erscheinen als rötliche Quaddeln. Ein Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sagte, der Juckreiz beginne typischerweise 12 bis 24 Stunden nach dem Stich und könne bis zu zwei Wochen anhalten. Häufig betroffen sind Stellen mit dünner, feuchter Haut: Füße, Knöchel, Kniekehlen, Taille und Achselhöhlen.
- Die Milbenlarve heftet sich mit ihren Mundwerkzeugen an die Haut und beginnt zu fressen, wobei sie ein Sekret absondert, das die oberste Hautschicht auflöst.
- Der Wirt spürt nichts, während die Milbe frisst; die Larve schwillt von 0,25 mm auf bis zu 0,7 mm an.
- Sobald sie vollgesogen ist, lässt sich die Larve vom Wirt fallen und kehrt in den Boden zurück, um sich zu einer nicht parasitären Nymphe zu entwickeln.
- Starker Juckreiz beginnt, oft als äußerst unangenehm beschrieben, mit rötlichen Quaddeln auf der Haut.
- Der Juckreiz kann bis zu zwei Wochen anhalten; Kratzen kann zu Entzündungen führen und sollte vermieden werden.
Gesundheitsrisiken und Behandlung
Der DRK-Sprecher bestätigte, dass Herbstgrasmilben im Gegensatz zu Zecken keine Krankheiten übertragen.
Herbstgrasmilben übertragen keine Krankheiten wie Zecken, aber der Juckreiz ist oft äußerst unangenehm.
Kratzen sollte vermieden werden, da es zu Entzündungen führen kann. Das DRK empfiehlt kühlende Umschläge, Antihistamin-Gele oder rezeptfreie Kortisonsalben zur Linderung des Juckreizes. Wenn der Juckreiz länger als zwei Wochen anhält, sich verschlimmert oder Anzeichen einer allergischen Reaktion auftreten (wie große Blasen oder Atemnot), sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Vorbeugungstipps
Die Milbenlarven sind etwa 0,25 mm groß und schwellen bei voller Sättigung auf 0,7 mm an, sodass sie mit bloßem Auge kaum sichtbar sind. Menschen, die sich im Freien aufhalten, sind am stärksten gefährdet. Christian riet, lange Kleidung, feste Schuhe zu tragen und die Hosenbeine in die Socken zu stecken. Der DRK-Sprecher fügte hinzu, dass Barfußlaufen auf Gras vermieden werden sollte. Nach Aktivitäten im Freien hilft Duschen und das Waschen der getragenen Kleidung bei 60 Grad Celsius, um Milben zu entfernen.
Auswirkungen auf Haustiere
Die Spinnentiere können auch bei Tieren Juckreiz verursachen. Christiane Bärsch von der Bundestierärztekammer merkte an, dass insbesondere Hunde in den Sommermonaten starke Reaktionen zeigen. Die gleichen vorbeugenden Maßnahmen, wie das Untersuchen von Haustieren nach Spaziergängen und das Kurzhalten des Grases, können helfen, die Exposition zu reduzieren.


