Macron bittet EU-Kommission um Verbot sozialer Medien für Kinder unter 15 Jahren
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat Ursula von der Leyen in einem Brief aufgefordert, EU-weite Gesetze zu erlassen, die Minderjährigen unter 15 Jahren den Zugang zu sozialen Medien verbieten. Dies geschieht nach rechtlichen Rückschlägen auf nationaler Ebene in Frankreich.
Ein Aufruf zur europäischen Gesetzgebung
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, formell aufgefordert, EU-Gesetze auszuarbeiten, die den Zugang zu sozialen Medien für Kinder unter 15 Jahren verbieten. Die Anfrage wurde in einem Brief vom 29. August 2026 detailliert, den AFP am 7. September 2026 erhielt. Macron argumentierte, dass eine gemeinsame europäische Maßnahme notwendig sei, um alle Kinder in den Mitgliedstaaten vor Online-Risiken zu schützen. Er drängte die Europäische Kommission, kurzfristig verbindliche europäische Regeln vorzubereiten und positionierte das Verbot als zentrales politisches Ziel für den Rest seiner zweiten Amtszeit.
Es ist nun unerlässlich, weiterzugehen und durch einen neuen europäischen Text ein Verbot des Zugangs zu Social-Media-Plattformen für Minderjährige unter 15 Jahren zu harmonisieren.
- Ursula von der Leyen verspricht Vorschläge für gestaffelten Zugang von Jugendlichen zu sozialen Medien
- Französischer Verfassungsrat kippt nationales Verbot für Minderjährige unter 15 Jahren
- Emmanuel Macron sendet Brief an Ursula von der Leyen mit der Forderung nach einem EU-weiten Verbot für unter 15-Jährige
- AFP enthüllt den Inhalt von Macrons Brief an die Europäische Kommission
Rückschläge im Inland in Frankreich
Die diplomatische Initiative folgt auf erhebliche rechtliche Hürden für entsprechende Gesetze in Frankreich. Im August 2026 erklärte der französische Verfassungsrat ein vom französischen Parlament verabschiedetes nationales Gesetz, das den Zugang zu sozialen Medien für Minderjährige unter 15 Jahren verbieten sollte, für ungültig. Die Verfassungsrichter entschieden, dass die Maßnahme einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Meinungs- und Kommunikationsfreiheit Jugendlicher darstelle. Darüber hinaus stellte der Rat fest, dass das Gesetz nicht festlegte, wie Nutzer sozialer Netzwerke ihr Alter praktisch nachweisen sollten. In seinem Brief räumte Macron ein, dass künftige Beschränkungen besser definiert und reguliert werden müssten, um einer verfassungsrechtlichen Prüfung standzuhalten. Er bekräftigte seine Absicht, im Herbst 2026 einen überarbeiteten Gesetzesentwurf vorzulegen, der sowohl der französischen Verfassung als auch den Rechtsrahmen der Europäischen Union entspricht, mit dem Ziel, das System vor seinem Ausscheiden aus dem Élysée-Palast im Frühjahr 2027 nach der Präsidentschaftswahl im April betriebsbereit zu haben.
Konkurrierende Vorschläge in Brüssel
Die französische Initiative fordert die Europäische Kommission direkt heraus, einen strengeren Ansatz zu verfolgen, während sie ihre eigenen digitalen Vorschriften vorbereitet. Im Juli 2026 kündigte Ursula von der Leyen an, dass die Europäische Kommission nach dem Sommer Vorschläge vorlegen werde, und deutete an, dass sie ein progressives und gestaffeltes Zugangssystem erwägen werde, das auf verschiedene Altersgruppen zugeschnitten ist. Dieser geplante Ansatz spiegelte die Empfehlungen eines Ausschusses europäischer Experten wider, die ein vollständiges Verbot nur für Kinder unter 13 Jahren sowie weniger restriktive Kontrollen für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren empfahlen. Macron lobbyiert aktiv gegen eine niedrigere Schwelle und argumentiert, dass nur ein harmonisiertes Verbot für alle Minderjährigen unter 15 Jahren einen wirksamen Standard im gesamten Binnenmarkt etablieren könne.
- Vorschlag des europäischen Expertengremiums
- 13 Jahre
- Vorschlag von Emmanuel Macron
- 15 Jahre
Verifikation und Plattformfunktionen
In seinem Schreiben erläuterte Macron die technischen und strukturellen Anforderungen, die für ein funktionierendes EU-weites Verbot notwendig sind. Er erklärte, dass die Altersverifikation auf einem koordinierten Satz robuster nationaler und europäischer Lösungen beruhen müsse, die die Datenschutzstandards vollständig respektieren. Das französische Staatsoberhaupt forderte Brüssel zudem auf, suchterzeugende Plattformfunktionen klar zu identifizieren und zu regulieren, und verlangte standardmäßige Sicherheitsvorkehrungen wie gesetzliche Nutzungszeitbegrenzungen. In den letzten Monaten hat Macron eine Koalition von EU-Mitgliedstaaten aufgebaut, die die Einführung eines digitalen Volljährigkeitsalters unterstützen, obwohl die Regierungen weiterhin über die genaue Altersgrenze uneins sind. In dem Brief forderte Macron ausdrücklich die Mobilisierung und das Fachwissen der Kommissionsdienststellen auf kurze Frist, sobald Frankreich seinen überarbeiteten nationalen Gesetzentwurf in diesem Herbst offiziell übermittelt.


