
Goldminen-Einsturz in der sudanesischen Provinz West-Kordofan tötet mindestens 60 Kleinschürfer
Bei einem Einsturz von sechs handgegrabenen Schächten in der Goldmine Al-Zaraa nahe An-Nuhud kamen mindestens 60 Menschen ums Leben, Dutzende werden vermisst, während die Rettungskräfte ohne Schwertechnik suchen.
Schachteinsturz in Al-Zaraa
Eine von Kleinschürfern betriebene Goldmine ist in der sudanesischen Provinz West-Kordofan eingestürzt und hat Dutzende Arbeiter unter Gestein und losem Sand begraben. Das Unglück ereignete sich in der Mine Al-Zaraa im Gebiet Fouja nördlich der Wüstenstadt An-Nuhud. Sechs von Hand gegrabene Schächte gaben nach; lokale Berichte deuten darauf hin, dass der Struktureinsturz am späten Dienstag beschleunigt wurde, während einige lokale Medien bereits am Sonntag erste Instabilitäten gemeldet hatten. Die Anlage besteht aus ungesicherten offenen Gruben und provisorischen Brunnen, in denen Kleinschürfer manuell Erz fördern. Die abgelegene Lage und das völlige Fehlen spezieller Sicherheitsinfrastruktur machten die Arbeiter verwundbar, als der instabile Boden nachgab.
- Bei einem Mineneinsturz in West-Kordofan kommen Dutzende von Kleinschürfern ums Leben.
- Bewaffneter Konflikt zwischen der sudanesischen Armee und den Rapid Support Forces beginnt.
- Die Europäische Union verbietet die Ausfuhr von Quecksilber und Cyanid in den Sudan.
- Sechs von Hand gegrabene Schächte der Goldmine Al-Zaraa bei An-Nuhud brechen ein.
- Die Rettungskräfte bergen 60 Leichen, die Zahl der Toten wird auf bis zu 82 geschätzt.
Rettungsbemühungen und Opferzahlen
Die mitarbeitenden Bergleute leiteten sofort eine nächtliche Rettungsaktion mit bloßen Schaufeln und einfachem Handgerät ein. Bis Mittwochmorgen hatten die Retter 60 Leichen geborgen, doch die Opferzahlen stiegen weiter, als Meldungen verschiedener Organisationen eintrafen. Rundfunkanstalten in den Niederlanden und Italien bestätigten mindestens 67 Tote und 25 Verletzte, während eine Quelle innerhalb der paramilitärischen Rapid Support Forces von mindestens 82 Toten sprach. Das Kordofan-Observatorium berichtete von mehr als 70 toten oder vermissten Bergleuten und fügte hinzu, dass der sandige Boden die Ausgrabung erschwere und keine spezialisierten Rettungskräfte vor Ort seien. Ein Überlebender, der am Dienstag aus den Trümmern gezogen wurde, erklärte, weitere eingeschlossene Arbeiter könnten noch am Leben sein.
Khair al-Sayyed Jabara, ein Überlebender, der an der nächtlichen Suche teilnahm, beschrieb die Grenzen der örtlichen Rettungsteams.
Alle arbeiten sehr hart, um die Leichen oder eventuelle Überlebende zu bergen, aber es ist schwierig. Wir brauchen schwere Maschinen, um das Gestein und den Boden zu räumen.
- Erste Überlebenden- und lokale Zählung
- 60 Tote
- Niederländische und italienische Sender
- 67 Tote
- RSF-Paramilitärquelle
- 82 Tote
Goldhandel und Konfliktfinanzierung
West-Kordofan steht unter der Kontrolle der Rapid Support Forces, die seit April 2023 in einem bewaffneten Konflikt mit dem sudanesischen Militär stehen. Die Goldgewinnung dient beiden Kriegsparteien als Haupteinnahmequelle, mit der sie Waffenkäufe und Militäroperationen im ganzen Land finanzieren. Quellen aus der Bergbaubranche und sudanesische Beamte erklären, dass nahezu das gesamte im Sudan geförderte Gold auf offiziellem Exportweg oder durch Schmuggelnetzwerke in die Vereinigten Arabischen Emirate fließt, wobei die VAE-Behörden die Lieferung von Militärausrüstung an die paramilitärische Gruppe bestreiten. Ein UN-Bericht stellte fest, dass der Wettbewerb um Mineralienreichtum und Territorium die Kämpfe während des gesamten Konflikts angeheizt hat. Menschenrechtsgruppen haben weit verbreitete Missbräuche in von der RSF kontrollierten Gebieten dokumentiert, wobei Amnesty International von ethnischen Säuberungen und Ärzte ohne Grenzen von systematischer sexualisierter Gewalt berichtet.
Gefährliche Bedingungen und behördliche Verbote
Der Sudan ist einer der größten Goldproduzenten Afrikas, doch schwere wirtschaftliche Not und Arbeitslosigkeit haben Tausende junger Männer in den gefährlichen Kleinschürferbergbau getrieben. In den von der Armee gehaltenen nördlichen und östlichen Provinzen betreten die Arbeiter stillgelegte Industrieschächte, während in südlichen Regionen wie Kordofan auf große ungesicherte Gruben gesetzt wird. 2021 kamen bei einem ähnlichen Mineneinsturz in West-Kordofan Dutzende Arbeiter ums Leben. Neben der ständigen Gefahr von Struktureinstürzen gehen Kleinschürfer routinemäßig ohne Schutzausrüstung mit gefährlichen Chemikalien wie Quecksilber und Cyanid um, um Gold aus dem Erz zu lösen. Als Reaktion auf diese Umwelt- und Gesundheitsrisiken verhängte die Europäische Union im Juli 2026 ein Verbot des Verkaufs, der Lieferung, der Ausfuhr und der Weitergabe von Quecksilber und Cyanid an den Sudan.


