
Waldbrand im Müritz-Nationalpark zwingt zur zweiten Evakuierung von Granzin – wechselnde Winde verdoppeln Brandfläche auf 91 Hektar
Die Einsatzkräfte in Mecklenburg-Vorpommern ordneten am Dienstagabend eine erneute Evakuierung von Granzin an, nachdem sich drehende Winde die Flammen bis auf 1,4 Kilometer an das Dorf herangetrieben und die verbrannte Fläche auf rund 91 Hektar verdoppelt hatten.
Windwechsel führt zu erneuten Evakuierungen
Die Bewohner von Granzin, einem Dorf mit knapp über 100 Einwohnern in der Gemeinde Kratzeburg, wurden am Dienstagabend zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Polizeibeamte klopften an Türen und prüften, ob jemand zu Hause war, und verwiesen die Menschen an das Gemeindezentrum im nahegelegenen Peckatel, das als Notunterkunft reaktiviert wurde.
Das Feuer hatte sich bis auf etwa 1,4 Kilometer an das Dorf herangearbeitet, nachdem der Wind am Nachmittag die Richtung geändert und an Stärke zugenommen hatte, so ein Sprecher des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Auch der benachbarte Weiler Granziner Mühle wurde evakuiert.
Das Problem ist, dass der Wind sich wieder gedreht und auch etwas aufgefrischt hat.
Feuer verdoppelt sich innerhalb von Stunden
Das Feuer, das am Montag erstmals in der Nähe des Aussichtsturms auf dem Käflingsberg gemeldet wurde, wuchs am späten Dienstag explosionsartig an. Am Abend hatte die brennende oder bereits verbrannte Fläche 91 Hektar überschritten, so der Kreissprecher.
Das hat in den letzten Stunden noch einen großen Sprung gemacht.
Am frühen Tag hatte das Feuer noch bei etwa 25 Hektar gelegen und sich langsam auf das Westufer des Müritzsees zubewegt. Die Zahl vom Montagabend hatte 24 Hektar betragen, ausgehend von zunächst 2.000 Quadratmetern. Die Lage schien sich über Nacht zu stabilisieren, wobei der Landkreis am Dienstagmorgen etwa 15,5 Hektar meldete und anmerkte, dass sich der Umfang im Vergleich zum Vorabend nicht vergrößert habe.
- 2026-07-13T16:00
- 0.2 Hektar
- 2026-07-13T21:00
- 24 Hektar
- 2026-07-14T07:00
- 15.5 Hektar
- 2026-07-14T12:00
- 25 Hektar
- 2026-07-14T19:00
- 91 Hektar
Blindgänger halten Feuerwehr auf Distanz
Das Feuer brennt auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz, der stark mit alter Munition belastet ist, was die Feuerwehr zwingt, einen Sicherheitsabstand von 1.000 Metern einzuhalten. Die Einsatzkräfte können das munitionsbelastete Gelände überhaupt nicht betreten, unabhängig davon, ob Feuer vorhanden ist, erklärte der Kreissprecher. Das bedeutet, dass jede Verteidigungslinie mit Kreisbergnungsanlagen nur relativ nahe an Granzin selbst aufgebaut werden kann.
Lange Transportwege für Löschwasser erschweren die Aufgabe zusätzlich. Ein Harvester wird eingesetzt, um den Wald um das Dorf Speck zu tränken, und Riegelstellungen (große gartenbrausenähnliche Systeme, die den Waldboden bewässern) werden erweitert, um vor Granzin, Granziner Mühle, Krienke und Boek Sperrlinien zu schaffen.
Einsatz und Ausblick
Am Dienstagvormittag waren etwa 200 Feuerwehrleute im Einsatz, am Abend stieg die Zahl auf rund 250. Weitere Kräfte wurden angefordert. Landrat Müller rechnet mit einem Einsatz bis zum Wochenende. Ein Sprecher sagte, Regen sei für Donnerstag oder eher Freitag vorhergesagt, und fügte hinzu: „Zumindest bis dahin wird das noch aktuell sein.“
Die ersten Evakuierungen waren bereits am Montagabend angeordnet worden, als Granzin, Krienke und Speck geräumt wurden. Die Bewohner durften in der späten Nacht zurückkehren, als der Wind nachließ, aber der Landkreis bat sie, wenn möglich in ihren Notunterkünften zu bleiben.
Das Feuer wird die Einsatzkräfte wahrscheinlich bis Ende der Woche beschäftigen.
Es ist der zweite große Brand auf einem munitionsbelasteten Übungsgelände im Nationalpark innerhalb eines Monats. Ende Juni verbrannte ein Feuer auf einem anderen, aber nahe gelegenen ehemaligen Militärgelände mehr als 100 Hektar und beschäftigte die Einsatzkräfte mehrere Tage.
Warnungen an die Öffentlichkeit
Die Polizei hat Urlauber und Anwohner wiederholt aufgefordert, das betroffene Gebiet zu meiden. Straßen in den Park bei Kratzeburg, Speck und Granzin sind gesperrt, jedoch können aufgrund der vielen kleinen Zugänge nicht alle Wege bewacht werden. Die Warnung gilt auch für Kanuten und andere Wassersportler, die angewiesen werden, nicht zu Fuß zwischen Gewässern in der Gegend zu unterqueren. Der Nationalparkbus ist eingestellt, da seine Route durch die Brandzone führt; der Schienenverkehr durch Kratzeburg bleibt unbeeinträchtigt.
- Feuer in der Nähe des Aussichtsturms auf dem Käflingsberg gemeldet.
- Granzin, Krienke und Speck evakuiert; Bewohner können spät in der Nacht zurückkehren, da der Wind nachlässt.
- Feuer bei etwa 15,5 Hektar; Lage als leicht entspannt beschrieben.
- Wind dreht und verstärkt sich; Feuer rückt auf 1,4 km an Granzin heran.
- Granzin und Granziner Mühle erneut evakuiert; Brandfläche übersteigt 91 Hektar.
- Regen vorhergesagt, laut Kreissprecher.


