
Waldbrand auf ehemaligem Truppenübungsplatz im Müritz-Nationalpark weitet sich auf 269 Hektar aus, erschwert durch explodierende Munition
Ein seit Montag auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern brennender Waldbrand hat sich auf 269 Hektar (knapp 400 Fußballfelder) ausgeweitet, wobei alte Munition detoniert und direkte Löscharbeiten verhindert.
Brandverlauf und aktuelles Ausmaß
Ein großer Waldbrand im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern ist auf 269 Hektar angewachsen, wie der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte am 15. Juli 2026 mitteilte. Die betroffene Fläche, die knapp 400 Fußballfeldern entspricht, brennt seit Montag. Derzeit sind rund 375 Einsatzkräfte vor Ort, weitere Unterstützung aus Bayern wird am Donnerstagmorgen erwartet. Der Landkreis hat zudem bundesweit 150 Beregnungsgeräte (Kreisregner) angefordert, Einheiten aus Bayern, Sachsen und Brandenburg treffen bereits ein.
- Waldbrand auf ehemaligem Truppenübungsplatz im Müritz-Nationalpark gemeldet.
- Granzin zum ersten Mal evakuiert; Evakuierung später aufgehoben, dann am Abend wieder verhängt.
- Betroffene Fläche mit mehr als 160 Hektar angegeben; 330 Einsatzkräfte im Einsatz.
- Brand weitet sich auf mehr als 200 Hektar aus; bundesweite Anforderung von 150 Beregnungsgeräten gestellt.
- Brand erreicht 269 Hektar; 375 Einsatzkräfte vor Ort; bayerische Unterstützung soll am Morgen des 16. Juli eintreffen.
Munitionsgefahren und Einsatzbeschränkungen
Der Brand brennt auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz, der stark mit Kampfmitteln belastet ist. Ein Sprecher des Landkreises sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Explosionen seien häufig und deutlich hörbar. Der Sprecher fügte hinzu, dass größere Kaliber betroffen seien, darunter Panzergranaten, die in der Vergangenheit auf dem Gelände gefunden wurden. Die Kampfmittel verhindern, dass Feuerwehrleute dem Brand direkt näherkommen. Stattdessen arbeiten die Einsatzkräfte daran, das Feuer von außen einzudämmen, indem sie mit Beregnungsgeräten Brandschneisen schaffen, die Geländestreifen durchnässen, um die Ausbreitung zu stoppen.
Es explodiert relativ viel Munition. Die Kameraden können es tatsächlich hören, wenn sie nicht neben einer Pumpe stehen.
Evakuierungen und Schutzmaßnahmen
Das Dorf Granzin mit rund 400 Einwohnern bleibt evakuiert, die Anordnung wurde erstmals am Dienstag erlassen. Das Feuer war bis auf etwa 1.200 Meter an das nächste Haus herangerückt. Ein Feld zwischen dem Waldrand und der Siedlung wurde mehrfach umgepflügt, um brennbares Material unter der Erde zu vergraben, und Beregnungsgeräte wurden dort als Schutzbarriere eingesetzt. Der Landkreis hat außerdem örtliche Landwirte aufgefordert, Eggen und Wassertanks während der Ernte bereitzuhalten, um neu entstehende Brände schnell zu löschen und so die Einsatzkräfte zu entlasten.
Einsatzumfang und -dauer
Der Landkreis rechnet mit einem mehrtägigen Einsatz. Ein ähnlicher Brand ereignete sich Ende Juni auf einem anderen nahegelegenen ehemaligen Truppenübungsplatz im Nationalpark, der mehr als 100 Hektar betraf und einen mehrtägigen Einsatz erforderte. Der aktuelle Waldbrand führte im Oktober 2024 zu einer Regionalübung in dem betroffenen Gebiet, was auf ein Bewusstsein für die Gefahr hindeutet. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) wird die Region am Donnerstag besuchen, eine Pressekonferenz ist für den Morgen geplant.
Lokale Auswirkungen
Der Brand hat den Tourismus und Outdoor-Aktivitäten beeinträchtigt. Ingo Hecht, der einen Kanuverleih im nahegelegenen Kratzeburg betreibt, berichtete von Schwierigkeiten, Kunden zurückzuholen, deren Routen durch Wasserstraßen- und Wegesperrungen blockiert sind. Sein Geschäft läuft mit reduziertem Betrieb, die Hälfte seiner Mitarbeiter hilft bereits als freiwillige Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten. Die Kundennachfrage ist gesunken, und die verfügbaren Strecken sind deutlich kürzer. Die Polizei des Landkreises hat die Öffentlichkeit aufgefordert, Rad- und Wanderwege in dem betroffenen Gebiet zu meiden, und Kanufahrer wurden gebeten, nicht von den Seen in die Havel zu wechseln. Der östliche Teil des Nationalparks und andere Gebiete wie Mirow sind nicht betroffen, touristische Aktivitäten laufen dort normal weiter.


