
Sanitas unterbricht Streik im Gesundheitswesen: 6.800 Stellen freigegeben, Gehaltsgesetz vertagt
Der Sanitas-Verband setzte seinen Generalstreik am Freitagmorgen aus, nachdem er eine Abstimmung im Parlament zur Freigabe von über 6.800 vakanten Gesundheitsstellen und die Verschiebung des staatlichen Gehaltsgesetzes für den öffentlichen Dienst erreicht hatte.
Streik ausgesetzt und unmittelbare Erfolge
Rumäniens größte Gesundheitsgewerkschaft Sanitas hat ihren Generalstreik am 31. Juli 2026 abgebrochen, vier Tage nachdem die Arbeitsniederlegungen am 28. Juli begonnen hatten. Der Arbeitskonflikt hatte nach Angaben des Verbandes 24 Tage gedauert, und die Aussetzung erfolgte Stunden nach der Sitzung des Gewerkschaftsrates. Die Mitglieder werden weiterhin Armbinden tragen als sichtbares Zeichen, dass der Protest pausiert, nicht aufgegeben ist.
Heute können wir mit voller Überzeugung sagen: Wir haben es geschafft! Wir wurden gehört! Wir haben bewiesen, dass SANITAS eine organisierte, entschlossene und geeinte Kraft ist.
Was die Gewerkschaft erreichte
Am 29. Juli verabschiedete die Abgeordnetenkammer eine Änderung des Gesundheitsgesetzes, die über 6.800 vakante Stellen im öffentlichen Gesundheitswesen im Rahmen des genehmigten Budgets freigibt. Sanitas bezeichnete diesen Schritt als zweiten Sieg, nachdem das erste Ziel (die Sichtbarmachung der chronischen Unterbesetzung des Sektors) während des Streiks erreicht worden war. Die Gewerkschaft stellte außerdem fest, dass das Gehaltsgesetz für den öffentlichen Dienst, das der Hauptauslöser für den Arbeitskampf war, zumindest verschoben wurde.
- Arbeitskonflikt beginnt, als Sanitas Beschwerden über das Gehaltsgesetz vorbringt.
- Generalstreik im öffentlichen Gesundheitswesen und in der Sozialhilfe gestartet.
- Abgeordnetenkammer verabschiedet Änderung zur Freigabe von über 6.800 vakanten Gesundheitsstellen.
- Sanitas setzt Streik aus; Gewerkschaft setzt neue Verhandlungsziele für ein faires Gehaltsgesetz.
Der Kampf um das Gehaltsgesetz
Der Gesetzesentwurf zur Vergütung, so wie ihn die Parteien der Übergangsregierung 'verkaufen', existiert für uns, SANITAS, nicht mehr, schrieb der Verband. Die Gewerkschaft argumentierte wochenlang, dass der Gesetzentwurf ungerecht sei und keine wirtschaftliche Logik habe, und legte Berechnungen Politikern, Parlamentsparteien, Medien und sogar Experten der Weltbank vor. Sanitas erwirkte zudem ein Gerichtsurteil, das bestätigt, dass das Kabinett Bolojan nur geschäftsführend ist und nicht die politische Autorität hat, ein solches Gesetz zu entwerfen und zu fördern.
Politisches Terrain und nächste Schritte
Sanitas stellte die Aussetzung als Chance für die politische Klasse dar, sich neu zu orientieren und die Verhandlungen über ein neues, faireres Gehaltsgesetz wieder aufzunehmen. Die Gewerkschaft stellte zwei Bedingungen: Die Gespräche müssen einen anderen Entwurf hervorbringen, der 'gerechter, kohärenter und fairer' ist, und die Verhandlungen müssen mit einem politischen Akteur geführt werden, der die rechtliche Entscheidungsbefugnis hat, entweder dem Parlament oder einer legitimen, voll befugten Regierung. Wenn kein neuer Gesetzentwurf im Parlament eingebracht wird, kann der Gewerkschaftsrat wieder zusammentreten und den Generalstreik wieder aufnehmen.
Wir beenden den Streik nicht, sondern geben der Politik eine Chance, sich neu zu orientieren und die Verhandlungen über ein neues Gehaltsgesetz wieder aufzunehmen.
Breitere Gewerkschaftsfront
Fünf große nationale Gewerkschaftsbünde (CNSLR-Frăția, Cartel Alfa, BNS, CSDR und Meridian) haben sich Sanitas angeschlossen und die Unterstützungsaktionen auf die Bereiche Bildung, öffentliche Verwaltung und Kultur ausgeweitet. In einer gemeinsamen Erklärung erklärten sie, dass sich die rumänischen Gewerkschaften für ein gemeinsames Ziel zusammenschließen: ein Gehaltsgesetz, das Ungerechtigkeiten beseitigt und den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes den sozialen Wert verleiht, den sie verdienen. Die Erklärung bestand darauf, dass das Gesetz mit den Sozialpartnern diskutiert und ausgehandelt werden müsse, nicht unter dem Druck einer Frist zum 31. August überstürzt werden dürfe.
Reaktionen und konkurrierende Darstellung
Der ehemalige Gesundheitsminister Alexandru Rogobete nannte die Aussetzung 'einen Akt der Verantwortung gegenüber den Patienten' und ein klares Signal, dass der Dialog Ergebnisse und nicht nur Versprechungen hervorbringen müsse. Er kritisierte Vorschläge, die die Einkommen und Zulagen derjenigen gekürzt hätten, die unter den schwierigsten Bedingungen arbeiten, und fügte hinzu, der Protest sei legitim gewesen. In der Zwischenzeit argumentierte die konkurrierende Gewerkschaft Solidaritatea Sanitară, dass das zurückgestellte Gehaltsgesetz die Einkommen der Gesundheitsarbeiter tatsächlich erhöht hätte, eine Gegendarstellung, die einige Medien als Erklärung dafür anführten, warum der Streik nie vollständig auf alle Krankenhäuser ausgeweitet wurde.


