
Italienische Polizei birgt gestohlene Cézanne-, Renoir- und Matisse-Gemälde im Wert von über 9 Mio. Euro
Die italienischen Carabinieri haben drei Gemälde von Cézanne, Renoir und Matisse geborgen, die im März aus der Stiftung Magnani Rocca bei Parma gestohlen worden waren, und fünf moldauische Verdächtige festgenommen.
Der Überfall
In der Nacht vom 22. auf den 23. März brachen Diebe in die Fondazione Magnani Rocca in Mamiano di Traversetolo, etwa 20 Kilometer von Parma entfernt, ein und entwendeten drei Gemälde französischer Meister. Überwachungsaufnahmen, die die Polizei am 14. August veröffentlichte, zeigen zwei maskierte Einbrecher mit Stirnlampen, die durch ein Fenster einsteigen, in einen Saal eilen, drei Gemälde von der Wand nehmen und sie an eine dritte Person weitergeben, die draußen blieb und auf der Kamera nicht zu sehen war. Der gesamte Vorgang dauerte weniger als drei Minuten. Die Diebe hatten mit einem Traktor das Museumstor aufgebrochen und flohen durch die Museumsgärten. Die Einbrecher schienen genau zu wissen, wo die Zielgemälde hingen, und begaben sich direkt in den richtigen Raum.
Die Stiftung erklärte damals, dass eine strukturierte und organisierte Bande für den Diebstahl verantwortlich sei, den der Alarm unterbrochen habe. Das Museum erklärte, die Tat sei dank des Überwachungssystems und des schnellen Eingreifens von Polizei und Sicherheitskräften nicht weiter fortgeschritten.
Die Bergung
Am Freitag, dem 14. August, bargen Carabinieri des Provinzkommandos Parma und der Abteilung zum Schutz des Kulturerbes alle drei Gemälde bei Durchsuchungen, die von der Staatsanwaltschaft Parma angeordnet worden waren. Die Kunstwerke wurden in einem Karton in einem Flurschrank im Haus eines der Verdächtigen gefunden. Der Polizeichef von Parma, Andrea Pagliaro, gab die Bergung am 14. August bekannt.
Fünf Personen, alle aus Moldau, wurden festgenommen. Sie werden unter anderem der kriminellen Vereinigung zum Zwecke von Diebstählen beschuldigt. Insgesamt wird gegen neun moldauische Staatsbürger ermittelt, von denen fünf direkt an dem Museumsraub beteiligt gewesen sein sollen. Die Verdächtigen leben in der Region Parma und stehen auch im Verdacht, Einbrüche in Häuser und Geschäfte begangen zu haben. Andere gestohlene Gegenstände im Wert von Tausenden von Euro wurden zusammen mit den Gemälden in dem Haus gefunden.
Die Gemälde
Bei den drei geborgenen Werken handelt es sich um „Tasse et Plat de Cerises" („Tasse und Teller mit Kirschen") von Paul Cézanne, datiert 1885–1887, geschätzt auf 6 Mio. € (7 Mio. $); „Les Poissons" („Die Fische") von Pierre-Auguste Renoir, datiert 1917, geschätzt auf 3 Mio. € (3,5 Mio. $); und „Odalisque sur la Terrasse" („Odaliske auf der Terrasse") von Henri Matisse, datiert 1922, geschätzt auf etwa 20.000 € (23.000 $). Der geschätzte Gesamtwert übersteigt 9 Mio. € (10,4 Mio. $). Das Cézanne-Stillleben wurde in Bleistift und Aquarell ausgeführt, und der Renoir wird als Spätwerk des Künstlers beschrieben.
- Cézanne „Tasse et Plat de Cerises"
- 6 Mio. €
- Renoir „Les Poissons"
- 3 Mio. €
- Matisse „Odalisque sur la Terrasse"
- 0.02 Mio. €
Die Ermittlungen
Forensische Experten stellten trotz entfernter Nummern Seriennummern einer Spitzhacke und eines Feuerlöschers wieder her, die am Tatort zurückgelassen worden waren. Dies ermöglichte es den Ermittlern, die Gegenstände zu einem Wohnkomplex zurückzuverfolgen, was zu den Verdächtigen führte. Die Polizei bezeichnete die Ermittlungen als komplex. Die Ermittlungen der Carabinieri dauern an, weitere Informationen werden voraussichtlich später veröffentlicht.
Das Museum
Die 1977 gegründete Fondazione Magnani Rocca beherbergt die private Sammlung des verstorbenen Kunsthistorikers und Musikkritikers Luigi Magnani. Die Sammlung umfasst Werke von Tizian, Dürer, Rubens, Van Dyck, Goya, Monet, Tiepolo und Morandi und gilt als eine der bedeutendsten Kunstsammlungen Italiens. Der Diebstahl folgte auf eine Reihe spektakulärer Raubüberfälle auf europäische Museen, darunter der Diebstahl im Oktober von französischen Kronjuwelen und anderen Gegenständen im Wert von 88 Mio. € (101 Mio. $) aus dem Louvre in Paris.

