
Bundesberufungsgericht blockiert Trumps Ballsaalprojekt im Weißen Haus, Präsident kündigt Berufung beim Obersten Gerichtshof an
Ein Bundesberufungsgericht hat am 7. August 2026 die Aussetzung von Donald Trumps Ballsaalprojekt im Weißen Haus bestätigt und entschieden, dass er die Arbeiten ohne Zustimmung des Kongresses begonnen habe. Trump kündigte umgehend eine Berufung beim Obersten Gerichtshof an.
Gerichtsentscheidung
Am 7. August 2026 bestätigte das Berufungsgericht für den District of Columbia eine Aussetzung der Bauarbeiten an einem monumentalen Ballsaal im Weißen Haus, die erstmals im April von einem Bundesrichter angeordnet worden war. Das Gericht gab der US-Regierung 14 Tage Zeit, um beim Obersten Gerichtshof Klage einzureichen. Das Urteil stellte klar, dass die Sperre „nichts mit den Vorzügen des Projekts selbst zu tun“ habe, sondern dadurch begründet sei, dass Präsident Donald Trump die Arbeiten ohne Zustimmung des Kongresses begonnen habe.
Das Gericht schrieb, die Regierung habe keine „unbegrenzte Befugnis“, „das Weiße Haus, das Haus des Volkes, umzugestalten, zu renovieren und wiederaufzubauen, um den persönlichen Wünschen eines Präsidenten zu entsprechen.“ Das Urteil wurde von mehreren französischsprachigen Medien gemeldet, darunter RFI, Mediapart, France 24, Le Monde, Le Figaro, 7sur7 und RTBF.
- Trump reißt mit einem Bulldozer einen gesamten Flügel des Weißen Hauses ab, um mit dem Bau zu beginnen
- Ein Bundesrichter setzt die Bauarbeiten am Ballsaal aus
- AFP-Fotos zeigen fortlaufende Bauarbeiten mit einer Betonplatte und niedrigen Bauten, flankiert von zwei Kränen
- Das Berufungsgericht des DC-Bezirks bestätigt die Aussetzung und gibt der Regierung 14 Tage Zeit, um beim Obersten Gerichtshof Klage einzureichen
Trumps Reaktion
Trump kündigte umgehend an, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen, und schrieb auf seiner Plattform Truth Social, das Urteil sei eine „schreckliche Entscheidung, aus politischen und illegalen Gründen motiviert.“
Wir werden sofort beim Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten Berufung einlegen.
Trump sagte auch, das Militär und der Secret Service hielten die Entscheidung für schrecklich, aus politischen und illegalen Gründen motiviert. Er stellt das Projekt zunehmend nicht als persönliche Laune, sondern als nationale Sicherheitsaufgabe dar und argumentiert, das Gebäude müsse mit einer Drohnenplattform und anderen militärischen Vorrichtungen ausgestattet werden. Er nannte es ein „grausam notwendiges militärisches Zentrum, unverzichtbar für die Sicherheit Washingtons, des District of Columbia und unseres Landes selbst.“
Das Projekt und seine Kritiker
Im Oktober 2025 ließ der republikanische Präsident einen gesamten Flügel des Weißen Hauses mit einem Bulldozer abreißen, um Platz für den Ballsaal zu schaffen, der für Empfänge und Abendessen zu Ehren ausländischer Würdenträger bis zu 1.000 Personen Platz bieten soll. Das Projekt umfasst auch einen Hubschrauberlandeplatz und einen unterirdischen Sicherheitsbereich.
Das prognostizierte Budget, das Trump zufolge vollständig durch private Spenden finanziert wird, ist von 200 auf 400 Millionen Dollar gestiegen.
- Ursprüngliches Budget
- 200 Mio. USD
- Aktuelles Budget
- 400 Mio. USD
Das Projekt wird vor Gericht vom National Trust for Historic Preservation (NTHP) angefochten, einer gemeinnützigen Organisation, die vom Kongress mit der Erhaltung historischer Gebäude beauftragt wurde. Demokratische Abgeordnete, einige Republikaner und die Stiftung für Denkmalschutz haben das Projekt kritisiert, mit der Begründung, es würde „das Weiße Haus entstellen“, und die explodierenden Kosten angeprangert.
Bauarbeiten vor Ort
Trotz der gerichtlichen Rückschläge wurden die Bauarbeiten fortgesetzt. Fotos, die Ende Juli von der AFP aufgenommen wurden, zeigen den Fortschritt der Arbeiten mit einer Betonplatte und niedrigen Bauten im Bau, flankiert von zwei Kränen. Direkt neben der Baustelle des Ballsaals ist ein weiteres von Trump angeordnetes Bauprojekt im Gange: eine Betonfläche für die Landung und den Start des Präsidentenhubschraubers.
Die 14-tägige Frist des Gerichts bedeutet, dass die Regierung bis Ende August 2026 Zeit hat, formell beim Obersten Gerichtshof Klage einzureichen, der dann entscheiden wird, ob er den Fall annimmt.

