
ICE-Beamter schießt in Austin auf Mann und löst Forderungen nach unabhängiger Untersuchung aus
Ein Beamter der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) hat am Sonntag in Northwest Austin einem Mann in den Oberkörper geschossen und ihn schwer verletzt. Der Vorfall hat lokale Amtsträger dazu veranlasst, eine unabhängige Untersuchung zu fordern.
Schießerei in Northwest Austin
Am Morgen des 20. September 2026 hat ein Beamter der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) in der Gegend Anderson Square in Northwest Austin, Texas, auf einen Mann geschossen und ihn verletzt. Die Konfrontation fand unter einer Autobahnbrücke statt, wo sich später lokale, staatliche und bundesstaatliche Polizeibeamte um einen blauen Toyota Corolla versammelten, der am Straßenrand stand. Der Rettungsdienst von Austin-Travis County brachte den Verletzten in ein Traumazentrum. Rettungsdienstchef Robert Luckritz erklärte auf einer Pressekonferenz, der Mann sei nach einem Schuss in den Oberkörper in stabilem, aber ernstem Zustand. Polizeichefin Lisa Davis von Austin bestätigte, dass städtische Polizisten nicht an der Schießerei beteiligt waren und am Tatort keine Festnahmen vornahmen; gelbes Absperrband und Fahrzeuge der Staatspolizei riegelten die Nachbarschaft ab.
Stadtverwaltung fordert unabhängige Untersuchung
Die Schießerei löste sofort Kritik von der Stadtführung Austins und von Bundesvertretern des Travis County aus. Bürgermeister Kirk Watson von Austin erklärte, er sei sehr wütend über die Schießerei und forderte, dass die texanischen staatlichen und lokalen Strafverfolgungsbehörden Zugang zur Untersuchung des Vorfalls als klarer Dritter erhalten. Abgeordneter Greg Casar verurteilte auf einer Pressekonferenz die bundesstaatlichen Durchsetzungstaktiken und erklärte, es sei schrecklich, dass der Horror die Stadt erreicht habe.
Während die Fakten ans Licht kommen, fordere ich eine vollständige, unabhängige Untersuchung, die sofortige Veröffentlichung der Körperkameraaufnahmen und Rechenschaft für jeden ICE-Beamten, der das Gesetz gebrochen hat.
Casar erklärte, die Bewohner Austins würden sich friedlich gegen die Bundesoperationen stellen, und verwies auf frühere öffentliche Demonstrationen in Minneapolis und Houston. Weder ICE noch das Heimatschutzministerium gaben zunächst Details bekannt, ob der Verletzte das beabsichtigte Ziel einer Durchsetzungsoperation war.
Tödliche Vorfälle bei jüngsten Operationen
Die Schießerei in Austin ist der zweite derartige Vorfall in Texas in den letzten Monaten im Rahmen erneuter bundesstaatlicher Abschiebungsinitiativen. Im Juli 2026 schoss ein ICE-Beamter in Houston dem 35-jährigen US-Einwohner und Geschäftsinhaber Lorenzo Salgado Araujo in den Bauch, während dieser mit drei anderen Männern zu einer Baustelle unterwegs war. Araujo, Ehemann und Vater, der aus Mexiko eingewandert war, starb im Krankenhaus, und Bundesbeamte bestätigten später, dass er nicht das beabsichtigte Ziel der Operation war. Weniger als eine Woche nach Araujos Tod erschossen ICE-Beamte den 25-jährigen kolumbianischen Einwanderer Johan Sebastián Durán Guerrero in Biddeford, Maine, während er auf dem Weg zur Arbeit war.
- Der 23-jährige US-Bürger Ruben Ray Martinez wird von einem ICE-Beamten erschossen
- Renée Good und Alex Pretti werden während der Operation Metro Surge in Minneapolis erschossen
- Lorenzo Salgado Araujo wird auf dem Weg zur Arbeit in den Bauch geschossen und stirbt im Krankenhaus
- Johan Sebastián Durán Guerrero wird auf dem Weg zur Arbeit erschossen
- Ein ICE-Beamter schießt in Northwest Austin auf einen Mann und verletzt ihn am Oberkörper
Opferzahlen bei bundesstaatlichen Einwanderungsmaßnahmen
Bundesakten und Berichte zeigen eine Reihe tödlicher Begegnungen mit Einwanderungsbeamten seit Januar 2025. Vor 2026 erschoss ein ICE-Beamter den 23-jährigen US-Bürger Ruben Ray Martinez in South Padre Island, Texas. Im Januar 2026 führte eine als Metro Surge bezeichnete Durchsetzungsaktion in Minneapolis zum Tod von zwei US-Bürgern: der Krankenschwester Alex Pretti und Renée Good, Mutter von drei Kindern. Seit Januar 2025 haben Bundes-Einwanderungsbeamte landesweit mehr als 20 Menschen erschossen, darunter sechs Tote, darunter drei US-Bürger. Fast alle dieser Schießereien betrafen Bundesbeamte, die Feuerwaffen auf Personen in Fahrzeugen abfeuerten. Die lokalen Behörden in Austin fordern weiterhin vollständige Offenlegung der Bundesakten und Kameraufnahmen von der Konfrontation am Sonntag.

