
Frankreich erhöht Geldstrafe für unbefugtes Schwimmen auf 68 € nach Anstieg der Ertrinkungsfälle
Ein Dekret, das ab Sonntag in Kraft tritt, erhöht die Strafen für das Schwimmen außerhalb ausgewiesener Bereiche oder bei roter Flagge, während die Behörden in zweieinhalb Monaten 274 Ertrinkungstote melden.
Ein am Samstag im Journal officiel veröffentlichtes und ab Sonntag, dem 2. August, in Kraft tretendes Dekret erhöht die Strafe für das Schwimmen in nicht zugelassenen Bereichen oder bei gehisster roter Flagge. Die Geldstrafe steigt von einer Übertretung erster Klasse (maximal 38 €) auf eine Übertretung dritter Klasse (68 €) und kann nun direkt per elektronischem Bußgeldbescheid verhängt werden. Die Maßnahme gilt in ganz Frankreich.
Warum die Geldstrafe erhöht wurde
Die Verschärfung folgt einem gemeinsamen Antrag der Pariser Polizeipräfektur und der Präfektur Île-de-France. In einer Erklärung verwiesen die Präfekturen auf "l'augmentation des baignades sauvages, particulièrement lors des épisodes de fortes chaleurs" – die Zunahme des wilden Schwimmens, insbesondere während Hitzewellen.
Die jüngste Hitzewelle hat die mit diesem Verhalten verbundenen Risiken und die Notwendigkeit, es strenger ahnden zu können, eindrucksvoll veranschaulicht.
Das vom Ministerium für territorialen Zusammenhalt und Dezentralisierung erlassene Dekret besagt, dass die Änderung gefährliches Verhalten verhindern soll, das zu Ertrinken führen kann, und Rettungseinsätze sowie die Schifffahrt auf Flüssen schützen soll.
Ertrinkungsbilanz diesen Sommer
Die Gesundheitsbehörden melden, dass in Frankreich in zweieinhalb Monaten 274 Menschen durch Ertrinken ums Leben gekommen sind, davon 37 Kinder und Jugendliche. Früher in der Saison hatte die Regierung die Zahl mit 197 Todesfällen seit Beginn des Sommers angegeben. Die Zahlen konzentrieren sich auf Hitzewellen, wenn Menschen in Flüssen, Seen und Kanälen Abkühlung suchen.
Gefahren von Binnengewässern
Die Erklärung der Präfekturen listet die Gefahren des unbeaufsichtigten Schwimmens in Wasserstraßen auf: starke Strömungen, schlammiger Untergrund, dichte Vegetation, die Schwimmer einschließen kann, starker Schiffsverkehr und das Risiko eines Kälteschocks. Das Dekret zielt auch darauf ab, zu verhindern, dass Rettungsdienste durch vermeidbare Vorfälle überlastet werden, und die normale Nutzung von Binnengewässern aufrechtzuerhalten.
Ein längerfristiges Muster
Sommerliche Ertrinkungsfälle sind nicht neu. Im gesamten Sommer 2025 starben in Frankreich 409 Menschen durch Ertrinken, ein Anstieg von 16 % gegenüber 2024, so Santé publique France. Diese Bilanz umfasste 57 Kinder und Jugendliche. Die neue Geldstrafe ist Teil eines Vorstoßes, den Trend umzukehren, indem die unmittelbare finanzielle Strafe erhöht und ihre Durchsetzung erleichtert wird.


