
Sturzfluten treffen Ostspanien, töten einen Autofahrer und legen Verkehrsknotenpunkte in Katalonien und Valencia lahm
Heftige Unwetter in Ostspanien töteten einen britischen Autofahrer in Olivella, überschwemmten Krankenhausstationen in Barcelona und legten den Flug-, Bahn- und U-Bahn-Verkehr in Katalonien und Valencia lahm.
Tödliche Sturzflut in Olivella
Heftige Regenfälle und Sturzfluten trafen Ostspanien in der Nacht zum Mittwoch, verursachten schwere lokale Überschwemmungen und töteten einen britischen Autofahrer in Katalonien. Der Vorfall ereignete sich in Olivella, etwa 40 Kilometer südwestlich von Barcelona, wo die über die Ufer tretende Riera de Begues das Fahrzeug des Opfers mitriss. Nach Angaben der örtlichen Bürgermeisterin Marta Verdejo versuchte der Fahrer, eine überflutete Straße zu überqueren, bevor er von den Wassermassen erfasst wurde. Die Rettungsdienste identifizierten die vermisste Person zunächst fälschlicherweise als Frau, bevor Feuerwehrleute am Donnerstagmorgen die Leiche des Mannes aus dem unter Wasser stehenden Fahrzeug bargen. In der Nähe von Sitges evakuierten Einsatzkräfte Camper von einem Platz neben einem anschwellenden Fluss, während Windböen über 90 Kilometer pro Stunde erreichten und Hagelkörner einen Durchmesser von zwei Zentimetern hatten.
Beeinträchtigungen in ganz Katalonien und Überschwemmungen in Krankenhäusern
Die Regenfälle lösten weitreichende Infrastrukturbeeinträchtigungen und Gebäudeschäden in Barcelona und den umliegenden Gemeinden aus. Im Krankenhauskomplex Vall d'Hebron in Barcelona drang Wasser in drei Gebäude ein, sodass das medizinische Personal Patienten verlegen musste, nachdem in einer Station ein Teil der Decke eingestürzt war. Der Flughafen Barcelona-El Prat verzeichnete 23 Flugausfälle und erhebliche Abflugverspätungen, während der Zugverkehr zwischen Fabra i Puig und Montcada Bifurcació vorübergehend eingestellt wurde. Die Zivilschutzbehörden aktivierten den Notfallplan Inuncat, während die Einsatzzentralen bis 22:00 Uhr 644 Notrufe und 445 unwetterbedingte Vorfälle in ganz Katalonien verzeichneten. In der Region Alt Penedès fielen die Niederschläge besonders intensiv: Sant Cugat Sesgarrigues registrierte 117,3 Liter pro Quadratmeter, Les Gunyoles 91,9 Liter pro Quadratmeter und Fornells de la Selva 57 Liter in 30 Minuten.
- Sant Cugat Sesgarrigues
- 117.3 l/m²
- Valencia
- 100 l/m²
- Les Gunyoles
- 91.9 l/m²
- Fornells de la Selva
- 57 l/m²
Schwere Überschwemmungen in Valencia und Girona
Weiter südlich in Valencia brachten schwere Unwetter ab 21:00 Uhr am Mittwoch bis zu 100 Liter Wasser pro Quadratmeter, überschwemmten Boulevards in der Innenstadt und unterirdische Verkehrsnetze. Das regionale meteorologische Netzwerk AVAMET verzeichnete in mehreren Städten der Provinz Niederschläge von über 70 Litern pro Quadratmeter innerhalb von 30 Minuten. Die Flut erzwang die vorübergehende Schließung des Flughafens Valencia und setzte U-Bahn-Gleise unter Wasser, sodass Pendler in der ganzen Stadt festsaßen. Einsatzkräfte arbeiteten knietief im Wasser im Hauptquartier des Zivilschutzes, während sie über Nacht bei mehr als 500 Notfällen Pumpmaßnahmen durchführten. In Girona verwandelte ein zehnminütiger Hagelsturm die Außentreppe der Kathedrale in einen Kaskadenwasserfall, während orkanartige Böen in den östlichen Provinzen Bäume entwurzelten und Flutwasser nach Murcia trieben.
- Heftige Regenfälle treffen Valencia und bringen fast 100 Liter Regen pro Quadratmeter.
- Katalanische Rettungsdienste verzeichnen 644 Anrufe und 445 unwetterbedingte Vorfälle.
- Rettungskräfte finden die Leiche eines ertrunkenen Fahrers in Olivella.
Reaktion der Regierung und meteorologischer Kontext
Die spanische Wetterbehörde AEMET gab schwere Regenwarnungen für die Mittelmeerküste heraus, darunter eine kurzzeitige rote Warnung vor Sturzfluten in Barcelona nach rekordverdächtiger Sommerhitze. Die Regionalbehörden in Katalonien und Valencia forderten die Bewohner auf, nicht notwendige Reisen zu vermeiden, während die Räumungskräfte bis Donnerstag im Einsatz waren. Ministerpräsident Pedro Sánchez äußerte sich in einer öffentlichen Erklärung zu den gefährlichen Bedingungen.
Wir müssen mit sehr komplizierten Situationen umgehen.
Die Meteorologen prognostizierten, dass starke Winde, Hagel und sintflutartige Regenfälle bis Freitag in Ostspanien, an der Nordküste und auf den Balearen anhalten werden. Die Unwetter folgen auf eine anhaltende Septemberhitze, die die Oberflächentemperatur des Mittelmeers erhöht und zu einer stärkeren küstennahen Verdunstung geführt hat.


