
Berliner Polizei beendet elfstündige Supermarkt-Geiselnahme mit Taser-Einsatz
Die Geiselnahme endete am Samstagmorgen, als SEK-Spezialkräfte den Markt in Marienfelde stürmten, die weibliche Kassiererin befreiten und den Tatverdächtigen festnahmen.
Der Vorfall
Kurz nach 22:00 Uhr am Freitag, dem 10. Juli 2026, weigerte sich ein Mann, seine Waren an der Kasse eines Supermarktes in der Hildburghauser Straße im Berliner Bezirk Marienfelde zu bezahlen. Dann bedrohte er plötzlich eine weibliche Kassiererin mit einem großen Messer und löste damit eine Geiselnahme aus. Den meisten Mitarbeitern gelang die Flucht aus dem Laden. Eine von ihnen, die 22-jährige Elitza K., die Nachtschicht hatte, entkam und rief die Polizei. Sie beschrieb später die Waffe:
Es war definitiv ein großes Messer.
Die Kassiererin blieb gegen ihren Willen im Laden zurück. Die Behörden gaben an, dass der Verdächtige und die Geisel einander nicht kannten, was auf eine zufällige Tat hindeutet. Der Verdächtige, dessen Identität nicht bekannt gegeben wurde, war der letzte Kunde des Abends. Die Polizei sperrte das Gebiet ab und setzte Sondereinsatzkräfte, Verhandlungsführer und Scharfschützen auf nahegelegenen Gebäuden ein.
Das Patt
Die ganze Nacht über blieben speziell ausgebildete Polizeiverhandler in Kontakt mit dem Mann und versuchten, ihn zur Aufgabe zu bewegen. Das SEK und Scharfschützen bezogen vorsorglich Stellung rund um den Supermarkt. Die Geisel wurde etwa 11 Stunden und 20 Minuten festgehalten. Der zeitliche Ablauf des Patts gestaltete sich wie folgt:
- Verdächtiger bedroht Kassiererin mit Messer, Geiselnahme beginnt.
- Polizeiverhandler sprechen mit Verdächtigem; SEK und Scharfschützen umstellen den Laden.
- SEK-Kräfte stürmen den Laden, setzen Taser ein, befreien Geisel, verhaften Mann.
Die Durchsuchung
Gegen 09:20 Uhr am Samstag, dem 11. Juli, stürmten SEK-Beamte den Supermarkt. Laut Polizei wurde ein Taser-Elektroschockgerät eingesetzt, um den Verdächtigen kampfunfähig zu machen, ohne die Geisel zu verletzen. Der Mann wurde daraufhin festgenommen und auf einer Trage abtransportiert. Die befreite Kassiererin wurde von Beamten weggeführt und dem Rettungsdienst zur Betreuung übergeben.
Nachwirkungen
Die Polizei berichtete, dass sowohl der Tatverdächtige als auch die Geisel bei dem Vorfall Verletzungen erlitten, aber keine Einzelheiten zu ihrem Zustand wurden sofort bekannt gegeben. Die Anwohner des Gebietes seien zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen, so die Behörden. Der Supermarkt blieb nach dem Einsatz geschlossen, und Zeugen, darunter andere Mitarbeiter und Kunden, die zu Beginn der Belagerung anwesend waren, wurden als Zeugen vernommen. Dem Verdächtigen drohen Anklagen wegen Geiselnahme und Körperverletzung.

